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Nach kritischer Abi-Rede Böhmermann hält Wort: Abiturient, der eigenen Rektor kritisierte, startet Praktikum beim ZDF

Jan Böhmermann Fiete Korn
Jan Böhmermann (links, Archivbild) empfängt den Abiturienten Fiete Korn nach dessen kritischer Abi-Rede zum Praktikum
© Christophe Gateau / DPA // Stefan Sauer / DPA-Zentralbild / Picture Alliance
Seine spontane Abifeier-Kritik am eigenen Schulleiter hat dem 18-jährigen Fiete Korn jede Menge Aufmerksamkeit beschert – auch bei Jan Böhmernann. Jetzt fängt Korn bei dem ZDF-Satiriker als Praktikant an.

ZDF-Satiriker Jan Böhmermann macht sein Versprechen vom Sommer wahr: Der für eine satirische Stegreif-Rede bekannt gewordene Abiturient Fiete Korn aus Prerow absolviert im Dezember ein Praktikum beim "Magazin Royale"-Moderator in Köln-Ehrenfeld. Er freue sich sehr darauf, sagte der 18-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Das zweiwöchige Redaktionspraktikum beginne am 7. Dezember. Es sei ihm schon in Aussicht gestellt worden, es möglicherweise zu verlängern.

Schulleiter zeigte Fiete Korn wegen übler Nachrede an

Was ihn genau erwarte, wisse er noch nicht, erzählte Korn. Er solle mitlaufen und die Produktion verfolgen, überall mal reinschauen. Ob das Angebot seine Berufswahl beeinflusst, ist noch offen. Derzeit arbeitet der junge Mann viel auf dem kleinen Bauernhof seiner Großeltern und besucht die Fahrschule. Nach Köln will er mit der Bahn fahren.

Korn hatte auf dem Abiball seiner Schule in Prerow auf dem Darß in einer zweiminütigen Ansprache aus dem Stegreif die Art und Weise kritisiert, wie die Schulleitung mit den Schülern umgehe. Er "bedankte" sich für Schulverweise anderer Schüler und dafür, dass Schüler motiviert worden seien, ihre Mitschüler zu überwachen. Die Rede hatte ein Mitschüler gefilmt und über die sozialen Netzwerke verbreitet. Fiete Korn erhielt nach dem Bekanntwerden des Videos ein Praktikumsangebot von ZDF-Satiriker Böhmermann.

Der Schulträger nannte die Vorwürfe des Abiturienten "unberechtigt beziehungsweise aufgebauscht". Der Direktor erstattete Anzeige wegen übler Nachrede und Beleidigung gegen den 18-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft Stralsund stellte die Ermittlungen aber später ein. Sie habe keine hinreichenden Belege gefunden, die den Tatvorwurf ausreichend bestätigen, hieß es.

mad DPA

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