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"Deutschland sucht den Superstar": Große Eventshow wird zur Riesenenttäuschung

Die Suche nach einem Superstar bei RTL scheint Jahr für Jahr weniger Zuschauer zu interessieren. In der zwölften Staffel probiert der Sender darum ein paar Neuerungen aus - doch die überzeugen nicht.

Die Entscheidung, welcher Kandidat bei "Deutschland sucht den Superstar" ausscheidet, wurde am Samstag ganz unglamourös vor dem blauen Tourbus verkündet

Die Entscheidung, welcher Kandidat bei "Deutschland sucht den Superstar" ausscheidet, wurde am Samstag ganz unglamourös vor dem blauen Tourbus verkündet

Es sollte eine riesige Eventshow werden. Zumindest kündigte ein Sprecher aus dem Off die vergangene Ausgabe von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) zum Anfang der Sendung als solche an. Doch tatsächlich schien es eher ein letztes Aufbäumen zu sein. Denn auch die zwölfte Staffel von DSDS kämpft gegen den Zuschauerschwund. Weniger als vier Millionen Menschen schalteten die Castingshow in den vergangenen Wochen ein.

Darum sollte dieses Jahr vieles ein bisschen anders werden. Oliver Geissen, einst der junge Wilde unter den RTL-Moderatoren, der in seiner eigenen Talkshow auch vor frechen Fragen nicht zurückschreckte, wurde als Moderator der Finalshows engagiert. Die werden, um Kosten zu sparen, nicht mehr live übertragen, sondern vorher aufgezeichnet. Lediglich die Publikumsentscheidung am Ende der Sendung wird live gesendet.

Tourbus als Showkulisse

Doch bei den Zuschauern kam dieses Konzept gar nicht gut an. Dass die schneeweiße Alpenkulisse Österreichs hinter der Bühne in Ischgl im Tageslicht gut sichtbar war, machte auch dem Letzten, der sich der Illusion einer Liveshow-Unterhaltung hingeben wollte, klar: Diese Sendung kommt aus der Konserve. Unterbrochen von den obligatorischen Einspielfilmchen und Jury-Beurteilungen durften die Kandidaten nacheinander ihre Lieder zum Besten geben, die die Zuschauer per Telefonabstimmung bewerten konnten.

Die Schlusssequenz zur Verkündung des Publikumsurteils war dann wie schon in den vergangenen Staffeln tatsächlich live. Es fand allerdings nicht mehr vor den Bergen Ischgls statt, sondern auf einem Parkplatz in Köln - mit dem blauen DSDS-Tourbus im Rücken. Dass darauf in großen Buchstaben für "Die größte Show ever!" geworben wird, kann in dieser doch eher spartanischen Kulisse fast schon ironisch aufgefasst werden.

Hohn und Spott auf Twitter

Doch nicht nur die österreichische Bergkulisse fehlte zum Finale der Sendung. Auch von der Jury war nichts mehr zu sehen. Während die Kandidaten auf Klappstühlen auf das Abstimmungsergebnis warteten, zitierte Oliver Geissen zwar immer wieder die Beurteilungen von Dieter Bohlen, Mandy Capristo, Heino und DJ Antoine, bei der Entscheidung anwesend war aber offenbar keiner von ihnen.

Ob das dem Anspruch, "die größte Musiksendung im deutschen Fernsehen" zu sein - wie Oliver Geissen die Show eingangs anmoderierte, gerecht wurde? Wohl eher nicht. Dementsprechend niederschmetternd ist darum auch der Tenor der – zugegeben traditionell eher kritischen – Kommentare auf Twitter.

Und auch der Konkurrenzsender ProSieben konnte sich am Sonntag nach der Show eine Spitze nicht verkneifen:

kup mit DPA
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