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Biologie: Glühwürmchen sind keine Sexleuchten

Bislang dachte man, das Leuchten der Glühwürmchen diene dem Anlocken von Geschlechtspartnern. Irrtum! Ein belgischer Forscher fand heraus, dass die Lichterzeugung wahrscheinlich zur Abschreckung von Feinden dient.

Glühwürmchen leuchten einer belgischen Studie zufolge nicht für die Partnersuche, sondern zur Abschreckung von Fressfeinden. In Freiheit aufgewachsene Kröten bevorzugten Beutetiere ohne Lichtsignale, die ihnen besser schmecken, fand der Forscher Raphael De Cock von der Universität Antwerpen in Versuchen für seine Doktorarbeit heraus. Auch tagsüber jagende Stare würden von der Farbe bestimmter Glühwürmchenlarven abgeschreckt, berichtete die belgische Zeitung "De Morgen" am Mittwoch über De Cocks Forschungen.

Bisher galt das Leuchten der Glühwürmchen als Signal für die Partnersuche. Doch De Cock zweifelt nach seinen Versuchen daran. Der Forscher war von der Frage ausgegangen, warum die Glühwürmchen der untersuchten Art auch dann optische Signale aussenden, wenn sie keinen sexuellen Kontakt suchen. Er stellte fest, dass die Glühwürmchen ihre Paarungspartner stets gegen den Wind anfliegen - ein klares Zeichen dafür, dass sie von Duftstoffen angelockt werden.

"Die Feststellung deutet nicht nur stark darauf hin, dass diese Glühwürmchenart ausschließlich chemische Signale zur Ortung eines Partners benutzt, sondern auch darauf, dass das Leuchten eine andere Funktion hat als sexuelle Kommunikation", sagte De Cock der Zeitung. "Wahrscheinlich benutzt diese Art ihr Leuchten mehr für die Verteidigung, so wie die Larven."

DPA

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