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"Bares für Rares" "Ich wollte nur den Rahmen" – Gemälde für drei Euro entpuppt sich als Meisterwerk

Bares für Rares
"Bares für Rares"-Expertin Friederike Werner erklärt Moderator Horst Lichter und Besitzer Hermanns das Druckverfahren der afrikanischen Grafik.
© ZDF
Ein Flohmarktfund steht bei "Bares für Rares" zum Verkauf. Die Grafik stellt sich als Kunstwerk heraus - und beschert dem Verkäufer sagenhafte 13.333 Prozent Gewinn.

"Mich interessiert das Bild nicht", sagt Rainer Hermanns aus Mönchengladbach ehrlich. Der 72-Jährige kommt mit einer Grafik zu "Bares für Rares", die er auf dem Flohmarkt erstanden hat. "Ich wollte eigentlich nur den Rahmen haben", verrät er. Doch inzwischen vermutet er, das Bild könnte wertvoller als gedacht sein. "Hab' ich ein Schnäppchen gemacht?", will er wissen.

"Es handelt sich um eine echte Druckgrafik", erklärt "Bares für Rares"-Expertin Friederike Werner. Das Blatt stamme vom afrikanischen Künstler Bruce Onobrakpeya und sei von ihm signiert. Datiert ist die Arbeit auf 1984 und es seien nur 75 Stück insgesamt entstanden. Zu sehen sei eine traditionelle Szene einer Milchverkäuferin mit Kind. "Wir befinden uns zwischen Figürlichem und Abstraktion, das gefällt mir besonders gut", sagt Werner. Die Grafik sei nicht nur im Tiefdruck, sondern auch mit Säureverfahren hergestellt. "Das gibt ein erheblich besseres Relief."

"Bares für Rares"-Expertin begeistert

Drei Euro hat Besitzer Hermanns für das Bild bezahlt. "Von fünf runtergehandelt", verrät er. Jetzt hätte er gerne 100 Euro dafür. Doch Expertin Werner schätzt die Grafik viel höher ein. Der Künstler sei bereits in der Londoner Tate Gallery ausgestellt worden. Deshalb liege ihr Schätzpreis bei 400 bis 800 Euro. "Da gehe ich jetzt mal öfters auf den Flohmarkt", freut sich Hermanns. Er sei wirklich "geflasht". Doch was sagen die Händler?

"Afrikanische Kunst sehen wir nicht alltäglich", sind sich Julian Schmitz-Avila und Elisabeth Nüdling einig. Schmitz-Avila startet mit 150 Euro, Christian Vechtel erhöht auf 180. "Speziell" findet Fabian Kahl das Kunstwerk und bietet nicht mit. Doch Schmitz-Avila und Vechtel schrauben die Gebote gegenseitig hoch. Bei 360 Euro steigt Vechtel aus. "400 Euro ist meine Schmerzgrenze", sagt Hermanns knallhart. Schmitz-Avila gibt nach: "Die gebe ich Ihnen."

Euphorisch fährt Verkäufer Hermanns nach Hause. Mit seinen drei Euro Einsatz hat er sagenhafte 13.333 Prozent Gewinn erzielt. "Mehr Glück gibt es nicht."

mai

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