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TV-Tipp 2.12.: "Die letzten Glühwürmchen": Kriegsopfer Kinderseele

Setsuko und Seita sterben, weil sie Kind bleiben wollen: "Die letzten Glühwürmchen" zeigt einen Kampf, der schon verloren ist - und der sich doch immer wieder lohnt. Ein ganz trauriges Meisterwerk.

Die kleine Setsuko wartet auf ihren Bruder.

Die kleine Setsuko wartet auf ihren Bruder.

"Die letzten Glühwürmchen" 21:45 Uhr, ZDFKultur
ANIME Ich kann diesen Film nicht schauen, ohne irgendwann weinen zu müssen. Ich glaube, kein Mensch, der noch einen Funken Mitgefühl im Herzen übrig hat, kann das. Für mich ist "Hotaru No Haka" - so der japanische Originaltitel - der ultimative Antikriegsfilm. Jedem Menschen, der meint, dass Krieg vielleicht doch ultima ratio sein könnte, jedem, der müde geworden ist zuzusehen, wie sich Politiker in den Parlamenten dusselig diskutieren, wie Diplomaten mauscheln und fragwürdige Deals eingehen, dem möchte ich diesen Film zeigen. Nein, ich möchte seine Nase in diesen Film hineindrücken. "DAS ist Krieg", möchte ich ihm dann ins Ort flüstern. "Willst du DAS?"

"Die letzten Glühwürmchen" (1988) stammt aus dem Studio Ghibli - und wer die hochgelobte Anime-Schmiede nur für ihre Zeichentricks wie "Chihiros Reise ins Zauberland" oder "Prinzessin Mononoke" kennt, die trotz all ihrer traurigen und ernsthaften Momente vor allem ein Loblied auf die Fantasie singen, sei gewarnt.

In "Die letzten Glühwürmchen" gibt es keine Hoffnung. Zumindest nicht in diesem Leben. Gleich zu Beginn sehen wir einen Jungen, Seita, in düsteres, rotes Licht getaucht in völliger Dunkelheit stehen. Sein Mund ist geschlossen, aber wir hören eine Stimme aus dem Off: "Am 21. September 1945 bin ich gestorben." Seitas Geist neigt sein Gesicht zur Seite, lenkt den Blick des Zuschauers auf eine ausgemergelte Person, die an einer Säule lehnt. Es ist Seita, er stirbt gerade, inmitten von Menschen, und doch allein. Wenn Seitas Geist kurz darauf auf Setsuko trifft, seine vierjährige Schwester, die vor ihm das Leben verlor, und das kleine Mädchen in die Arme nimmt und die Glühwürmchen fliegen, gehört dieser Moment zu den berührendsten, die ich jemals in einem Film gesehen habe.

Kinder sind die ersten Opfer des Krieges, heißt es. Vielleicht könnte man es auch etwas anders formulieren: Die Kindlichkeit ist das erste Opfer des Krieges. Der Krieg raubt den Kindern die Essenz des Kind-Seins: eine Mischung aus Unschuld, unbändiger Neugier, Sorglosigkeit und dem Spaß am Spiel. Seita versucht, auch nachdem seine Mutter einen grausamen Tod in den Flammen der Bomber gestorben ist, diese Kindlichkeit für sich und seine Schwester zu bewahren. Dass er damit scheitert, scheitern muss im Angesicht des Kriegs, des Hungers und all dieser erwachsenen "Vernunft", das ist die wahre Tragik dieses Films. Und das bringt mich jedes Mal zum Heulen. Wie ein kleines Kind.

PS: Der Filmkritiker Janis El-Bira hat in der "Filmzentrale" ein paar sehr kluge Worte zu "Die letzten Glühwürmchen" geschrieben, u.a. über die völlige Abwesenheit von Hass in diesem Antikriegsfilm. Bitte lesen.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern. Wer mag, kann dem Autor hier auf Twitter oder hier auf Facebook folgen.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo