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"Die Pilgerin" mit Josefine Preuß: Wandern ohne Huren

Millionen Zuschauer sahen auf Sat.1 die Verfilmung der "Wanderhure". Jetzt legt das ZDF nach - und schickt Josefine Preuß im Zweiteiler "Die Pilgerin" in Männerkleidung nach Santiago de Compostela.

Düster startet das ZDF ins neue TV-Jahr: Nach der erfolgreichen Hotelsaga "Adlon" im Vorjahr liefert "Die Pilgerin" am Sonntag und Montag (5. und 6. Januar, jeweils 20.15 Uhr) den traditionellen Mehrteiler zum Jahresauftakt. Es ist ein mittelalterlicher Stoff nach einem Roman des "Wanderhuren"-Schriftsteller-Ehepaares, das unter dem Pseudonym Iny Lorentz schreibt. Die Besetzung vor und hinter der Kamera ist prominent: Josefine Preuß ist die "Pilgerin", in Szene gesetzt vom Regisseur des Dreiteilers "Unsere Mütter, unsere Väter", Philipp Kadelbach.

Der "Wanderhure" hatte der Privatsender Sat.1 im Jahr 2010 einen Quotenerfolg zu verdanken, zwei weitere Teile folgten daraufhin. In den beiden 90-Minütern der "Pilgerin" sind neben Preuß, die auch zu den "Adlon"-Hauptdarstellern gehörte, Schauspieler wie Friedrich von Thun und Dietmar Bär mit von der Partie. Und vom "Unsere Mütter, unsere Väter"-Team stammt nicht nur Regisseur Kadelbach. Auch die Verantwortlichen für Kamera, Ausstattung, Kostüme und Maske wirkten bei beiden Produktionen von Nico Hofmanns UFA Fiction mit, die mit dem Mittelalterabenteuer "Der Medicus" gerade im Kino erfolgreich ist.

Fantasie vor der historischen Wahrheit

Preuß spielt die junge Tilla, die im 14. Jahrhundert eine gefährliche Pilgerreise antritt: Als Mann verkleidet, macht Tilla sich auf den Weg, den letzten Willen ihres Vaters zu erfüllen. Dieser hatte verfügt, dass nach seinem Tod sein Herz nach Santiago de Compostela gebracht werden soll. Darstellerin Preuß schlüpfte damit erstmals in eine Mittelalterrolle - ganz begeistert davon, dass Kadelbach die Regie übernahm: "Ich war wirklich ein sehr großer Fan von 'Unsere Mütter, unsere Väter' und dachte: Ja, mit dem will ich arbeiten - unbedingt."

Der Regisseur beschreibt seine "Pilgerin" in einer ZDF-Mitteilung als "eine Welt, in der die Fantasie vor der historischen Wahrheit stand, in der Charaktere und Inszenierung absichtlich leicht überhöht und überzeichnet sind, aber dennoch in sich stimmige Figuren erzählen, die Spaß machen". Kadelbach: "Gerade nach dem historischen Drama 'Unsere Mütter, unsere Väter', in dem es um den Zweiten Weltkrieg, um eine extrem authentische und historisch korrekte Darstellung ging, habe ich mit der 'Pilgerin' ein Projekt gewählt, dass sich davon bewusst absetzt."

Im Anschluss an den ersten Teil zeigt das ZDF (5.1./21.45 Uhr) die Dokumentation "Der Weg der Pilgerin - Unterwegs nach Santiago de Compostela" über die Tradition des Jakobswegs im Mittelalter.

che/DPA / DPA