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TV-Kritik

"Sommerhaus der Stars": Perfekt gecastet, RTL! Warum am Ende trotzdem fast alle Verlierer sind

Selten hat Trash-TV so gut funktioniert wie im "Sommerhaus der Stars": Die Zoffpärchen schürten Intrigen und Hass und brachten das Schlechte im Menschen zum Vorschein – zur Freude der Zuschauer und RTL. Doch am Ende sind fast alle Verlierer.

Sommerhaus der Stars

Ein "Sommerhaus der Stars" voller Verlierer: Nico Gollnick, Patricia Blanco, Elke und Frank Fussbroich

MG RTL D

Shakespeare hätte an diesem Drama seine reine Freude gehabt: Intrigen und Hass machten aus dem " der Stars" ein bühnenwürdiges Spektakel. Die Büchners gegen den Rest der Welt, ein aus der Versenkung geholter Egomane Fussbroich als Hassfigur und jede Menge schlüpfrige Details aus fragilen Liebesbeziehungen, die an der Wahrheit zu scheitern drohen. "Ich hatte noch nie bei einem Mann einen Orgasmus", sagt Micaela Schäfer. "Bei mir auch nicht?", fragt ihr Freund Felix Steiner verwundert. Antwort: "Bei keinem Mann." Bäm. Die Realität kann grausamer als Hamlet sein.

darf sich rühmen, das beste Sommerhaus aller Zeiten gecastetet zu haben. Aus den langweiligen Stunden beim Dschungelcamp 2018 scheinen die Macher in Köln dazu gelernt zu haben. Blanco, Büchner, Schäfer, Wollersheim und Fielding - selten wurde im Fernsehen so viel taktiert und paktiert. Schamlos. Hysterisch. Gleichgültig. Eine Ansammlung von Stars, die für Geld scheinbar alles machen, sorgte für staunende Zuschauer und gute Quoten. Perfekt? Nicht ganz.

Patricia Blanco: "Auf dieses Niveau lasse ich mich nicht ein." Zu spät!

Am Ende dieses Sommerhauses sind fast alle Verlierer. Die Prominenten, die für 50.000 Euro einen Seelenstriptease hinlegen und sich vor laufender Kamera vorführen lassen. Allen voran die Ménage à trois aus , Nico Gollnick und Saskia Atzerodt. Nachdem Bilder von Gollnick und Atzerodt auf dem Badeschiff in Berlin aufgetaucht sind, behauptet der Erwischte in der Wiedersehensshow felsenfest: "Wir haben uns nur unterhalten." Eine Sendung später gesteht Atzerodt bei RTL-Extra: "Wir haben geknutscht. Und da war auch noch mehr." Und wieder einen Take später bekommt die gehörnte Blanco die gesammelten Beweisstücke als bunte Überraschung in Monaco präsentiert. Und was sagt sie dazu, will RTL wissen. "Auf dieses Niveau lasse ich mich nicht ein", sagt Blanco. Zu spät.

Dem "Sommerhaus der Stars" fehlen die Helden

Diesem Format fehlt der Held oder die Heldin. Einen oder eine, mit der die Zuschauer mitfiebern können, der oder die sie überrascht. Wo ist das Gute und Schöne, das Wahre, nach dem wir uns doch eigentlich sehnen? Stattdessen macht RTL nach dem Prinzip der verbrannten Erde. Und bekommt Zuschauer, die sich auf diesen Niveau-Limbo mit Tourette-Promis eingelassen haben. Tiefer geht's nur auf RTL2.

Dass am Ende mit den Bauern Uwe und Iris Abel zwei gewonnen haben, die sich am wenigsten verbogen haben, ist nur ein schwacher Trost.  Sie haben Glück gehabt, zwischen den Machtspielchen der anderen Promis nicht zermalmt zu werden. Helden in Strumpfhosen. Nichts für die große Abendunterhaltung.