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"Die Bachelorette" Staffelauftakt: Maxime vs. Max, Max, Nico, Niko und Zico. Oh, und Gustav.

Bachelorette Maxime und ihre Rasselbande
Bachelorette Maxime und ihre Rasselbande
© TV Now
Die neue Bachelorette sieht sich dieses Jahr einer reichlich eigenwilligen Gruppe Männer ausgesetzt. Am Mittwoch "durfte" sie die Kandidaten kennenlernen.

2021, der Sommer ist derzeit eher verregnet. Perfekt, um das Popöchen vor den Fernseher zu pflanzen und die „Bachelorette“ zu gucken. Die heißt in der mittlerweile achten Staffel Maxime Herbord, ist brünett, zierlich und 26 Jahre alt. Auf den ersten Blick macht die Single-Lady einen erfrischend sympathischen und un-tussigen Eindruck. Sie sagt putzige Sätze wie: „Ich glaub‘ auch tatsächlich, dass ich eine sehr, sehr gute Oma wäre“ und „Jeder hat da so seine eigene Welt im Kopf, und da würd‘ ich gern mal reingucken.“

Sie nennt sich zudem „kreative Chaotin“, was RTL unverzüglich filmisch mit einigen charmanten Ungeschicklichkeiten der Bachelorette untermalt. Interessantes Detail am Rande: 2018 buhlte sie einst ein paar Folgen lang selbst als Kandidatin um den Bachelor Daniel Völz, bevor sie freiwillig ausstieg. Dann war sie zwei Jahre lang mit David Friedrich liiert, der seinerseits zuvor als Kandidat das Herz der 2017er-Bachelorette Jessica Paszka erobert hatte. Bisschen kompliziert, merken wir auch grad. Die Beziehung endete, weil Maxime mehr Umarmungen brauchte, als der Ex ihr geben mochte.

Die Bachelorette hat eine Trash-Vergangenheit

Gut, dass sie sich jetzt einen neuen potenziellen Partner aussuchen kann – und das gleich aus 20 willigen Kandidaten. Die tragen Namen, als habe RTL für das Casting einmal beim Kölner Gigolo-Verein angerufen: Maurice, Kevin, Jonathan (englisch ausgesprochen) oder Raphael. Einer heißt Gustav, gleich zwei Herren heißen Max. Einer Nico, ein anderer Niko. Und einer Zico. Und sie sehen aus, als würde diese sehr bunte Mischung an Menschen eine Staffel lang fantastische Unterhaltung bieten. Allerdings sehen sie nicht aus, als wären sie Maximes Typ.

Das erste Mal begutachten darf die 26-Jährige die Kandidaten, so will es die Tradition, im flackernden Fackellicht vor dem Eingang einer Villa. Die steht diesmal auf der griechischen Insel Kefalonia. Wie immer werden die Herren im Doppelpack mit einer Limousine vorgefahren und müssen dann, einer nach dem anderen, über einen roten Teppich auf die wartende Maxime zutapsen. Der erste, den die Bachelorette zu sehen bekommt, ist dieses Mal Leon aus Hamburg. Der gibt sich harmonieliebend, redet unheimlich gern und wünscht sich, seine Liebste regelmäßig von hinten zu umarmen, „wenn sie in der Küche steht und grade kocht“. Also, das sagt er. Wirklich. Auf ein Begrüßungskompliment vonseiten Maximes entgegnet er vor Aufregung: „Ich hab mich extra geduscht!“ Maxime sieht ein bisschen ratlos aus.

Küchen-Umarmungen und eiserne Rosen

Der nächste ist Dominik, der von sich selbst sagt, dass sein „Charakter einzigartig ist“ und der irritierenderweise keine Socken in seinen Loafers trägt. Seine Sätze presst er in militärischem Ton raus, als gelte es, jede verbal artikulierte Emotion im Keim zu ersticken. Um die fehlende Zärtlichkeit im Ausdruck auszugleichen, hat er Maxime dafür eine Rose mitgebracht – aus Eisen. „Selbst gemacht, in der Werkstatt“, sagt Dominik. „Hab mir mega viel Mühe gemacht.“ Maxime würdigt die Gabe graziös. Aber auch hier scheint es jetzt nicht, sagen wir mal, sofort gefunkt zu haben.

Etwas souveräner wirkt dann Tony aus Rostock, der sich als typischer Norddeutscher gibt. Interessant: Die erste Begegnung zwischen Tony und Maxime wird sogar vom aus der Ferne beobachtenden Leon lobend abgenickt: „Der macht das gut! Sehr sympathisch.“ Recht hat er: Der Rostocker redet viel, aber charmant. Er bringt Bernstein aus der Ostsee mit und wünscht sich direkt ein Einzeldate von der Bachelorette. Solide abgeliefert.

Russin? Französin? Niederländerin?

Der Österreicher Raphael, der als Fotograf arbeitet, darf als nächstes aus der Limousine steigen. Er sieht aus wie eine Mischung aus Golden Retriever und Brian von den Backstreet Boys. Knuffig irgendwie. Seine Begrüßung ist kurz und sachlich, löst aber zum ersten Mal echte Begeisterung bei Maxime aus: „Gute Auswahl!“, juchzt sie.

Die Begeisterung dürfte wieder ein wenig abgeebbt sein, als sich der nächste hoffnungsvolle Kandidat vorstellt: Julian, der sehr geschniegelt und forsch daherkommt, und den merkwürdigen Keine-Socken-Trend fortsetzt, den Dominik zuvor begonnen hat. Als Maxime ihren Namen nennt, fragt er direkt fordernd: „Woher kommt der Name?“ „Frankreich?“, entgegnet die 26-Jährige, sichtlich verunsichert. "Und Russland glaub ich auch.“ Julian ist anschließend felsenfest davon überzeugt, dass Maxime Halbrussin sei, die korrigiert ihn, weil sie in Wirklichkeit halbe Niederländerin ist (Junge, manchmal wählen Eltern einen Namen einfach, weil sie ihn schön finden!) und generell ist dies einer der bizarreren Auftritte des Abends.

Maxime und ihre hundert Hobbies

Next, Lars. Der gibt sich als der geborene Checker, der an der Bar abhängt, bis die Damen ihn anquatschen. Ein kleiner Romantiker schlummert dann doch in ihm: Er bringt als Begrüßungsgeschenk das ausgedruckte Sternbild des Kennenlerntages mit. Findet Maxime ganz gut, scheinbar mag sie Sterne. „Ich hab sogar ein Teleskop mitgebracht!“ Girl, wir sind doch eh schon ganz angetan, und dann immer noch einen drauf!

Der nächste ist Nico, und er kommt für den Fame. Schade, wirkte eigentlich ganz sympathisch. Aber er spielt schon im Auto merkwürdig unsubtil darauf an, ob man die neue Bachelorette von irgendwoher kenne – nur um dann selbst von Maxime gesagt zu bekommen, dass sie ihn kennt. Er war als Profi-Eisläufer der Showpartner von Ex-Bachelorette Nadine Klein bei „Dancing On Ice“ und scheint Gefallen am Duft der Medienwelt gefunden zu haben. Die Konversation mit Maxime hat dann auch ein bisschen was von Laientheater: „Wow, siehst du schön aus. Dein Kleid, krass. Deine Augen, deine Frisur, mega.“

Jonathan hat 15 Geschwister

Jonathan, sehr hip, sehr tätowiert, legt einen recht soliden Auftritt hin. Ein sehr charmantes Lächeln hat der junge Mann, fast kann es mit Maximes herzigem Katie-Holmes-Grinsen konkurrieren. Eine der ersten Infos, die die Bachelorette von ihm bekommt, ist allerdings, dass er 15 Geschwister hat. Weird flex, but ok. Dann sagt er: "Du kannst mich auch Jonah nennen, das ist vielleicht leichter.“ Weil Jonathan so ein komplizierter Name ist? Ja nun nicht unbedingt. Der 25-Jährige merkt es selbst und muss verlegen kichern. Maxime wirkt recht angetan.

Wo die Latte nun gerade ein wenig höher gehängt wurde, kommt natürlich direkt jemand und reißt sie fröhlich wieder ein: Niko mit K und Kevin (auch mit K) philosophieren schon in der Limousine darüber, dass Überraschungen „gut für die Regeneration“ – und „für die Fettverbrennung, auf jeden Fall“ – seien. Männer, die nur in Fitness-Codewörtern über Gefühle sprechen können, definitiv ein Grund, ganz schnell zu laufen, und zwar weg. Ist auch gut für die Fettverbrennung.

Quietschende Sneaker und ein Topfschnitt

Als Niko über den roten Teppich auf die Bachelorette zugeht, in diesen endlosen Sekunden des Guckens und Schweigens, quietschen bei jedem Schritt seine hippen Sneaker. Un-an-ge-nehm! Die Begrüßung fällt dann auch eher knapp und sachlich aus. Kevin aus Hannover trägt die Haare kinnlang und channelt optisch einen Las-Vegas-Magier. Trotz des Looks ist er aber eher spröde, hat jedoch immerhin „übelst viele Pflanzen zuhause“.

Gustav, der als nächstes über den Teppich schreiten darf, scheint bei seinen Mitstreitern schon einen gewissen Ruf zu genießen. Jedenfalls versammeln sich alle Herren im Haus direkt zum Kiebitzen, als er aus dem Auto steigt. Und auch Konkurrent Dario, der noch in der Limousine wartet, verrät dem Kameramann: „Der Typ ist so geil!“ In der Tat bringt Gustav inhärentes Comedy-Potenzial mit, wirkt aber auf den ersten Blick tapsig-sympathisch. Er überreicht Maxime Seifenblasen, ist aber zu zittrig, um tatsächlich welche zu erpusten. Er fragt direkt nach Haustieren (Pluspunkt!) und sagt, dass eine Frau es sich verdienen muss, seinen Labrador kennenzulernen. Als er zu den anderen Herren in die Villa kommt, juchzt er: „Ich hab die richtig weggeflasht!“ Äh, nagut.

Dario – ausgeklügelter Checker oder wirklich nett?

Der gutaussehende Dario geht die Vorstellung gefühlvoller und selbstsicherer an – aber wenn Maxime in ihm nicht direkt den Checker erkennt, der er offensichtlich ist, dann wissen wir auch nicht. Zu RTL sagt sie erschreckenderweise sowas wie: „Bisschen hat’s gefunkt, glaub ich.“

Robert aus Berlin nimmt an der Show teil, weil seine Ex ihn mit ihrem besten Freund betrog. Seine Meinung von Frauen scheint sich entsprechend in Grenzen zu halten, die Begrüßung der Bachelorette fällt jedenfalls sehr knapp aus. „Abgefrühstückt“, lacht Maxime, scheint das aber nicht so schlimm zu finden. Interessanter findet sie Maurice vom Bodensee, weil der Fußball spielt, und Saxofon. „Nicht schlecht!“, sagt die 26-Jährige.

Zwei ausnehmend anstrengende Mäxe

Nicht schlecht will auch Max – also, der erste der beiden Mäxe – sein („Max, Maxime, passt ja!“), der von seinem Job als Vertreter erzählt („Wettkampf und Challenge!“), und bei seinem enthusiastischen Bericht über Hölzchen und Stöckchen bis zum Kollegenranking während der „Monatsauswertung“ kommt, ohne dass die Bachelorette ein Wort dazwischenwerfen könnte. Der Junge redet und redet. Findet auch Konkurrent Kenan, der im Auto wartet. „Gut, der labert schon ein bisschen zu lang“, kommentiert er süffisant.

Apropos Kenan: Der 35-Jährige wirkt auf dem Rücksitz der Limo sehr souverän, aber im Gespräch mit Maxime zerfließt er dann plötzlich vor Nervosität – und fährt im Smalltalk gegen eine Wand nach der anderen. Immerhin erfahren wir, dass Maxime ihn Ken nennen soll und er sie schon als Mutter seiner Kinder vor Augen hat. Lieber Ken, wir glauben, da steckt ein sympathischer Typ in dir ... schauen wir mal, ob man den in weniger aufregenden Situationen vielleicht noch zu sehen bekommt.

Viele viele Kandidaten für Maxime

Wenn Sie jetzt denken: Hört der Quatsch denn niemals auf? Haben wir nicht schon mindestens 30 Kandidaten abgearbeitet? Dann ist die Antwort: Sorry, nein. Hendrik zum Beispiel, sehr groß und sehr wenig Haare, der kommt noch. Er ist ungefähr doppelt so hoch wie Maxime, wirkt ansonsten aber nett und entspannt. Benedikt mit der blonden Föhnwelle ist auch noch dran. Er nennt sich ehrlich „Wannabe-Surferboy“, entblößt ansonsten erstmal wenig Persönlichkeit.

Der Vorletzte ist der zweite Max, graumeliert, der Investmentberater ist und gerne nach Dubai reist. Maxime komplimentiert ihn recht fix nach drinnen, vielleicht, weil ihr seine Schleimspur ein bisschen zu rutschig ist. Und dann kommt Zico, der außerhalb von Maximes Hörweite hart unsympathisch wirkt, in ihrer Anwesenheit aber verwirrend sympathisch. Wir sind da erstmal skeptisch.

Die erste Nacht der Rosen

Und jetzt, liebe Leser, haben wir’s geschafft. Alle Kandidaten kennengelernt. Wenn Sie die ersten zehn schon wieder vergessen haben, sind Sie damit nicht allein. Zumindest geht’s Maxime offenbar auch so, denn sie soll auf RTL-Order hin zu Beginn der Party in der Villa direkt schon mal eine Rose vergeben – und drückt sie ausgerechnet dem ungelenken Leon in die Hand. Wir vermuten mal stark: Einfach, weil er der erste war, der über den roten Teppich staksen musste. Diese Vermutung äußert er später sogar selbst.

Nach dem gemeinsamen Anstoßen ist der Wiener Kenan a.k.a. Ken der erste, der Maxime für einen Plausch beiseite nimmt. Wir drücken kurz die Däumchen, dass er jetzt mal durchgeatmet hat und ein entspanntes Gespräch führen kann – nach anfänglichem Holpern funktioniert das tatsächlich auch fast. Aber ob es zwischen ihm und Maxime jemals funken wird, scheint fraglich. Zu verschieden scheinen ihre Welten.

Die Bachelorette mag Animes

Nach Kenan wird die Bachelorette von Nordisch-by-Nature-Tony und Tattoo-Jonathan belagert. Letzterer stellt begeistert fest, dass Maxime, so wie er, Animes mag. Was mag diese Bachelorette eigentlich nicht? Offenbar hat sie ungefähr 200 Hobbies. Fußball, Fantasybücher, Sternegucken!

Und während Zico sich das nächste Tête-à-Tête sichert, verkündet Gustav seinen Mitstreitern, dass die 26-Jährige eigentlich gar nicht sein Typ sei: „Reißt mich nicht vom Fischbrötchen“, plärrt er. Der Fuchs und die Trauben und so. Im Verlauf des Abends sinkt unsere Meinung von Gustav generell rapide. Zu einem großen Teil ist es seine penetrante Lache. Und dann redet er einfach zuviel, und zuviel über sich selbst. Schade, die Seifenblasen und das Plaudern über seinen Hund – das war doch anfangs eigentlich ganz süß. Tja nun.

Horoskop, Teleskop, Doofkop

Aber auch ansonsten beneiden wir Maxime nicht, als einzige Frau inmitten dieses Haufens an Testosteronklumpen. Beäugt, bewertet und belogen. Hoffentlich ist zumindest der Rotwein gut. Und dann spricht Lars sie auch nochmal aufs Sternegucken an und kommt auf ihre Aussage zurück, sie habe ein Teleskop dabei. „Ich hab noch nie durch ein Horoskop geschaut“, sagt er. Sacht verbessert Maxime ihn und nimmt einen tiefen Schluck.

Immerhin darf sie anschließend Rosen verteilen und mit dem Aussieben beginnen. Da die Show ja weitergehen muss, kann sie allerdings nicht direkt die Hälfte der Bande wieder nach Hause schicken. Und so kommen auch viele der zweifelhafteren Kandidaten weiter. Sogar Vertreter-Max und Dubai-Max. Der stets extrem gefühlvoll wirkende Dario bekommt zu seiner Rose sogar noch das Versprechen eines Einzeldates. Gehen müssen: Gustav, Maurice und Niko mit K. Naja – das vereinfacht immerhin die Nico-Situation.


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