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TV-Tipp 29.10.: "The Guard - ein Ire sieht schwarz": Eine Komödie wie ein Guiness - schwarz und köstlich

Irischer Dorfpolizist und afroamerikanischer FBI-Agent gegen internationale Drogendealer - und fertig ist die Copkomödie? Ja, aber diese ist richtig super: "The Guard" ist unser TV-Tipp des Tages.

""The Guard - ein Ire sieht schwarz"
22.15, EinsPlus

KRIMIKOMÖDIE Er klaut toten Unfallopfern ihre Drogen, vergnügt sich mit Prostituierten in Polizeiuniformen und schert sich einen Scheiß um politische Korrektheit: "Ich bin Ire, Rassismus ist Teil meiner Kultur". Nein ein Vorzeige-Polizist ist Gerry Boyle nicht, der im Westen Irlands seinen Dienst bei der Garda versieht. Ihm wird zur Untersuchung eines internationalen Drogendeals der FBI-Agent Wendell Everett zur Seite gestellt - ein Partner, wie ihn Boyle noch nie hatte: Everett ist Afroamerikaner, intellektuell, bisweilen hochnäsig. Für den Iren und den Amerikaner ist es der Beginn einer turbulenten Beziehung - und für den Zuschauer von "The Guard" die Geburt eines Dreamteams.

Ungleiche Polizistenteams gibt es viele in der Filmgeschichte, schließlich sind "Buddy Cop"-Filme ein eigenes Genre. Brendan Gleeson ("Brügge sehen und sterben") als Boyle und Don Cheadle ("Hotel Ruanda", "House of Lies") als Everett gehören zu meinen absoluten Favoriten, weil sie der altbekannten Ausgangssituation der Geschichte viele Facetten hinzufügen, die bei amerikanischen Produktionen so nicht zu sehen sein würden. Der britisch-irische Produktion "The Guard" ist leichtfüßig erzählt, brüllend komisch, strotzt vor bissigen Dialogen - und kommt aber gleichzeitig mit einer wunderbaren irischen Melancholie daher. Alle Charaktere in diesem Film - auch die Bösewichte (spitzenmäßig: Liam Cunningham und Mark Strong) - haben Ecken, Kanten und Marotten, die sie weit aus der üblichen Klischeeparade vieler Polizeifilme herausragen lassen. Also: irisches Bier und "Salt & Vinegar"-Chips aufmachen und genießen.

Übrigens: Eine weitere Zusammenarbeit von "The Guard"-Regisseur John Michael McDonagh und Hauptdarsteller Gleeson läuft gerade in deutschen Kinos: "Am Sonntag bist du tot"

Ein TV-Tipp von Ralf Sander, Online-Redakteur beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Der Mann der Friseuse"
20.15 Uhr, Arte
ROMANZE Jede freie Minute verbringt der kleine Antoine im Salon, atmet den Duft der drallen Madame Schaeffer und gerät beim Anblick ihres Busens ins Flattern. Auf die Frage seines Vaters, was er später mal machen will, antwortet der Junge: "Ich werde eine Friseuse heiraten." Jahre später erfüllt sich dieser Traum. Doch die Liebe von Antoine (Jean Rochefort) und der wesentlich jüngeren Mathilde (Anna Galiena) ist nicht für die Ewigkeit bestimmt. Die Angst vor dem Alter und der Einsamkeit legt sich wie ein Schleier über das märchenhafte Glück. - 1990 feierte Patrice Leconte ("Die Verlobung des Monsieur Hire") mit diesem Film die Liebe. Seit 13 Jahren erstmals wieder im Fernsehen. (bis 21.35)

"Snatch - Schweine und Diamanten"
22.35 Uhr, Kabel 1

GROTESKE Kein Schöner kann’s schöner: In der Brit-Mob-Komödie von Guy Ritchie gibt Brad Pitt (Foto) alias Gipsy-Boxer Mickey "One Punch" O’Neil eine von vielen Knalltüten, die sich auf der Jagd nach einem Diamanten in die Quere kommen. Sehr lustig und dabei herrlich leicht. (bis 0.45)

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