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TV-Tipp 29.11.: "Schade, dass du eine Kanaille bist": Du willst mein Taxi klauen? Lass uns heiraten!

Verbrechen kann so schön sein! Zumindest wenn man von Sophia Loren bestohlen wird. In "Schade, dass du eine Kanaille bist" spielt sie zum ersten Mal an der Seite von Marcello Mastroianni.

Sprichwörter live: Der Apfel (Sophia Loren) links, der Stamm (Vittorio de Sica) rechts. Wie man sieht, nicht weit gefallen.

Sprichwörter live: Der Apfel (Sophia Loren) links, der Stamm (Vittorio de Sica) rechts. Wie man sieht, nicht weit gefallen.

"Schade, dass du eine Kanaille bist" 23:55 Uhr, BR
Das Wort "Kanaille" kommt im Titel vor. Alleine dafür sollte man diesen Film aus dem Jahre 1954 schon empfehlen. Eine kleine Träne läuft meine Wange hinunter, wenn ich daran denke, dass dieses feine Schimpfwort, das viel zu putzig, viel zu sehr nach Kanarienvogel klingt, um wirklich böse gemeint zu sein, in gar nicht allzu langer Zeit auf dem Friedhof der ausgestorbenen Worte ruhen wird.

Sophia Loren gibt nämlich eine ganz wunderbare Kanaille ab. Also eine Halunkin, Gaunerin, Unholdin, wie der Duden für alle synonymisiert, die dieses Begriffes schon jetzt nicht mehr mächtig sind. Gemeinsam mit ihren Brüdern versucht sie nämlich, das Taxi von Marcello Mastroianni zu stibitzen. Normalerweise wäre die Sache zwischen den beiden jetzt klar. Aber wir befinden uns in den 1950ern und in einer italienischen Komödie. Und da verliebt sich Mastroianni mal eben so spontan in die Loren - selbst wenn die Kanaille ein zweites Mal versucht, sein Vehikel zu entwenden. Irgendwie macht dieser Kleptomanismus natürlich Sinn, wenn man weiß, dass ausgerechnet Vittorio De Sica den werten Papa der Loren gibt. Einmal ein Dieb - immer ein Dieb. Und auf geklauten Fahrrädern kommt man eben nicht sehr weit.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo