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"You can dance": Von der Straße auf die Tanzbühne

Sat.1 laufen die Zuschauer davon. Nun soll die Casting-Show "You can dance" den Sender aus dem Quotenloch holen. Statt Promis wie bei "Let's Dance" dürfen darin Normalos ihr Tanztalent beweisen. In Amerika war das Format ein Hit.

Die RTL-Show "Let's Dance" sorgte im Frühjahr rund um die Teilnahme von Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis für reichlich Gesprächsstoff. Gut für den Sender, denn dadurch stimmten die Einschaltquoten und die Werbeeinnahmen. Aber auch das Thema Tanzen interessierte das Publikum. So darf sich jetzt auch die Show "You Can Dance" Hoffnungen machen, von der Begeisterung vieler Bundesbürger fürs Tanzen zu profitieren.

Die Show des Berliner Privatsenders soll sich aber deutlich vom RTL-Konzept unterscheiden, unterstreichen Sat.1 und auch die Schweizer Moderatorin Anna Maier (29). "Diese Show lebt nicht von Prominenten, sondern von den ganz normalen Menschen", sagt Maier, Mutter einer fünf Jahre alten Tochter. "Deswegen wurde die Sendung in den USA, wo zum Teil zehn Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen saßen, zum Erfolg." Beim US-Finale auf dem Sender Fox haben sich 16 Millionen Zuschauer bei der Final-Abstimmung beteiligt.

Marktanteile bröckeln Sat. 1 weg

Das sind Zahlen, die Sat.1 neidisch machen können. Nach einem guten Start ins Jahr 2006 bröckelten die Marktanteile des Senders im Herbst deutlich ab. Das lag an den täglichen Serien wie "Verliebt in Berlin" und "Schmetterlinge im Bauch", aber auch im Spiel- und Showbereich gab es Verluste: Das Ratespiel "Genial daneben" läuft nicht mehr wie einst, die Wissenschaftsshow "Clever" hat sich nach einem erneuten Sendeplatzwechsel nicht durchsetzen können, und auch die Improvisationscomedy "Schillerstraße" hat von ihrer Strahlkraft verloren.

Sat.1 braucht also Erfolgserlebnisse. Vielleicht klappt es mit neuen Gesichtern. Ähnlich wie sich RTL mit Miriam Weichselbraun eine Leihgabe aus Österreich für "Dancing on Ice" beschaffte, importierte Sat.1 jetzt die Schweizerin Anna Maier, eine Landsmännin des Sat.1- Geschäftsführers Roger Schawinski. "Vielleicht braucht Deutschland frische Gesichter aus dem Ausland", sagt Anna Maier zu der Entscheidung. Mit der Herkunft Schawinskis habe ihre Verpflichtung nichts zu tun, denn dafür sei Sat.1-Unterhaltungschef Matthias Alberti verantwortlich gewesen.

Castingshow nach bekanntem Strickmuster

"You Can Dance", das im amerikanischen Original "So You Think You Can Dance" heißt, ist eine Show nach bewährtem Muster: In vier Städten (Duisburg, Offenbach, Stuttgart und Berlin) wurden einige hundert Kandidaten gecastet und auf ihre Kenntnisse im Standardtanz, Hiphop, Breakdance, Bauchtanz und Rock'n'Roll getestet. Drei Sendungen befassen sich mit dem Casting. Zwei weitere Ausgaben sind dem Workshop gewidmet, in dem 50 Teilnehmer auf die Finalshows vorbereitet werden. In den letzten sechs Live-Sendungen treten sieben Paare gegeneinander an, bis im Finale die Siegerkombination feststeht.

Ermittelt wird das Gewinnerduo durch eine vierköpfige Jury und durch das Zuschauervoting: Auf die beiden Sieger wartet dann die große Belohnung: Sat.1 verspricht ihnen 50.000 Euro und die Teilnahme an einem Tanzkurs in den USA mit einem Choreografen.

Sat.1 startet "You can dance" am Freitag, den 10. November um 20.15 Uhr.

Carsten Rave/DPA / DPA