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"Die Bachelorette" Peinlich, unangenehm, dröge: Maxime und ganz viele Horror-Dates

Maxime und Dario sitzen in einer Schaukel, die hoch über einem Kliff angebracht ist
Maxime und Dario in schwindelnder Höhe – da kann die Bachelorette nicht mal weglaufen
© TV Now
Bisher kann keiner der "Bachelorette"-Kandidaten überzeugen – uns nicht, und auch Maxime nicht. Folge zwei ist teils nur schwer zu ertragen.

So, es geht ans Eingemachte auf der griechischen Insel Kefalonia. In der ersten Folge konnte die geneigte Zuschauerschaft einen ersten Blick auf die geschniegelte und noch putzig-nervöse Version der Kandidaten werfen, die um das Herz von Bachelorette Maxime kämpfen wollen. In Folge zwei dürfte es einen etwas echteren Eindruck der Jungs geben.

Von den anfangs 20 Herren sind nach der ersten Nacht der Rosen noch 17 übrig, davon maximal sieben ernsthafte Anwärter auf die letzte Rose. Einer davon bekam bei der traditionellen Blumenvergabe in Folge eins direkt das Versprechen eines Einzeldates mit Maxime – der sehr gefühlvolle, sehr geschmeidige Dario. Und das findet am Strand statt und, da versprechen wir nicht zuviel, wird richtig schlimm.

Strand-Date mit Cringe-Faktor

Dario kann leider nicht in einer normalen Lautstärke oder einem normalen Tonfall sprechen. Leicht gequält haucht er jedes Wort, es soll wohl elegant und empathisch wirken, nervt nach etwa 10 Sekunden jedoch ganz ungemein. Es ist auch nicht so, als würde er zumindest kluge Dinge sagen. Oder sympathische. Stattdessen raunt er der armen Maxime Sachen zu, wie: „Vielleicht darf man manchmal nicht so viel nachdenken, man muss einfach machen – auch als Mann“, oder: „Ich hab‘ übrigens den obligatorischen Shooting-Pickel bekommen, hier!“ Die Bachelorette wirkt, als bereue sie ihre Einladung bereits nach den ersten paar Minuten.

Es wird auch nicht besser: Dario textet Maxime dermaßen zu, dass sie kaum einen halben Satz einbringen kann. Junge, Junge, da hört sich einer gern selbst reden! Und nachdem die Bachelorette von ihrem an Corona verstorbenen Opa, Großonkel und ihrer zwischenzeitlich schwer am Virus erkrankten Mutter erzählt, um dann seinen halbherzigen Trostversuch mit einem tapferen „Alles gut“ abzuwehren, bricht er in Tränen aus, als er vom Tod seiner 88-jährigen Oma „vor ein paar Jahren“ erzählt: „Wir wussten, dass sie stirbt – das werde ich nie vergessen!“ Nicht falsch verstehen, natürlich ist so etwas immer traurig und manchmal traumatisch, aber vielleicht war der Zeitpunkt für diese Story nicht gänzlich optimal, Dario.

Macho-Gehabe in der Villa

Vom Strand wechseln wir dann geschwind in die Villa, in die RTL die restlichen Kandidaten gepfercht hat. Die lümmeln dort kerlig rum, witzeln und pöbeln, schlürfen Sekt („Stößchen auf unser Röschen“) und wirken herzlich unsympathisch. Außer Kevin, der aussieht wie ein Las-Vegas-Magier, aber sich benimmt wie … naja, wie ein Hannoveraner eben. Ist er ja auch. Der bleibt lieber für sich und wirkt entweder sehr zen, oder sehr dröge. Die Entscheidung überlassen wir Ihnen.

Das „Röschen“, womit die Banausen vermutlich Maxime meinen, schlägt sich derweil immer noch mit Dario rum. Als Dank für ihre verblüffende Geduld mit ihm wird sie am Strand fast von einem umfallenden Sonnenschirm erschlagen, und überhaupt fällt es ihr bei seinem nicht endenden Geplapper zunehmend schwerer, die Mundwinkel oben zu behalten. Zur Strafe nötigt sie ihn schließlich, mit ihr auf einer Schaukel in schwindelnder Höhe abzuhängen – immerhin bröckelt so mal kurz seine aalglatte Fassade.

Der geschmeidige Dario übertreibt's

In einer für Maxime sichtlich unangenehmen Situation drängt Dario ihr, in der Schaukel sitzend, sodann einen Ring seiner verstorbenen Oma auf, den sie eigentlich nicht annehmen will, aber auch nicht ablehnen kann. Und weglaufen kann sich ja auch nicht, da oben rumbaumelnd. Und dann stellt der Typ auch noch derart unsensible Fragen („Hattest du das Gefühl, nicht genug für deine Mutter da sein zu können?“), dass sie anfängt zu weinen. Was für ein Desaster-Date! Später sagt Maxime in die RTL-Kamera: „Ich würd’s mit einem Wort beschreiben, und das ist: viel.“

Trotzdem stürzt sie sich direkt ins nächste Date – diesmal allerdings gleich mit mehreren Herren, damit sie nicht die konzentrierte Aufmerksamkeit eines einzigen ertragen muss. Die Glücklichen sind Zico, Tony, Robert, Hendrik und Nico. Gemeinsam geht das Grüppchen auf Insel-Erkundungstour – auf dem Pferderücken. Ausgerechnet der große Hendrik hat Angst vor Pferden, wagt sich aber trotzdem tapfer in den Sattel und beweist echten Mut. Bonuspunkt! Am cleversten taktiert allerdings Zico, der bisher in dieser Folge durchweg souverän und sympathisch wirkt, den wir aufgrund einiger unfeiner Kommentare beim Staffelauftakt aber weiterhin mit gesunder Skepsis betrachten.

Zico, wir behalten dich im Auge!

Apropos unfeine Kommentare: Da haut ausgerechnet Kenan, für den wir ja echte Sympathie hatten und der beim ersten Kennenlernen mit Maxime vor Nervosität keinen gerade Satz rausbekam, beim Rumwitzeln mit den anderen Kandidaten in der Villa Folgendes raus: „Ich könnte rausfliegen, weil ich größere Brüste habe als sie.“ Was er meint, ist vermutlich: Die Bachelorette schiebt keine aufgepumpten Silikonballons vor sich her. Dude, jetzt fällt’s uns schwer, dich hier weiter anzufeuern, echt ey.

Netter, das jedoch auf ungeschicktmöglichste Weise, klingen die Ausflügler, die inzwischen den Pferderücken verlassen haben und mit Maxime in idyllischer Landschaft rasten. Die 26-Jährige wird mit stumpfen Komplimenten überhäuft: „Schöne Augen haste“, oder: „Von der Optik her hast du mir sofort gut gefallen“. Nur Zico flirtet wie ein Profi, vermutlich WEIL ER EINER IST. Hendrik wirkt nicht wie ein feuriger Charmebolzen, dafür solide und authentisch. Zum Ende des Dates ist es dann aber Nordish-by-Nature-Tony, den Maxime für ein kleines Einzeldate auswählt. Wohl, weil er in der Gruppe zuvor etwas unterging.

Tony ist kein Romantiker

Tony vermurkst es beinahe. Er definiert Verliebtheit als „Romantik, aber auch mal Arschloch sein“, was bei Maxime nicht ankommt. Verlegen versucht er sich rauszureden, indem er „Arschloch sein“ zu „sich necken“ umdefiniert. „Hm, ja“, sagt die Bachelorette trocken. Dennoch scheint das Tête-à-Tête in seiner Sachlichkeit beiden nicht völlig missfallen zu haben. Maxime wirkt erleichtert, mal kurz nicht mit platten Phrasen beworfen zu werfen.

Für die nächste gemeinsame Aktivität, diesmal mit acht neuen Kandidaten, dreht sie den Spieß mal um. Bei einer improvisierten „Talentshow“ müssen sich die Herren – Jonathan, Dubai-Max, Kenan, Julian, Lars, Benedikt, Raphael und Kevin – begaffen und bewerten lassen. Jonathan macht den Moderator. Dubai-Max entblößt sein Mindset mit dem Satz: „Ich hab nur den Hula-Hoop-Reifen gesehen und gedacht: Ach komm, das kannst du.“ Und dann kann er es natürlich nicht, weil man eben nicht einfach so alles kann, nur weil man Dubai-Max ist.

Die Show der heiteren Peinlichkeiten

Jonathan macht seinen Job recht gut. Auch Kenan, der mit Kegeln jongliert, legt eine solide Show hin. Lars setzt sich eine Clowsnase auf und erzählt schlechte Witze. Uff. Raphael hadert lustlos mit dem Diablo. Benedikt nimmt mit einer blauen Handpuppe zumindest symapthisch souverän einige Peinlichkeit in Kauf. Bonuspunkt. Kevin, der Hannoveraner, wedelt mit Flatterbändern, wie man sie aus der rhythmischen Sportgymnastik kennt – und zitiert dabei aus Goethes Faust. Wow. Wir sind sprachlos, aber können nicht genau sagen, ob aus Fassungslosigkeit oder Respekt. Und dann Julian: Er gibt den Zauberer, stolpert beim Erklettern der Bühne und beweist trotz Mangel an Talent immerhin einen Hauch Selbstironie.

Vielleicht deshalb darf er den Rest des Abends dann auch allein mit Maxime verbringen. Oh nein, sorry, sie begründet ihre Auswahl direkt mit: „Weil du auf der Treppe hingefallen bist.“ Ist bestimmt Balsam für sein Ego, haha. Die beiden spazieren nett an der Hafenpromenade entlang, es wirkt entspannt, aber nicht, als ob da direkt heftige Liebesflammen aufgeflackert wären. Weil Julian aber kein aufdringlicher Checker war, drückt ihm Maxime nach dem (überraschend förmlichen) Abschied noch schnell eine Vorab-Rose in die Hand.

Vertreter-Max will Maxime Liebe verkaufen

Und dann geht es auch daran, die restlichen Blümchen zu verteilen. Zu Beginn der Nacht der Rosen werden die geneigten Zuschauer übrigens durch dezente Markeneinblendungen darüber informiert, dass der diesjährige Alkoholsponsor kein exotischer Likör, sondern ein heimisches Bier ist. Immer mal was Neues. Auch was Neues: Die Bachelorette macht Nägel mit Köpfen und nimmt Dario beiseite. Sie sagt ihm, dass „es nicht so passt“ und gibt ihm den Oma-Ring zurück. Kein Rumgerede, finden wir gut. Logischerweise muss Dario daraufhin direkt gehen. Er wirkt davon weniger angefasst als die weinende Maxime.

Angefasster als Dario ist aus irgendeinem Grund sogar der fahrige Leon, den der frühzeitige Abschied des Konkurrenten ordentlich mitnimmt: „Für mich ist gerade Mental Breakdown!“ und: „Er ist zu früh von uns gegangen!“, sagt er. Vertreter-Max, derweil, hat sich Maxime für ein privates Gespräch geschnappt und beginnt eine Verkaufsveranstaltung. Seine Metaphern werden dabei immer absurder. Die Bachelorette guckt ihn an und nickt gelegentlich höflich. Und dann kommt auch noch der große Hendrik, der mal wieder lauter vernünftige Dinge sagt. Nämlich, dass er nicht der Typ für dieses Format sei und freiwillig gehen will. Respekt.

Robert muss gehen, die Mäxe bleiben

Nachdem schon zwei Männer raus aus der Show sind, muss am Ende nur noch einer von Maxime nach Hause komplimentiert werden. Der Unglückliche: Robert. Zwar hat es bei ihm und der Bachelorette nicht wirklich gefunkt, aber da wären uns andere Kandidaten eingefallen, die dringender den Heimweg hätten antreten sollen. Aber naja, es ist nicht unsere Entscheidung. Und bisher hat Maxime ja eine recht solide Menschenkenntnis an den Tag gelegt.


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