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"Bares für Rares" "Waldi" bekommt Kontra – dann dreht er auf

Walter "Waldi" Lehnertz
"Bares für Rares"-Händler Walter "Waldi" Lehnertz untersucht das Schreibset
© ZDF
Walter "Waldi" Lehnertz ist bei "Bares für Rares" für seine 80-Euro-Gebote berüchtigt. Bei einem silbernen Schreibset lässt er sich auf ein Bietergefecht ein – ein teurer Spaß.

„Wir bestücken mal wieder einen Schreibtisch“, sagt Horst Lichter, als er seine ersten Gäste begrüßt. Sabine Schön und Angelika Wilhelm aus Rheinland-Pfalz kommen mit einem silbernen Schreibset zu „Bares für Rares“. Mutter und Tochter haben das Objekt vor ein paar Jahren von einem Freund geerbt. Da sie nichts damit anfangen können, soll es jetzt in Geld umgewandelt werden. Noch ahnen sie nicht, dass es im Händlerraum zu einem denkwürdigen Bietergefecht kommen wird.

Das Set besteht aus einem Tintentopf, einem Gefäß für den Löschsand, einem Hirschkopf als Ablage, einem Untersetzer und einem Füllfederhalter. „Der ist leider nicht aus Sterlingsilber“, sagt „Bares für Rares“-Expertin Wendela Horz. Der gehöre nicht zum ursprünglichen Set, sondern sei später dazu gekauft worden. Die anderen Teile stammten vermutlich aus den USA oder aus einer englischen Kronkolonie, seien punziert und um 1900 gefertigt worden. „Die Ausführung ist nicht so fein, wie es bei uns gewesen wäre.“

"Bares für Rares"-Expertin rechnet Silberwert vor

300 Euro hätten Mutter und Tochter gerne für das Set. „150 Euro für jeden.“ Die Expertin erklärt, dass der Silberwert lediglich bei 150 Euro liege. Da es sich dank des Hirschkopfs aber um eine originelle Variante mit einem Sammlerkreis unter Jägern handeln würde, kann sie die 300 Euro mitgehen. „Das Beste wäre, wenn die Händler sich gegenseitig überbieten“, sagt die Besitzerin. Und genau das wird passieren.

Walter „Waldi“ Lehnert schaut sich das Set sehr genau an. „Hirsche gibt’s ja auch in Afrika“, sagt er, doch Fabian Kahl und Susanne Steiger widersprechen. „Das sind dann Antilopen.“ Doch Lehnertz glaubt, es besser zu wissen. „Die Männlichen heißen trotzdem Hirsche“, sagt er – und erntet erneut Widerspruch. Da ist „Waldi“ bereits in Fahrt. „Ihr Afrikaner-Fachleute“, schimpft er, um dann mit einem Gebot von 250 Euro zu starten. Doch er wird von Steiger überboten. Entschlossen setzt er dagegen. Selbst als auch Daniel Meyer mit 550 einsteigt, gibt er nicht auf. „Das letzte Gebot ist 650“, sagt Lehnertz, um dann doch noch auf 710 zu erhöhen. Doch Meyer hält entschieden dagegen. Bei einem Gebot von 750 Euro sagt „Waldi“: „Jetzt kannst es haben.“

Die Besitzerinnen dürfen sich über das 2,5-fache der Expertise freuen. „Wir sind sprachlos“, sagen die beiden Frauen.

mai

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