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ARD-Comedy: "Nur Vollidioten legen sich fest" – so nimmt Carolin Kebekus die Drosten-Diskussion auf die Schippe

In der Diskussion um die Corona-Pandemie stehen Wissenschaftler mit ihrer nüchternen Art im Mittelpunkt. Carolin Kebekus bringt in einem Beitrag die dahinter liegenden Emotionen zum Ausruck - und liefert dabei deutlich mehr als nur ein paar Lacher.

Carolin Kebekus

Carolin Kebekus und Mai Thi Nguyen-Kim 

Seit Beginn der Corona-Krise sind Wissenschaftler, insbesondere Virologen und Epidemologen, in den Medien präsent. Ihr Fachwissen ist gefragt, wenn es gilt, die Gefahren von COVID-19 zu erklären und den bestmöglichen Umgang mit der Pandemie zu erläutern. Doch mit der exponierten Stellung machen sich Wissenschaftler auch angreifbar. Das muss aktuell der Virologe Christian Drosten erfahren, der Zielscheibe einer Kampagne der "Bild"-Zeitung geworden ist. 

In der zweiten Ausgabe hat die "Carolin Kebekus Show" (Donnerstag, 23.05 Uhr im Ersten) Drostens lässige Absage an die Boulevardzeitung ("Ich habe Besseres zu tun") zum Ausgangspunkt genommen, um einmal das Prinzip des wissenschaftlichen Arbeitens zu erklären - und gleichzeitig die kühlen Auftritte der Forscher auf die Schippe zu nehmen.

Carolin Kebekus verdeutlicht die Gefühle

Dafür hat sich Kebekus die Wissenschaftlerin Mai Thi Nguyen-Kim in die Sendung geholt, die gleich vorausschickt, dass sie immer sachlich bleiben und sich an viele Regeln halten muss. Was sie wirklich denkt, das bringt die neben ihr stehende Carolin Kebekus zum Ausdruck. Denn, das ist die Prämisse des Beitrags: Wissenschaftler haben auch Gefühle - sie dürfen sie nur nicht äußern.

Das ist sehr komisch, wenn die Comedienne Nguyen-Kims einleitende Worte über das Vertrauen, das die Wissenschaft gerade genießt, übersetzt mit: "Yeah, Bitches! Früher auf dem Schulhof habt ihr uns gemobbt, aber jetzt sind wir die Masters of the Universe."

Mai Thi Nguyen-Kim stellt noch einmal einige Dinge klar, die leider nicht für jeden Bürger selbstverständlich sind. Weil die Politik viele Empfehlungen von Wissenschaftlern umsetzt, bekommen diese viel Hass ab, Christian Drosten erhielt etwa Morddrohungen.

Mai Thi Nguyen-Kim über die Grenzen der Wissenschaft

Die promovierte Chemikerin erklärt dazu: "Wir wissen sehr wohl, wo unsere Expertise liegt und wo diese aufhört." - "Ganz im Gegensatz zu euch da draußen, 80 Millionen Hobby-Virologen", brüllt Kebekus als Untermalung der Emotionen in die Kamera.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin

Auch wenn dieser Beitrag in humoristischer Absicht gedreht wurde und in einer Comedy-Sendung abgespielt wird: Der knapp sechs Minuten lange Film ist vor allem lehrreich, denn er verdeutlicht noch einmal die Rolle der Wissenschaft in einer Gesellschaft und erklärt, wie Erkenntnisse gewonnen werden. Dass die Forscher sich dabei mitunter selbst revidieren und alte Annahmen über Bord werfen müssen, ist nämlich kein Beleg für ihre Unwissenheit, sondern im Gegenteil fester Bestandteil des wissenschaftlichen Prozesses. 

Oder wie es Carolin Kebekus sagt: "Nur Vollidioten legen sich auf eine Meinung fest."

"Die Carolin Kebekus Show" läuft am Donnerstag, 28.05., um 23:05 Uhr im Ersten.

che