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Klimaaktivisten bei stern TV "Letzte Generation" kündigt weitere Proteste an – Flughafen-Blockaden nicht ausgeschlossen

Carla Rochel, Aktivistin der "Letzen Generation", im Studio von stern TV
Carla Rochel, Aktivistin der "Letzen Generation", im Studio von stern TV
© Screenshot stern TV
Die "Letzte Generation" ist wegen ihrer radikalen Protestaktionen heftig umstritten. Bei stern TV verteidigt sich eine Aktivistin der Klima-Gruppierung. Sie findet, ziviler Widerstand sei nötig, um die Klimakatastrophe abzuwenden.
Arian Yazdani Kohneschahry

Die Aktivisten der "Letzten Generation" wollen auf die Klimakrise aufmerksam machen – und schrecken dabei auch vor radikalen Protesten nicht zurück. Sie beschmieren Gemälde mit Kartoffelbrei und blockieren Straßen, indem sie sich auf dem Asphalt festkleben. Diese Art des Protests sorgt für scharfe Kritik aus Politik und Gesellschaft.

Carla Rochel, Aktivistin der "Letzen Generation", bleibt von dieser Kritik unbeeindruckt. Bei stern TV bringt sie ihre großen Sorgen vor den Auswirkungen des Klimawandels zum Ausdruck. "Ich habe Angst, Kinder in diese Welt zu setzen", sagt die Aktivistin. Laut Forschern sei es klar, dass wir 2050 zwei Drittel der Ernten einbüßen würden. "Ich weiß nicht, wie wir die Bevölkerung dann noch ernähren wollen." Sie fürchte, dass wir uns künftig um Essen streiten müssen.

"Das ist kein Beliebtheitswettbewerb"

"Mit Petitionen und Demonstrationen ist nichts erreicht worden", sagt Carla Rochel. Sie und weitere Aktivisten hätten sich in den vergangenen Jahren in Parteien engagiert, nahmen an "Fridays-for-Future"-Demonstrationen teil und unterzeichneten haufenweise Petitionen. Das Ergebnis sei ein "verfassungswidriges Klimapaket", für das Rochel vor allem die CDU verantwortlich macht: "Die CDU hat das Ding die letzten 16 Jahre komplett gegen die Wand gefahren." Die Klimapolitik der vergangenen Jahre sei ein Verrat an der Zukunft ihrer ganzen Generation.

"Niemand übernimmt die Verantwortung für die Klimakrise", sagt Rochel. Alle Menschen, die gerade leben, seien die letzte Generation, die es in der Hand habe, die Klimakatastrophe abzuwenden. Deshalb wollen die Aktivisten mit ihren Protesten Druck auf die Politik machen. Dafür nehmen sie auch in Kauf, den Ärger der Gesellschaft auf sich zu ziehen, denn es gehe ihnen nicht um Sympathien. "Das ist kein Beliebtheitswettbewerb", sagt die Aktivistin und gibt aber auch zu, dass die Protestaktionen ihr persönlich unangenehm seien. "Ich wünschte, dass das nicht nötig wäre", sagt Rochel.

"Letzte Generation" fordert Tempolimit und 9-Euro-Ticket

Trotz der öffentlichen Kritik wollen die Klimaaktivisten ihre radikalen Proteste nicht einfach so beenden – sie könnten sogar noch radikaler werden. Am Samstag hatten Demonstranten am Flughafen in Amsterdam für Aufsehen gesorgt, weil sie Privatjets vom Start abhalten wollten. Carla Rochel sagt bei stern TV, dass die Proteste der "Letzen Generation" friedlich und gewaltlos sein sollen. Solche Protestaktionen an Flughäfen könnten künftig aber möglich sein. "Wir werden unsere Proteste in alle Bereiche tragen, die von der Klimakatastrophe betroffen sein werden."

Ob die Proteste weitergehen werden, hänge aktuell davon ab, ob die Bundesregierung bereit sei, erste Schritte zu gehen. Die Aktivisten fordern ein Tempolimit und die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets. Dass Deutschland als einziges Land in Europa kein Tempolimit habe, findet Rochel "lächerlich". Ein Gespräch mit Regierungsvertretern sei am Donnerstag geplant.

cl

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