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TV-Kritik

"Germany's Next Topmodel": Motto: Diversity? Schon klar. Wirklich divers ist hier höchstens die "Meeedchen"-Verachtung

Heidi Klum wagt Neues bei "Germany's Next Topmodel" - angeblich. Letztlich ist alles wie immer, nur mit vorgeblich mehr Vielfalt. Es gilt weiter: keine ist gut genug. Außer Heidi, die das nächstbeste Topmodel sucht.

Von Andrea Zschocher

GNTM 2019: Noch mehr Heidi Klum

"Germany's Next Topmodel", oder kurz "GNTM" (sprich: Dschi Än Tie Äm, so wie all die Menschen in der Show) geht wieder los. Und ohohoho, dieses Jahr, in der 14. Staffel, wird alles, alles anders. Denn Heidi Klum duldet keine Götter und Göttinnen mehr neben sich. Also dauerhaft. Waren in den letzten Jahren Thomas Hayo, Michael Michalsky oder Wolfgang Joop noch in der Jury, gibt es nun nur noch GastjurorInnen, die in einzelnen Folgen die Modelaspirantinnen bewerten und rauswählen dürfen. Jetzt gibt es also nur noch Heidi und ihre "Meedchen"- Verachtung. Niemand mehr da, der ihr mal die Hand auflegt und einwirft, dass es vielleicht auch ganz schön sein kann, einfach nett zu jungen Frauen zu sein. Nein, stattdessen wird rumkritisiert, was die Sendeminuten hergeben. Die eine ist, laut Klum, nicht in der Lage zu laufen, die andere ist zwar "super süß, aber fürs Modelbusiness reicht es nicht". Einer Dritten erklärte sie: "Ein Mädchen, das an sich selbst glaubt, das guckt nicht auf den Boden. Das zeigt allen wie hübsch sie ist." Das unsichere Mädchen, das vielleicht doch nicht hübsch genug ist, darf trotzdem eine Runde weiter.

Heidi Klum und Gastjurorin Lena Gercke beim Auftakt der neuen GNTM-Staffel

Heidi Klum und Gastjurorin Lena Gercke beim Auftakt der neuen GNTM-Staffel

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"Germany's Next Topmodel": Vielfalt mit Engstirnigkeit

In diesem Jahr soll die Suche nach dem Model der Minute "größer, spannender, emotionaler als je zuvor sein". Und klar, diverser. DAS Schlagwort der Stunde hat natürlich auch Heidi parat. Diversity ist das next big thing. Was für die Gesellschaft durchaus zu begrüßen ist, wird im Modebusiness aber etwas überstrapaziert. Ob Heidi, Gastjurorin Lena Gercke oder Designer Michael Michalsky: Alle rühmen sich damit, sich für Vielfalt stark zu machen. Deswegen gibt es dieses Jahr auch mehrere people of colour und ein Transgender. Aber wie viel offener, aufgeschlossener und ehrlicher würde der Versuch, Diversity in die Show zu etablieren, sein, würde nicht die Leidensgeschichte von Tatjana im Vordergrund stehen. Würde nicht betont werden, dass sie anders ist, als die anderen.

Es fällt natürlich auf, dass in diesem Jahr auch viele junge Frauen dabei sind, die auf den ersten Blick nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen. Das ist vielleicht das, was Klum und Co. unter Diversity verstehen. Da ist Melissa, die ihre Augenbrauen und Haare so blond gefärbt hat, dass sie wirkt wie nicht von dieser Welt. Die sich, angeblich, "Precious" auf den Bauch tätowieren ließ, und bei der ich dennoch erwarte, dass in irgendeiner Folge gezeigt wird: Tada, das war nur Wasserfarbe. Es wirkt unecht, genauso wie die Fassade, die die 22-Jährige da versucht aufrechtzuerhalten. Außen hart und stark, wie ihr Vorbild Lady Gaga, innerlich vielleicht zu sehr "Baby Gaga", wie sie sich selbst nennt. Mit der Betonung auf Baby. Und doch, sie ist interessant und bleibt im Kopf. Das wollen die MacherInnen von "GNTM" ja auch. Viele andere der 30 Teilnehmerinnen bleiben nicht im Gedächtnis. Im Gedächtnis bleibt definitiv auch der Vater von Kandidatin Sayana. In der Videovorstellung ist alles sehr hinduistisch, Mutter und Tochter saßen im Sari auf der Couch, Modelanwärterin Sayana erklärt ihren tiefen Glauben. Und dann wurde auf den Vater geschwenkt, der im Deutschlandtrikot im Wohnzimmer saß und erklärte, dass man sich in der neuen Heimat eben anpassen muss.

Heidi Klum räkelt sich mit Schlangen

Follower – der neue Fame

Wenig divers sind die meisten Instagram-Accounts der Models in spe. Eine der jungen Frauen überstand die erste Runde nicht, erklärte daraufhin aber, dass sie nun ja all die Jobs "in London" machen könne, die sie sonst für die Show hätte absagen müssen. Wenige Sekunden später sah man sie weinen. Und ihren Instagramnamen hatten die MacherInnen der Show auch noch verpixelt, so dass der Plan wenigstens mehr Follower zu generieren auch nicht richtig aufging. Für Simon Desues Freundin Enisa aber könnte das klappen. Der Youtuber mit über zwei Millionen Followern bindet seine Freundin öfter in seine Videos ein, das scheint auch Klum nicht entgangen zu sein. Ein Schelm, wer denkt, dass die beiden sich crosspromoten könnten. So ganz schlau scheint Enisa aber nicht zu sein, denn als Heidi ihr erklärte, dass sie eine Runde weiter sei, fragte Enisa nach ihrem Foto. Obwohl in der ersten Folge keines geschossen wurde.

Innerhalb von zwei Tagen wurden aus 50 Kandidatinnen 30 potenzielle Topmodels. Für Klum genug Zeit, um darüber zu referieren, was die jungen Frauen nicht schon für Erfahrungen sammeln konnten. "Zwei Tage seid ihr jetzt schon mit mir unterwegs und habt einiges erlebt", sinniert sie.

In den zwei Tagen haben die Modelanwärterinnen Heidi Klum in einem Bademantelkleid gesehen, mussten an einer langen gedeckten Tafel jede Menge Essen anschmachten (beim Essen wurde nur eine Frau gefilmt), sie mussten ein paar Mal auf und ab laufen und sich sonst anhören, dass sie irgendwie nicht so richtig das Zeug dazu haben. Oder aber die "diversity" mitbringen, es aber noch besser machen müssen. Keine ist gut genug. Außer Heidi. Die ist aber schon Model. Deswegen sucht sie nun das nächstbeste Model. Gern eines, das beim Essen schön aussieht (so lobte Heidi die nicht essenden Frauen), das für Stress zwischen den Modelanwärterinnen sorgt (gut für die Quote) und sonst möglichst wenig Widerworte gibt. Das ist also dann doch irgendwie gleich geblieben in all den Staffeln.

Im Video: "Was steht da am Badezimmerspiegel? Heidis romantische Botschaft an Tom"

Heidi Klum: Diese Liebesbotschaft hinterlässt sie Tom Kaulitz am Badezimmerspiegel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(