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Germany's next Topmodel: Heidi lässt beim Finale vier Puppen tanzen

Zum ersten Mal in der Geschichte von "Germany's next Topmodel" stehen am Donnerstag vier Laufsteg-Aspirantinnen im Finale. Die größte Chance kann sich eine 18-jährige Schülerin ausrechnen.

Heidi Klum betont es gern und oft: "Nur eine kann Germany's next Topmodel werden." Da läge es eine Woche vor dem Finale doch nahe, sich noch einmal von ein paar Mädels zu trennen. Doch der Model-Mama fällt wohl der Abschied schwer, denn statt wie bisher drei lässt sie diesmal gleich vier Kandidatinnen am Donnerstag, 7. Juni, zum Finale in der Kölner Lanxess Arena antreten: Favoritin Luisa, Sarah-Anessa, die sympathische Dominique und Küken Kasia. Das war aber auch die einzige Überraschung, die Heidi Klum im Halbfinale aus dem Hut zauberte. Ansonsten hatte die Sendung in Sachen Spannung nicht viel zu bieten - wie eigentlich die ganze siebte Staffel.

Dumm gelaufen für Sarah-Anessa, die von der Jury vorzeitig ins Finale gewählt wurde und sich schon unter den Top Drei wähnte: Diesmal blieben vier Mädels im Rennen. Trotzdem stehen die Chancen für die 18-jährige Schülerin aus Niedersachsen gar nicht so schlecht, zeigte sie doch im Lauf der Staffel vor allem eines: ihre Bereitschaft, alles mitzumachen. Sie ließ sich von Barbie zur Pseudo-Rockerbraut umstylen, überwand bei Shootings unter fernsehwirksamen Tränen ihre Ängste und zeigte beim obligatorischen "Cosmopolitan"-Cover-Shooting mit falscher Haarmähne, wie sexy sie sich verbiegen kann. Obwohl Profi-Model Miranda Kerr im Halbfinale ihren Walk lobte, durfte Sarah-Anessa in Paris und New York nicht auf den Laufsteg - im Unterschied zu ihrer Konkurrentin Luisa, die schon lange als Favoritin gilt.

Luisa - zu gut für Heidi?

Die 17-Jährige aus Ostfriesland überzeugte reihenweise die Kunden und angelte sich auch die Kampagne für "Gilette Venus", genau wie die Siegerinnen der letzten Jahre. Im Internet wird deshalb bereits spekuliert, ob Luisa nicht zu gut ist für Klums Castingshow. Der Siegerin winken nicht nur Preise und Ehre, sondern auch ein Vertrag mit "one eins", der Agentur von Klums Vater Günther. Vorjahressiegerin Jana Beller hielt es damit nur zwei Monate aus, dann klagte sie sich aus dem Vertrag. Auch die Zusammenarbeit mit Alisar Ailabouni, der Gewinnerin 2010, soll per Anwalt beendet worden sein.

Das darf nicht wieder passieren, denn schlechte Publicity ist das Letzte, was Heidi Klum im Moment gebrauchen kann. Ohnehin sinkt das Interesse an ihrer Show. Die Einschaltquoten blieben deutlich hinter denen der Vorjahre zurück, auch wenn das Halbfinale mit 15,4 Prozent Marktanteil beim jungen Publikum und 2,68 Millionen Zuschauern insgesamt gut abschnitt. Im Jahr zuvor schalteten jedoch noch 3,23 Millionen ein, 2009 lag der Marktanteil bei jeder Folge über der 20-Prozent-Marke. Ekel-Shootings, Mutproben, Zickenkrieg - nach sieben Staffeln ist eben alles schon dagewesen, nichts ist mehr neu. Selbst die Kandidatinnen gingen diesmal teilweise schon freiwillig, statt wie es sich gehört zitternd dem Jury-Urteil entgegenzufierbern. Man muss sich also etwas einfallen lassen bei ProSieben. Da reicht es nicht, die Zahl der Finalistinnen zu erhöhen. Denn egal, ob drei, vier oder fünf Mädchen zur Show in der Lanxess Arena einmarschieren, am Ende heißt es doch wieder: "Nur eine ..."

Barbara Keil, Teleschau / TELESCHAU