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"Let' s Dance": Das hat Tanz-Heide nicht verdient!

Wochenlang kämpfte sie sich durch das RTL-Tanzturnier, jetzt gibt sie auf. Vor allem die "Bild" hat eine regelrechte Hetzkampagne gegen Heide Simonis veranstaltet.

Ein Kommentar von Kathrin Buchner

Es ist unfassbar: Da schafft es eine bundesweite bestens bekannte Boulevardzeitung doch tatsächlich, eine Ex-Ministerpräsidentin, die noch vor gut einem Jahr den unrühmlichen Abgang aus der Landespolitik einigermaßen gut verkraftet hat, wegen ihrer Auftritte beim RTL-Promi-Tanztee krankenhausreif zu diffamieren. Dem "medialen Druck" hat sie nicht standgehalten, erklärte Heide Simonis auf ihrer Homepage.

Jury-Urteil genüsslich ausgeschlachtet

Mit einer regelrechten Hetzkampagne hat die "Bild"-Zeitung über Wochen Simonis verspottet. Hämisch tauchte sie ständig als "Hoppel-Heide"auf der ersten Seite auf. Ihre Auftritte wurden als peinlich deklariert und die Urteile der Jury noch einmal ausgeschlachtet: "platschfüßig", "kein Taktgefühl" und "stocksteif wie ein Brett". Bild zitiert Politiker, die sich für Simonis "fremd schämen" und legt Knebelverträge offen.

Schwarzer Peter an die Jury

Der Gipfel der Unverfrorenheit: In einem Artikel lassen die Blattmacher Simonis' Schwester über die Jury schimpfen, "die Kommentare sind eine Unverschämtheit, sie verletzen und kränken Heide nach meinem Empfinden zutiefst." Damit schieben sie den schwarzen Peter den Juroren zu, während die "Bild" selbst am meisten Häme über die arme Simonis ausgießt.

Kein Sinn für Unterhaltung

Denn mit der harten Kritik der Jury könne sie schließlich gut leben, "das war schließlich Aufgabe der Show", so Simonis. Was ihr das Rückgrat gebrochen hat, war einzig und allein die ständige Medienschelte. "Mich hat aber schon überrascht, wie wenig Verständnis manche Medien in Deutschland für Unterhaltung haben - anders als übrigens die Millionen Zuschauer".

Kompensations-Spende von Bild

Schließlich haben die Fernsehzuschauer Simonis' Mission verstanden und auch Sinn für den Spaß an der Sache gezeigt. Was bei der ganzen medialen Diskussion um die feurige Glut bei Cha-Cha-Cha, Paso doble und Samba verloren ging, bewahrte die Ex-Ministerpräsidentin eindrucksvoll: Haltung. Mit starkem Willen und Durchhaltevermögen hat die frischgebackene Präsidentin des Kinderhilfswerks Unicef ihre Mission verfolgt: Schließlich ging es ihr beim Tanz auf dem Vulkan nicht um turniertaugliche Performance, sondern um Aufmerksamkeit für ihr Hilfsprojekt und Spendengelder. Und dieses Ziel hat sie erreicht. Trotz ihres Ausfalls bekommt sie ihre Gage von RTL, und die geht ohne Umwege an Unicef. Bild würde es gut anstehen, ebenfalls einen Spende zu überweisen - das wäre eine mehr als gerechte Kompensationsmaßnahme für die Leiden der Heide S.

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