HOME

Erfinder des "Ekel Alfred": TV-Legende Wolfgang Menge ist tot

Mit dem "Millionenspiel" ahnte er die Entwicklung des Reality-TV voraus. Sein "Ekel Alfred" ist unvergessen. Wolfgang Menge hat TV-Geschichte geschrieben. Nun ist er im Alter von 88 Jahren gestorben.

Der Film- und Fernsehautor Wolfgang Menge ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 88 Jahren friedlich im Kreis seiner Familie in einem Berliner Krankenhaus. Dies hat ein Sprecher der Familie am Donnerstag bestätigt.

Der legendäre Autor begeisterte das Fernsehpublikum mit TV-Serien wie "Ein Herz und eine Seele" (25 Folgen zwischen 1973 und 1976) mit der von ihm erfundenen Figur "Ekel Alfred" - gespielt von Heinz Schubert. An der Seite des reaktionären Familienoberhaupts trat als Ehefrau Elisabeth Wiedemann auf, die Tochter spielte Hildegard Krekel und den Schwiegersohn Diether Krebs.

Mitbegründer der Talkshow "III nach Neun"

Der 1924 in Berlin geborene Menge wuchs in Hamburg auf und arbeitete zunächst als Journalist im In- und Ausland. Ab den 60er-Jahren fing er an, Drehbücher zu schreiben. Unter anderem schrieb er für die Krimireihen "Stahlnetz" und "Tatort". Als visionär gilt sein Fernsehspiel "Das Millionenspiel", in dem er eine nach Sensationen gierige Quotenjagd beschrieb und weit vor dessen eigentlicher Erfindung das Reality TV vorweg nahm. Die Show erregte großes Aufsehen, Menge schrieb damit Fernsehgeschichte.

Menge war 1974 Mitbegründer der Radio-Bremen-Talkshow "III nach Neun", heute "3nach9", die er lange Zeit auch moderierte. Der gebürtige Berliner hinterlässt eine Frau und drei Söhne. Er lebte bis zuletzt in seinem Haus in Berlin. Erst kurz vor seinem Tod habe sich sein körperlicher Zustand so verschlechtert, dass er ins Krankenhaus musste.

dho/DPA/AFP / DPA
Themen in diesem Artikel