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"Germany's next Topmodel" Alter, Gewicht, Größe – völlig egal: Wie sich GNTM mal wieder neu erfindet

Heidi Klum während der neuen GNTM-Staffel in Berlin
Heidi Klum während der neuen GNTM-Staffel in Berlin
© Richard Hübner / ProSieben
Seit 15 Jahren präsentiert Heidi Klum das Format "Germany's next Topmodel". Für die neue Staffel hat sich die 47-Jährige einige Veränderungen überlegt – mit ihrer Tochter Leni hat das allerdings nichts zu tun.

Als die erste Folge von "Germany's next Topmodel" im Januar 2006 ausgestrahlt wurde, war das Interesse groß: Das Format war neu, frisch und hatte mit Heidi Klum einen internationalen Star als Gastgeberin. Die 47-Jährige ist in all den Jahren die einzige Konstante bei GNTM geblieben, denn die Show hat in den vergangenen Jahren mehrfach neue Richtungen eingeschlagen, um die Zuschauer bei der Stange zu halten. Seien es wechselnde Jury-Mitglieder oder das Konzept der rivalisierenden Teams – Hauptsache, es kam keine Langeweile auf.

Für die 16. Staffel, die am 4. Februar startet, haben sich Klum und ihr Team nun erneut einige Veränderungen überlegt. Manche sind äußeren Umständen geschuldet: Die Corona-Pandemie macht einen Dreh in Los Angeles unmöglich. Deshalb wurde die komplette Produktion nach Berlin verlegt, ProSieben verspricht aber auch Zwischenstopps "in den aufregendsten Modemetropolen und an den atemberaubendsten Plätzen Europas". Um den Schutz aller Beteiligten so gut es geht zu gewährleisten, hat eine externe Agentur ein aufwendiges Hygienekonzept entwickelt. Mehrmals pro Woche werden alle getestet, dazu Abstand, Masken und einwöchige Quarantäne für die Gastjuroren, zu denen in diesem Jahr unter anderem Komiker Otto Waalkes und Model Stefanie Giesinger gehören.

GNTM-Jurorin Heidi Klum postet alte Fotos auf Instagram

Aber auch am Konzept wurde mal wieder gefeilt. Alter, Größe, Figur, Geschlecht – das alles spiele keine Rolle mehr, sagte Klum bei einer Pressekonferenz zur neuen GNTM-Staffel. Wichtig sei allein die Persönlichkeit und die Präsenz der Kandidatinnen vor der Kamera. Sie lege großen Wert auf einen möglichst "vielfältigen Cast".

Erste gehörlose Kandidatin bei GNTM

Das Thema "Diversity" spielte bereits in vergangenen GNTM-Staffeln eine Rolle, mehrfach gab es Plus-Size und Transgender-Kandidatinnen. Dabei war es vor allem Ex-Juror Wolfgang Joop, der sich für mehr Toleranz auf dem TV-Laufsteg stark machte. "Auch wenn es 'Germany's next Topmodel' heißt, der Begriff Model ist nicht geschlechtsspezifisch festgelegt. A model is just a model", sagte Joop bei seiner Teilnahme im Jahr 2015.

Plus-Size und Transgender-Kandidatinnen sind auch in der 16. GNTM-Staffel dabei – doch das Format geht noch einen Schritt weiter. Erstmals nimmt eine Gehörlose teil, die sich mittels Gebärdensprache verständigt. Ebenfalls zum Cast gehört eine junge Frau, deren Körper durch großflächige Narben gezeichnet ist. Und gibt es mehrere Kandidatinnen, die mit einer Größe von unter 1,70 Metern eigentlich nicht den gängigen Modelmaßen entsprechen, sogenannte Petite Models. Dass ihre älteste Tochter Leni, die ebenfalls eine Karriere als Model anstrebt, in diese Kategorie fällt, ist vielleicht nur Zufall.

Enttäuscht zeigte sich Klum, dass sich nicht mehr ältere Frauen beworben hätten. Es habe keine Altersgrenze gegeben, sagte sie. Die älteste Teilnehmerin, die es in die Auswahl geschafft hat, ist nun 25 Jahre alt. Kritik, dass der Cast noch immer nicht divers genug sei, konterte Klum mit den Worten, sie könne nur die Kandidatinnen beurteilen, die sich beworben hätten.

Klum hat sich jedenfalls ein großes Ziel gesetzt: Sie will mit gängigen Klischees brechen. "Du denkst, du bist zu dick, zu dünn, zu alt, zu klein, zu groß. Ich denke das nicht", begründete sie ihre Kandidatenauswahl. Bedenken, dass es für diese Models vielleicht keine Jobs gebe, teilt ProSieben-Chef Daniel Rosemann nicht. Er glaubt, GNTM habe genug Power, der Modebranche einen Denkanstoß zu geben und die Anforderungen des Marktes langfristig zu ändern.

Vor einem dunklen Hintergrund sitzen drei Frauen mit weißen Masken: Leni Klum links, Heidi Klum in der Mitte und Erna rechts

Fans des Formats dürfen sich also auf einige Neuerungen freuen, in einem Punkt werden sie allerdings enttäuscht: Anders als erwartet hat Leni Klum keinen konstanten Part in der Show übernommen, sie wird nur gelegentlich am Set zu sehen sein. Aber auch da plant Heidi Klum schon in die Zukunft. "Noch hat sie keine feste Rolle, aber vielleicht ändert sich das in ein paar Jahren."

Die 16. Staffel "Germany's next Topmodel" startet am 4. Februar 2021 um 20.15 Uhr auf ProSieben


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