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Kritik an SR: Fall Wedel - "Tagesthemen"-Kommentar erhebt schwere Vorwürfe gegen ARD-Sender

"Die Produktion lief einfach weiter." In einem "Tagesthemen"-Kommentar stellt Britta von der Heide das Verhalten des Saarländischen Rundfunks infrage. Der wusste schon in den 80er Jahren von den Vorwürfen gegen Dieter Wedel.

Dieter Wedel

Dieter Wedel bei einer Probe der Festspiele Bad Hersfeld. Dort ist er als Intendant zurückgetreten.

Dokumente belegen es: Der Saarländische Rundfunk (SR) wusste bereits Anfang der 80er Jahre von Vorwürfen gegen Dieter Wedel. Passiert ist nichts. Der Revisionsbericht des SR schlummert seit 1981 in den Archiven. "Nach Auskunft von Frau Christinat (bzw. ihres Anwaltes), handelt es sich bei ihrer Verletzung um die Folge einer gewaltsamen sexuellen Annäherung durch Herrn Dr. Wedel", heißt es dort in einer Untersuchung zu Dreharbeiten für die Serie "Bretter, die die Welt bedeuten". Erst jetzt, 37 Jahre später, will der SR die Vorfälle untersuchen.

In einem Kommentar der ARD-"Tagesthemen" stellt die NDR-Journalistin Britta von der Heide das Verhalten der eigenen Sendeanstalt infrage. Am Mittwochabend kommentierte sie die neuen Vorwürfe gegen den Regisseur Dieter Wedel live in der Nachrichtensendung. Die Vorkommnisse beim Saarländischen Rundfunk seien "nicht mit aller Härte aufgeklärt" worden.

Der Saarländische Rundfunk wusste Bescheid

"Haben die damals Verantwortlichen Dieter Wedel konfrontiert? Haben sie ihn gefragt: Ist da was dran? Oder vielleicht die Staatsanwaltschaft eingeschaltet? Nichts davon findet sich in den Unterlagen. Bislang", sagte von der Heide in Bezug auf den internen Revisionsbericht. "Die Produktion lief einfach weiter", wirft sie den damals Verantwortlichen vor. "Die Hauptrolle wurde umbesetzt. Warum nicht einfach auch der Regisseur? Auch die nächste Schauspielerin fühlt sich belästigt. Und auch davon wusste der SR."

TV-Regisseur, Doktor, Intendant: Wer ist eigentlich Dieter Wedel?

Von der Heide wirft der eigenen ARD-Anstalt im Fall Dieter Wedel schwerwiegendes Versagen vor. Das Verhalten zeige "die Ignoranz männlicher Hierarchien".  "So etwas gibt es auch in der ARD",  konstatierte die Journalistin ihrem Arbeitgeber. Dass der SR jetzt bereit sei, die Geschichte von damals neu zu untersuchen kommentierte sie mit dem Satz: "Das zumindest ist gut."

Sehen Sie hier den Kommentar ab Minute 8:01:

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