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Neue Kuppelshow: Kirche kritisiert "Hochzeit auf den ersten Blick"

Vor kurzem lernten sich Singles bei RTL nackt kennen, jetzt wird bei Sat.1 beim ersten Treffen gleich geheiratet. Das deutsche Fernsehen überschlägt sich bei Kuppelshows. Kritik kommt von den Kirchen.

Das Brautpaar Bea und Tim aus Nordrhein-Westfalen in der ersten Ausgabe der Sat.1-Show "Hochzeit auf den ersten Blick"

Das Brautpaar Bea und Tim aus Nordrhein-Westfalen in der ersten Ausgabe der Sat.1-Show "Hochzeit auf den ersten Blick"

Die am Sonntagabend erstmals gezeigte Sat.1-Sendung "Hochzeit auf den ersten Blick" hat Kritik auf sich gezogen. Sat.1 zeigte, wie sich die 32-jährige Bea Bäcker und der 31-jährige Tim Kirschbaum offensichtlich schon vor Wochen in Leverkusen das Jawort gaben, ohne sich je zuvor gesehen zu haben. "Ja, ich will", sagten beide vor dem Standesbeamten - und den Fernsehkameras.

"Die Ehe ist definitiv kein Spaß für eine kurze Fernsehunterhaltung, bei der zwei Menschen sich auf Medienexperten verlassen, ohne zu wissen, ob sie sich im wahrsten Sinne des Wortes überhaupt riechen können", sagte Margot Käßmann, die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, der "Bild am Sonntag". Die Zeit des Verkuppelns sei vorbei. Das Blatt zitierte auch den Sprecher der (katholischen) Bischofskonferenz, Matthias Kopp: Die Ehe solle "nicht allein aus einer spontanen und flüchtigen Emotion heraus eingegangen werden".

Suche mit wissenschaftlichen Methoden

In der neuen Show nach einem dänischen Vorbild, die erstmals am Abend von 17.55 bis 19.55 Uhr lief, heiraten Kandidaten, ohne sich zuvor gesehen zu haben. Vor einigen Wochen noch hatte das RTL-Kuppelformat "Adam sucht Eva - Gestrandet im Paradies" für Aufsehen gesorgt. Darin lernten sich Singles nackt am Strand kennen und begegneten sich erst später auch angezogen.

In der ersten Ausgabe von "Hochzeit auf den ersten Blick" suchten Experten mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden Tim und Bea füreinander aus. Zum Team gehörten die Psychotherapeutin Sandra Köhldörfer, der Heilpraktiker Uwe Linke als Wohnungsanalyst, die Paartherapeutin Ingrid Strobel sowie ein Pastor.

"94 Prozent glauben an Liebe auf zweiten Blick"

Wenn die Ehe vor den Kameras geschlossen wird, sei sie rechtsgültig, unterstrich ein Sat.1-Sprecher vorab. Wer sich etwa gleich nach den Flitterwochen gegen die Ehe entschließe, müsse sich scheiden lassen wie andere Paare auch und ebenso die Konsequenzen tragen.

Sat.1 hatte auch das Meinungsforschungsinstitut Forsa bemüht: "94 Prozent der Befragten glauben an die Liebe auf den zweiten Blick." 1502 Frauen und Männer zwischen 18 und 69 waren befragt worden. Zwar meinten 98 Prozent, es sei für sie undenkbar, ihren Ehepartner erst auf dem Standesamt kennenzulernen, aber jeder Vierte dachte demnach, dass das Experiment gelingen könnte.

"Hoffe, dass Sendung bald wieder verschwindet"

Der familienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Marcus Weinberg, sagte der "Bild am Sonntag" zu der Sendung: "Ich halte davon nichts und hoffe, dass diese Sendung bald wieder vom Markt verschwindet." Die Ehe solle aus gegenseitiger Zuneigung entstehen, sie sei "Keimzelle der Gesellschaft".

Die Ex-EKD-Ratsvorsitzende Käßmann nannte die neue Vernunftehe-Show dennoch oberflächlich: "In einer Zeit, in der die Ehe zur TV-Show wird, möchte ich für Ernsthaftigkeit plädieren, auch wenn manche mich als Spaßverderberin hinstellen werden."

and/DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.