VG-Wort Pixel

82 Millionen Zuschauer "Bridgerton" bricht Netflix-Rekorde: Fünf Gründe, warum die Serie extrem erfolgreich ist

Bridgerton
82 Millionen Haushalte sahen laut Netflix Daphne Bridgerton (Phoebe Dynevor) bei der Suche nach einem Ehemann zu
© ©Netflix/Courtesy Everett Collection/ / Picture Alliance
"Bridgerton" ist die erfolgreichste Netflix-Serie, die es je gab: Das Kostümfilmspektakel begeisterte weltweit über 82 Millionen Zuschauer mit Witz, Glamour und Erotik. Fünf Gründe, warum die Show so beliebt ist.

Die Zahlen sprechen für sich: Über 82 Millionen Haushalte haben laut Netflix in den ersten 28 Tagen "Bridgerton" geguckt. Damit ist die Kostümfilm-Serie die erfolgreichste Netflix-Eigenproduktion aller Zeiten. Die Show war in über 83 Länder auf Platz 1 der meistgesehensten Inhalte. Hier kommen fünf Gründe, warum "Bridgerton" weltweit so erfolgreich ist:

1. Es geht heiß her

Reden wir nicht lange drum herum: Die zahlreichen Sexszenen machen einen Großteil der Faszination aus, auch, weil sie für das Genre überraschend sind. Dass "Bridgerton" kein keuscher Jane-Austen-Film ist, wird schon in den ersten fünf Minuten klar, in denen es unerwartet viel nackten Männer-Hintern zu sehen gibt. Wer sich mit Omma und Eierlikörchen auf einen harmlosen Filmabend eingerichtet hatte, war da schon gewarnt: "Bridgerton"  ist mehr "50 Shades of Grey" als "Sissi, Teil drei". Wie die Sexszenen dann gezeigt werden, ist auch wieder eine Seltenheit: Nackig machen sich hier Frauen und Männer gleichermaßen, außerdem wird Wert darauf gelegt, dass auch die Frauen Initiative ergreifen und Spaß an Sexualität haben. Dazu noch einige homoerotische Boxkampf-Szenen - fertig ist die sexy Mischung, die der Serie Würze verleiht.

2. England wie aus einem Disney-Film

"Bridgerton" spielt in England, doch es ist eindeutig eine amerikanische Brille, durch die das London des 19. Jahrhunderts betrachtet wird, und die macht alles ein wenig unterhaltsamer: Auf dem Ball wird klassische Musik gespielt, - aber die Streicher dudeln kein Beethoven, sondern Songs von Ariana Grande und Taylor Swift. Die Kostüme halten sich an den Stil der Regency-Ära, - aber mit knalligen Farben und Accessoires so originell, wie man es zuletzt bei Sofia Coppalas "Marie Antoinette" gesehen hat. Der Blauregen blüht das ganze Jahr am Haus, jedes Festmahl ist üppiger als das zuvor, kurz: "Bridgerton" ist sehr, sehr glamourös - auch wenn sich die Hemden der männlichen Hauptdarsteller praktischerweise extrem schnell öffnen lassen.

3. Die überraschende Diversity beim Casting 

Die Queen ist schwarz, der Hauptdarsteller auch: Was im echten Adel für einen Skandal gesorgt hätte, wird hier einfach gemacht. "Bridgerton" erhebt überhaupt nicht den Anspruch, historisch korrekt zu sein und kann deshalb eine Fantasie-Welt zeigen, wie sie uns gefällt. Dass es über die bloße Darstellung von Schwarzen hinaus keine Thematisierung von Rassismus gibt, wurde der Serie häufig vorgeworfen. Bestimmt hätte "Bridgerton" noch weiter gehen können, doch auch die Repräsentation allein ist ein Tabubruch und steht in der Tradition von Netflix, die bekannt dafür sind,  sich bei den Eigenproduktionen um Diversity zu bemühen. Wer übrigens glaubt, die Zeiten von Rassismus im Adel seien vorbei, muss sich nur einmal die Schlagzeilen und Kommentare zur Hochzeit von Prinz Harry und Herzogin Meghan durchlesen. Wir könnten alle eine ordentliche Dose "Bridgerton" im echten Leben vertragen.

4. Es werden die richtigen Soap-Opera-Knöpfe gedrückt

Mit dem Geheimnis um Lady Whistledon, die in "Gossip Girl"-Manier über den britischen Adel herzieht, hat die Serie ein klassisches Soap-Opera-Element, das die Zuschauer*innen bei der Stange hält. "Bridgerton" setzt schamlos Cliffhanger an die Folgenenden, und hat eine gute Portion abstruser Handlunsgstränge, schafft es aber, das Ganze mit Leichtigkeit und Würde zu erzählen. Darum ist es auch bewegend, wenn Hauptfigur Daphne Bridgerton wütend ihre Mutter konfrontiert, weil diese sie vor der Ehe nicht aufgeklärt hat. 

5. Das Corona-Timing

In Zeiten des Lockdowns ist eine unterhaltsame, gut gemachte Serie, die für Abwechslung sorgt und nicht allzu viel Anstrengung erfordert, Balsam für viele Corona-geplagte Seelen. Außerdem erinnert die Partnersuche im 19. Jahrhundert mit ihren strengen Vorgaben auch an arme Corona-Singles, die teilweise schon ein Bußgeld riskieren, wenn sie sich mit ihrem Tinder-Match zum abendlichen Spaziergang verabreden. Wie zum Teufel soll man so seine Zukünftige oder seinen Zukünftigen finden? Als Trost bleibt da nur das Wissen: Daphne und Simon haben es auch geschafft!


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker