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Desirée Nick im Interview "Ich schaffe ran für Deutschland"


ProSieben sucht im Sommer für Giulia Siegel einen Mann. Sat1 wird zum persönlichen Kuppelsender von Desirée Nick. Warum die TV-Kuppelei die einzige Chance für Promi-Frauen ist, und warum ein Boris Becker sich gar nicht erst bei ihr zu bewerben braucht, erzählt Desirée Nick stern.de.

Frau Nick, Sie haben keinen Mann - aber warum müssen Sie ihn ausgerechnet im Fernsehen suchen?

Weil Sat1 mir das angeboten hat. Und weil es doch der größte Luxus ist, den man als Frau haben kann: Im Fernsehen nach einem Mann zu suchen ist doch viel besser als im Internet über Partnerschaftsagenturen oder Zeitungsannoncen.

Sie haben also schon anderweitig alles versucht?

Ich habe anonym bei einer der größten und renommiertesten Partnerschaftsagenturen mitgemacht. Als ich den Männern, die ich treffen wollte sagte, ich sei Desirée Nick, kam zurück: Und ich bin der Kaiser von China. Ein anderer hat gesagt: Das ist diese verdammte Scheiße bei Online-Agenturen, dass nur Bluffer unterwegs sind. Man hat mir nicht geglaubt. Als Prominente hat man es ja 1000 Mal schwerer, einen Partner zu finden. Die Männer meinen, mich schon zu kennen. Die müssen nur den Fernseher anmachen oder mich googeln, schon denken sie, alles über mich zu wissen. Für mich hingegen sind die Partner ein unbeschriebenes Blatt, so fängt jede Bekanntschaft schon mal asymmetrisch an.

Das Schicksal der Promi-Frauen. Auch Giulia Siegel wird im Sommer im Fernsehen auf Männersuche gehen. Bei ProSieben. Eine Konkurrentin auf dem hart umkämpften TV-Männermarkt?

Eine Giulia Siegel ist keine Konkurrenz für mich. Ich habe das, was Giulia Siegel gerne hätte - den Titel der Dschungelqueen. Sie hat sich ja verbittert vom Acker gemacht, als sie erkannt hat, dass das bei ihr nicht klappt. Nicht nur sie, die ganze Medienbande reißt sich doch darum, nur einen Bruchteil von dem zu haben, was Frau Nick sich erarbeitet hat.

Das klingt aber ganz schön verbittert...

Im Gegenteil! Ich bin im Jahr meines silbernen Bühnenjubiläums, für die Karriere habe ich gerne viele Opfer gebracht. Aber nun hoffe ich, in der zweiten Lebenshälfte mein Privatleben zum Mittelpunkt zu machen. Ich bin jetzt bereit, meine Karriere an den Nagel zu hängen und aufzugeben, wenn mir eine Partnerschaft eine adäquate Perspektive bieten würde. Ich würde dann noch eine Abschiedstournee machen und mich in mein Privatleben zurückziehen. Endlich alle Dinge tun, nach denen ich mich so sehr sehne. Pferde und Rosen züchten, Sprachen lernen, reisen, malen, Kochkurse machen und Freunde bewirten, Partys geben, Häuser einrichten, Ausstellungen organisieren, Künstler fördern... Ich kann mir zeitlich ja nicht mal einen Hund leisten!

Aber dafür brauchen Sie doch keinen Mann!

Aber ich habe doch gar nicht das nötige Auskommen, um meinen Lebensstandard ohne Erwerbstätigkeit zu halten. Ich bin genau das Modell Besserverdienende, Alleinerziehende, der der Staat das letzte Hemd nimmt! Ich schaffe ran für Deutschland, aber nicht für mich. In mich hat das deutsche Fernsehen nie das Vertrauen gesetzt, dass ich eine eigene Sendung moderieren kann oder gar eine Comedyshow bekomme, also konnte ich mich nicht gesundstoßen! Und Theaterspielen ist der größte finanzielle Luxus, den man sich heutzutage leisten kann.

Also muss der Mann, den Sie suchen, Geld haben.

Also zumindest will ich meinen Lebensstandard nicht ändern, auch wenn ich aufhöre zu arbeiten. Das soll schon alles so bleiben wie es ist. Oder besser werden. Aber hier und da mal ein Buch schreiben oder ein Ehrenamt übernehmen werde ich natürlich immer.

Und das ist Ihnen der Schritt vor die Kameras wert? Kakerlaken im Fernsehen zu essen ist das eine, aber sich verlieben...

Es ist doch längst eine neue Generation der Fernsehunterhaltung angebrochen. Gerade im emotionalen Bereich steckt in mir sehr viel unausgeschöpftes Potenzial. Die Partnersuche im Fernsehen ist für mich längst nicht so anstrengend wie das, was die deutsche Medienlandschaft mir in den letzten Jahren zugemutet hat. Ich wurde als Dschungel-Zicke und Promi-Schandmaul dargestellt. Aber das sind doch höchstens fünf Prozent meiner Persönlichkeit. Brachial-Unterhaltung ist die eine Seite, ich kann aber auch anders. Ich bin eine Frau, die man an jeden Tisch setzen kann. Ich sehe diese Show als Chance, Seiten von mir zu zeigen, von denen Deutschland noch nicht einmal etwas zu ahnen wagte.

Nämlich?

Meine romantische Seite. Diese Zicke ist reine Darstellungskunst bei mir. Da könnte ich genausogut eine Kommissarin gespielt haben. Ich werde die Leute ganz bestimmt damit überraschen, was für ein romantisches Seelchen unter meiner Brust schlummert. Ich bin eine sehr konservative, auf traditionelle Werte und Familie bedachte Frau.

Welche Männer sollen sich bei Sat1 für Sie bewerben?

Ich werde mich hüten, nach den Äußerlichkeiten zu gehen. Der schönste Mann kann ein Kotzbrocken sein. Er muss das Herz am rechten Fleck haben, bodenständig sein und naturverbunden. Und die Chemie muss natürlich stimmen.

Gibt es noch etwas, was Sie nie vor einer Kamera machen würden?

Meinen Sohn vorführen (Anm. d. Red.: Nick hat einen 13-jährigen Sohn). Der hat da nichts zu suchen. Ihre Kinder durch die Medien zu zerren und vorzuführen, das überlasse ich anderen Leuten. Das ist ja heutzutage sehr beliebt geworden, gleich die Kinder mit zu verkaufen und zu verheizen. Mein Sohn wird nicht auftreten.

Glauben Sie wirklich in der Sendung den Mann fürs Leben zu finden oder ist das nicht alles nur Show?

Der Mann des Lebens ist immer ein Glücksfall. Ohne TV-Kameras in meiner geschützten Intimität hat es nicht geklappt, ihn zu finden. Es ist ja nicht so, dass ich nicht meinen Traummann kennengelernt hätte. Aber die Traummänner müssen ja auch frei sein. Und nicht das Prinzip vertreten: Unsere Liebe braucht doch gar keinen Trauschein. Jetzt versuche ich halt den anderen Weg und fische mal in neuen Gewässern. Ich bin überzeugt, dass es klappen wird, da hab ich gar keine Zweifel.

Und dann? Wird man dann auch Ihre Hochzeit im Fernsehen beobachten können?

Da müsste ich natürlich den Mann fragen. Für mich wäre das allerdings kein Problem. Nur leider stehe ich auf Männer, die die Öffentlichkeit eher meiden und ihr Privatleben aus den Medien raushalten. Also einen Franjo Pooth oder Boris Becker suche ich nicht!

Interview: Katharina Miklis


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