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"störsender.tv": Dieter Hildebrandt tobt sich im Internet aus

Vor rund zehn Jahren hat sich Kabarettist Dieter Hildebrandt vom Fernsehen verabschiedet. Jetzt hat er das Internetformat "störsender.tv" ins Leben gerufen - und läuft zu alter Form auf.

Das von Kabarett-Altmeister Dieter Hildebrandt ins Leben gerufene "störsender.tv" ist im Internet gestartet. Die erste Sendung ist seit vergangenem Sonntag auf der Webseite zu sehen und befasst sich mit der Finanzoligarchie. Außer Hildebrandt waren unter anderem die Kabarett-Kollegen Konstantin Wecker, Ecco Meineke und Sigi Zimmerschied an der Pilotfolge beteiligt.

Über sein Konzept sagte der 85-Jährige: "Der Störsender will da stören, wo er glaubt, stören zu müssen, der Ungerechtigkeit ins Handwerk pfuschen, der Demokratie Nutzen zufügen und der Korruption ein Bein stellen." Es handle sich um ein 30-minütiges TV-­Magazin im Internet mit regelmäßigen Auftritten von ihm. Gesendet werde im Zweiwochenrhythmus, 20 Mal im Jahr. In der kommenden Folge gehe es um Privatisierung von Wasser und Luft. Für die Zukunft kann sich Hildebrandt aber auch Themen wie etwa die NSU und das NPD-Verbot vorstellen.

Freiheit im Internet

"Extremisten aller Couleur nimmt der Störsender aufs Korn, Politiker aller Parteien nimmt er auf den Arm, Störenfriede und Aktivisten aller Art nimmt er ins Programm", ergänzte Hildebrandt. Der Kabarettist und Autor hatte schon vor Wochen gesagt, er habe dem Fernsehen den Rücken gekehrt. Im Internet könne er freier und unabhängiger agieren.

Mit seiner ersten Sendung ist Hildebrandt allerdings noch nicht völlig zufrieden. "Man hat kein Völlegefühl, man hat ein Gefühl der Leere", sagt der Kabarettist in einem Interview auf der Webseite. Er hätte noch viel mehr zu erzählen. Doch noch bliebe ja genug Zeit, alles nachzuholen.

Die Seite ist ein Crowdfunding-Projekt. Mittlerweile wurden über 150.000 Euro an Spenden zusammengetragen.

kgi (mit DPA)
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