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"Bares für Rares" Irrt Heide Rezepa-Zabel? Händler wirft Expertin falsche Berechnung von Goldpreis vor

Heide Rezepa-Zabel steht im Studio von Bares für Rares und schaut in die Kamera
Sie liegt fast nie daneben: Kunsthistorikerin Heide Rezepa-Zabel gilt bei "Bares für Rares" als Instanz, wenn es um Schmuck geht.
© ZDF
Streit bei "Bares für Rares": Der Goldwert eine Taschenuhr entzweit Expertin und Händler. Beide kommen auf völlig unterschiedliche Werte.

Das Stück ist seit Jahrzehnten im Familienbesitz: Thomas Reidegeld aus Dülmen kommt mit der Taschenuhr seines Vaters zu "Bares für Rares". "Die liegt seit Jahren im Safe – und da liegt sie schlecht", sagt der Lehrer in der ZDF-Trödelshow zu Moderator Horst Lichter. Da die Uhr nicht getragen werde, will er sich jetzt von dem edlen Stück trennen. Doch bei der Wertfindung herrscht keine Einigkeit.

"Wir haben hier eine kleine Savonnette – eine Sprungdeckeluhr. Ein wirklicher Handschmeichler", beginnt Heide Rezepa-Zabel ihre Expertise. Das Gehäuse sei gestempelt und aus 18-karätigem Gold, der Hersteller sei die Schweizer Uhrenfirma Longines. Bedauerlicherweise sei die Krone mit einem Weißgold dupliert worden, ansonsten sei das 1901 hergestellte Stück in einem guten Zustand. Vor allem das Werk sei tadellos.

"Bares für Rares"-Expertin berechnet Materialwert

3000 Euro wünscht sich der Vater von Thomas Reidegeld für die Uhr. Eine stolze Summe. Expertin Rezepa-Zabel rechnet nach. "Die Uhr wiegt 84 Gramm. Da würde ich 35 bis 40 Gramm für das Werk abrechnen", erklärt sie. Damit komme sie auf einen Goldanteil von 44 bis 49 Gramm. "Bei 18-karätigem Gold ergibt sich dabei ein Materialpreis von 1700 bis 1800 Euro." Da der Markt für Taschenuhren in Talfahrt sei, liege der Gesamtpreis leider nur bei 1900 bis 2000 Euro. Verkäufer Reidegeld will sein Glück im Händlerraum trotzdem probieren. Doch es gibt ein Problem.

Julian Schmitz-Avila ist mit der Berechnung des Goldpreises von Heide Rezepa-Zabel nicht einverstanden. "Das überrascht mich sehr", sagt er, als er von den 1700 bis 1800 Euro hört. Er habe die Uhr selbst auf die Waage gelegt. Er zieht allerdings wesentlich mehr für das Gewicht des Uhrwerks ab. "Ich gehe von 30 Prozent Goldanteil aus." Das mache rund 30 Gramm Gold und damit 1150 Euro. Die Expertin war hingegen von 14 Gramm mehr Gold ausgegangen. Der Goldwert einer Taschenuhr kann nur geschätzt werden, ansonsten müsste sie auseinander genommen werden.

Der Händler bietet insgesamt 1500 Euro. Doch Verkäufer Reidegeld ist damit nicht einverstanden. "Dann nehme ich die Uhr lieber wieder mit", sagt der 43-Jährige.

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Quelle: "Bares für Rares" vom 27. Oktober 2020. Neue Folgen der Trödelshow gibt es von Montag bis Freitag um 15.05 Uhr im ZDF und vorab in der Mediathek zu sehen.

mai

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