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Quotenerfolg HBO: Cyborg-Epos "Westworld " erfolgreicher als "Game of Thrones"

Der Freiheitskampf der Roboter in einem Wild-West-Vergnügungspark lockte mehr Zuschauer als die erste Staffel des Ritter-Epos um die Drachenkönigin. HBO landete mit "Westworld" den ersehnten Volltreffer.

Was wird geschehen, wenn die Bardamen bemerken, dass die Götter doch nur Männer sind?

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Spoilerfrei! 

Nachdem bekannt wurde, dass die Erfolgsserie Game of Thrones ausläuft, benötigte der Bezahlkanal HBO dringend einen Publikumsmagneten. Eine Serie, die beim Zuschauer ankommt und zugleich Fantasie und Gespräche des Publikums beherrscht.

Und es sieht so aus, als hätte der Sender mit "Westworld" tatsächlich einen großen Wurf gelandet. Mit durchschnittlich zwölf Millionen Zuschauern ist "Westworld" die am besten gelaufene erste Staffel einer Serie in der HBO-Geschichte.

"Westworld" führt den Zuschauer in einen gigantischen Wild-West-Park, in dem Kunstwesen – die "Hosts" – dafür geschaffen wurden, dass die zahlenden, menschlichen Besucher ihre wüstesten Fantasien ausleben. Risse bekommt das brutale Ferien-Idyll, als den Kunstwesen langsam bewusst wird, dass sie in einer Hölle von immerwährenden Morden und Vergewaltigungen gefangen sind.

Roboter schlagen Drachenkönigin

Der Zuschauererfolg von "Westworld" stellt sogar das Drachenepos "Game of Thrones" in den Schatten. Dabei besaß die Serie aus Westeros einen enormen Startvorteil. Die Romane von George R. R. Martin, die der Serie zugrunde liegen, brachten schon ein Millionenheer an Fans mit. "Westworld" startete dagegen von Null. Und obwohl es in "Westworld" weder keusch noch friedlich zugeht, versuchen die Roboter erst gar nicht die Geschichte von der blonden Drachenkönigin in den Kerndisziplinen Gore und Porn zu schlagen.

Dass "Westworld" durch Substanz überzeugt und nicht durch einen Werbehype beflügelt wurde, beweist die Entwicklung der Quoten. Im Vergleich zum Start im Oktober konnte sich die Serie von Folge zu Folge steigern, das 90-minütige Finale lockte doppelt so viele Zuschauer vor den Bildschirm wie die erste Folge.

In Deutschland lief die Serie parallel zur Ausstrahlung von HBO auf Sky – allerdings in englischer Sprache. Eine deutsche Synchronisation wird dort im Frühjahr 2017 folgen. Ein Termin für die Verwertung im deutschen Free-TV ist noch nicht bekannt. Erfahrungsgemäß sollte man darauf aber nicht warten. Bis zur Ausstrahlung im Free-TV ist die Serienspannung meist verflogen. Eine zweite Staffel wurde von HBO bereits bestellt. Mit ihr kann man aber erst 2018 rechnen.

Verdienter Erfolg

Wer die Serie gesehen hat, kann nur bestätigen, dass der Erfolg verdient ist. Ob Story, Ausstattung oder Besetzung – überall verdient Westworld nur Bestnoten. Vor allem gelang es, der Grundstory vom Aufstand der Roboter in einem Vergnügungspark, eine ungeahnte psychologische Tiefe zu geben. Von Folge zu Folge rücken die Figuren näher an den Zuschauer heran. In Sachen Handlungsführung verblüfft "Westworld" auch den erfahrenen Seriengucker mit Wendungen, die vollkommen überraschend kommen, im Nachhinein aber als geradezu zwangsläufig erscheinen.

Eine so intelligente Auflösung der Handlungsstränge wie zum Finale der ersten Staffel "Westworld" hat man selten gesehen.