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"Supertalent"-Finale Talentlosigkeit als Erfolgsgeheimnis


Diesmal keine Tiere: Das "Supertalent"-Finale am kommenden Samstag tragen Menschen unter sich aus. Die Entscheidungen muss Jurypräsident Dieter Bohlen den Amateuren am Bildschirm überlassen.

Die Talente beim "Supertalent" waren natürlich immer schon super, aber so super wie diesmal waren sie noch nie. Sagt Dieter Bohlen. Dass der Laie das vielleicht nicht so sieht, will nichts heißen, dem fehlt der Kennerblick, aber eben dafür sitzt ja Dieter in der Jury. "Was der macht, ist sensationell", befand er zum Beispiel in der letzten Sendung, als der französische Gitarrist Laurent Kremer einen Modern-Talking-Song anstimmte. "Die Leute haben das zwar nicht geschnallt...", aber macht nichts, Dieter hat's rechtzeitig erkannt und korrigiert. Er kann notfalls auch eigenmächtig einen Kandidaten ins Finale befördern.

Am Samstag (20. Dezember, 20.15 Uhr) entscheiden dann allerdings allein die Zuschauer per Telefon-Voting über den diesjährigen Sieger. Dieter ist gleichsam kaltgestellt. Er kann zwar weiterhin seine Meinung sagen, es ist aber nicht garantiert, dass die Zuschauer auf ihn hören. So geschehen 2009, als er das TV-Publikum mit Nachdruck dazu anhielt, für die Sängerin Vanessa Calcagno zu votieren. Am Ende gewann aber ein Seilchen springender Hund - die Leute hatten's wieder nicht geschnallt.

Lachen und lästern

Diesmal gibt's ein Finale ganz ohne Tiere, die Menschen machen die Sache unter sich aus. Im übrigen entsprechen die zwölf Final-Kandidaten der seit Jahren üblichen Mischung aus Sängern, Tänzern und Artisten. Dem Gewinner winken 100.000 Euro und ein Auftritt in Las Vegas.

Es ist seit langem bekannt, dass das Erfolgsgeheimnis der Castingshow weniger die eigentlichen Talente als vielmehr die Talentlosen sind, die sich aber trotzdem weiterhin bewerben und sich entsprechend blamieren. Lachen und lästern heißt es dann. Dies ist allerdings auch der Grund dafür, warum die Sendung zum Ende hin meist etwas langweilig wird, denn dann sind eben nur noch "super Talente" dabei.

"Ich bin nicht zum Spaß hier"

Am vergangenen Samstag wurde noch Werner Böhm eingebaut, alias Gottlieb Wendehals. Etwas Demütigerendes als des 73-Jährigen Gang vor die "Supertalent"-Jury kann man sich schlechterdings nicht vorstellen. "Ohne Bart erkennt dich keine Sau mehr", hielt ihm Bohlen vor. Nachdem er seinen Titel "Und wenn was schief geht" zum Besten gegeben hatte, philosophierte Jurypräsident Bohlen über die Launenhaftigkeit des Erfolgs. "An der einen oder anderen Kreuzung, wenn ich da falsch abgebogen wäre, vielleicht würde ich da jetzt stehen und du würdest hier sitzen." Böhm stellte klar: "Ich bin ja nicht zum Spaß hier." Ein Satz, der für viele Kandidaten gelten dürfte.

Quotenmäßig scheint die Sendung ihren Höhepunkt überschritten zu haben. Immerhin: Der ewige ZDF-Konkurrent "Wetten dass..?" ist nunmehr Geschichte. Vielleicht bekommt das "Supertalent" dadurch künftig nicht nur Zuschauer ab, sondern auch ein paar Talente - jene Saugglocken-Werfer, Wärmflaschen-Aufblaser und Bierglas-Balancierer, die bisher zu Gottschalk und später zu Lanz gingen. Fest steht jedenfalls: Nächstes Jahr wird es die neunte Staffel von "Das Supertalent" geben. Auf der #link;www.rtl.de;der Internetseite von RTL# kann man sich bereits bewerben.

Christoph Driessen/DPA DPA

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