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US-Satireshow So veräppelt "Saturday Night Live" das Treffen von Donald Trump und Kanye West

Alec Baldwin als Donald Trump
Mimik wie beim Original: Alec Baldwin in seiner Paraderolle als Donald Trump
© NBC
Das Treffen war Realsatire pur: Kanye West stattete US-Präsident Donald Trump vergangene Woche einen denkwürdigen Besuch ab. Bei "Saturday Night Live" setzt Alec Baldwin noch eins drauf.

Alec Baldwin ist zurück als Donald Trump: In der US-Satireshow „Saturday Night Live“ schlüpfte der Schauspieler am Samstagabend erneut in seine Paraderolle als egozentrischer und narzisstischer US-Präsident. Baldwin ahmt Trump in dessen Mimik und die Sprache so gut nach, dass er vom Original kaum zu unterscheiden ist. Doch diesmal hatte Baldwins Trump einen ebenbürtigen Begleiter: Kanye West - oder zumindest Chris Redds geniale Version davon.

Dass „Saturday Night Live“ (SNL) sich dem denkwürdigen Treffen von Kanye West und Donald Trump widmen würde, lag nahe. Der Besuch des Rappers, Designers und Ehemanns von Kim Kardashian im Weißen Haus war Realsatire. Dass Kanyes Handypasswort sechs Mal Null sein würde, darauf wären wohl nicht mal die SNL-Autoren gekommen.

Kanye West ist der schwarze Trump

Baldwin und US-Comedian Redd, der zur Stammbesetzung von SNL gehört und bereits als alter Ego von Will Smith oder Lil Wayne zu sehen war, hätten das Original nur nachspielen müssen, um für Lacher zu sorgen. Doch dem Duo gelang es, ihre Protagonisten auf geniale Weise zu persiflieren.

„Ich war im gleichen Raum mit Dennis Rodman und Kim Jong Un und die beiden klangen vernünftiger als er“, lässt Baldwin seinen Trump sagen, nachdem Redd als West im ersten Redeschwall von den Superkräften seiner „Make America Great Again“-Kappe schwadroniert. „Der ist nicht zu stoppen. Er hört keinem außer sich selbst zu. An wen erinnert er mich bloß?“, fragt die innere Stimme Trumps. Und dann schwant es dem US-Präsidenten: „Oh mein Gott, er ist mein schwarzes Ich.“

Aus Satire kann bitterer Ernst werden

Trump trifft einen, der ein mindestens genauso übersteigertes Selbstwertgefühl wie er selbst hat und ankündigt, selbst Präsident werden zu wollen - natürlich erst 2024, nach einer möglichen zweiten Amtszeit Trumps. Was wie Satire klingt, ist in der vergangenen Woche wirklich passiert. Und jedem, der es vor zwei Jahren noch für undenkbar hielt, dass Trump eines Tages im Weißen Haus sitzen würde, läuft ein kalter Schauer über den Rücken. West ist ein Ebenbild Trumps - das ist die Botschaft der SNL-Autoren. 

Die Show endet mit einer Liebesbekundung der beiden. Redds West nennt Baldwins Trump „Dad“, der antwortet mit einem „Ich liebe dich, Kanye“. „Wir sind beide Genies, wir sind beide mit wunderschönen Frauen verheiratet und wir wurden beide auf jeden Fall schon dabei aufgenommen, wie wir das N-Wort sagen“, zählt Baldwin als Trump ihre Gemeinsamkeiten auf. Erschreckend, wie nahe Satire und Wahrheit beieinander liegen können.

mai

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