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Daniel Aminati mit Aleppo-Aufruf "Ich weigere mich so zu tun, als wäre alles in bester Ordnung"

Daniel Aminati
"Wir haben das ganz große Glück, dass bei uns keine Bomben fliegen und unzählige Menschen auf grausame Art und Weise sterben, ganze Familien auseinander gerissen werden", sagt Moderator Daniel Aminati in seiner Abmoderation bei "taff".
© Screenshot Facebook/Daniel Aminati
In der letzten Abmoderation vor den Feiertagen beim Boulevardmagazin "taff" sorgte Moderator Daniel Aminati für einen Gänsehaut-Moment: Er machte mit starken Worten auf die prekäre Situation in Syrien aufmerksam - und begeistert damit die sozialen Netzwerke.

Mit einem "Je suis Aleppo"-T-shirt, das so viel heißt wie "Ich bin Aleppo", moderierte Daniel Aminati die letzte Sendung des Boulevard-Magazins "taff" vor den Weihnachtstagen ab. Ausdrucksstark machte Aminati dabei auf die prekären Umstände in Syrien aufmerksam. Ihm sei es nicht egal, was in der Welt draußen passiere – auch wenn er ein oft heiteres Boulevard-Magazin moderiere. Seine starken Worte wählte Aminati mit Bedacht:

"Ich bin nur ein kleiner Moderator einer bunten und oft heiteren Boulevard-Sendung. Aber ich weigere mich so zu tun, als wäre alles in bester Ordnung. Nichts ist in Ordnung, wenn wir nicht begreifen, dass uns alle mehr vereint, als uns trennt. Wir haben das ganz große Glück, dass bei uns keine Bomben fliegen und unzählige Menschen auf grausame Art und Weise sterben, ganze Familien auseinander gerissen werden."

Knapp 40 Sekunden reichen, um jene wichtigen Worte auszusprechen. Den Ausschnitt der Abmoderation postet Daniel Aminati später bei Facebook und bedankt sich bei den Zuschauern für deren positiven Zuspruch. Den Clip haben bereits über 900.000 Menschen gesehen, 36.000 Menschen gefällt die Abmoderation, über 2.500 Mal wurde sie geteilt und über 1000 Mal kommentiert.

Aminatis Worte kommen an. Die User bedanken sich bei dem "taff"-Moderator: "Für viele bist du im deutschen Fernsehen einfach nur der gute Unterhalter, ein guter Entertainer, ein guter Moderator. Doch was du abseits deines eigentlichen Jobs machst, ist für mich einfach nur bewundernswert", schreibt ein User auf Facebook. "(...) du schweigst nicht zu den Themen, sondern stehst deinen Mann für deine Meinung. (...) Danke Daniel!"

Empathie, Aufmerksamkeit und Nächstenliebe 

Auch auf die Nachfrage hin, warum Aminati nicht schon früher so viel Solidarität gezeigt hätte, dass die Abmoderation reine PR sei, hat der Moderator eine klare Antwort:

"Vor 2 Jahren, als die Bomben auf den Gazastreifen fielen und der Bürgerkrieg in Syrien tobte, die ISIS Kämpfer ohne jegliche Skrupel blutrünstig mordeten, habe ich schon mal einen Aufruf (Benefizsong) veröffentlicht. Ich konnte ca. 50.000 Euro spenden (u.a. an Ärzte ohne Grenzen)."

Und er schreibt weiter: "Es ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das ganze Leid kann man sowieso nicht mit materiellem lindern, selbst wenn unzählige Milliarden in den Wiederaufbau fließen. Aber wenn nicht jeder von uns versucht, gegen diesen immer größer werdendem Hass auf dieser schönen Erde entgegenzusteuern, und zwar mit Empathie, Aufmerksamkeit und (Nächsten-)Liebe... dann, liebe Freunde, sind wir bald alle im Arsch (verzeiht die Subtilität;)"

Die "taff"-Sendung schließt Daniel Aminati mit folgenden Worten und dem international bekannten Friedenszeichen ab, das den Wunsch nach Frieden und Völkerverständigung ausdrückt: "In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen – von ganzem Herzen – ein friedliches Weihnachtsfest und ein harmonisches Miteinander."

Daniel Aminati mit Aleppo-Aufruf: "Ich weigere mich so zu tun, als wäre alles in bester Ordnung"
dsw

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