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GNTM 2019: Gewalt-Attacke von Joy wurde geschwärzt – das sagen ProSieben und Lenas Anwalt dazu

In der jüngsten Folge von GNTM wurde es dramatisch: Es kam zur handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen den Kandidatinnen Joy und Lena. ProSieben schwärzte die Szene. Lenas Anwalt findet das zu wenig.

GNTM-Kandidatin Joy

Schon vor der jüngsten  GNTM-Folge gab es nur ein Thema: die Handgreiflichkeit von Joy gegenüber Lena. Viele fragten sich vor der Ausstrahlung, ob ProSieben wohl die komplette Szene zeigen würde. Lenas Anwalt Christian Nohr hatte zuvor versucht, den Sender daran zu hindern. Am Donnerstagabend sah man dann von der eigentlichen Szene gar nichts. ProSieben schwärzte den Bildschirm. Der Ton war aber noch zu hören: Die Zuschauer konnten Schreie und Kreischen vernehmen.

Der Grund für die Schwärzung: "ProSieben erzählt das, was bei GNTM passiert, immer mit der größtmöglichen Sorgfaltspflicht gegenüber allen Beteiligten. So auch am Donnerstag. Die Folge wurde so gezeigt, wie es die Redaktion schon vor Wochen geplant hat – mit Respekt und Fürsorge für zwei junge Mädchen. Es wurde bewusst darauf verzichtet, den körperlichen Übergriff zu zeigen", sagt Sendersprecher Christoph Körfer.

Anwalt von GNTM-Kandidatin Lena ist trotzdem nicht zufrieden

Lenas Anwalt Christian Nohr ist mit dieser Lösung des Senders nicht so ganz zufrieden. Auf Anfrage des stern sagt er: "Das mit der Schwärzung war ja schon mal richtig. Aber uns wäre es noch lieber gewesen, wenn nicht die komplette Sendung auf diesen Vorfall hin ausgerichtet worden wäre. Es ging ja nur noch darum. Die anderen Kandidatinnen wurden doch kaum gezeigt", sagt er. "Es ärgert mich, dass der sichtbare Anteil von Lena und Jasmin so hoch war. Dass dieser Vorfall so sehr ins Zentrum der Sendung gestellt wurde."

Nohr werde sich am Wochenende mit Lenas Eltern zusammensetzen und über weitere Konsequenzen nachdenken. Eine Strafanzeige gegen Jasmin läuft bereits. Auch hatte er schon Strafanzeige gegen ProSieben und das Kamerateam gestellt. Nun wolle man aber darüber hinaus prüfen, ob sich der Vertragspartner des Vermarktungs- und Management-Vertrages im Hinblick auf die Auseinandersetzung und die Präsentation und Dramaturgie überhaupt vertragstreu verhalten habe. Denn anstatt Lenas Karriere bestmöglich voranzutreiben, habe man ihr mit dem Breittreten des Vorfalls eher geschadet, findet Christian Nohr

Lena hat nach der Attacke von Joy mit Hass-Nachrichten zu kämpfen

"Wir werden nun überlegen, ob es noch der richtige Vertragspartner für unsere Mandantin ist." Die Vertragspartner von Lena hätten nach seiner Einschätzung gegen die von beiden Seiten unterschriebenen Verträge verstoßen. Man habe versichert, dass sämtliche Aufnahmen stets und allein auf Ästhetik im Rahmen professioneller Modefotografie angelegt sein werden. "Mit Ästhetik hatten die Bilder von Lena mit dem Eisbeutel am Kopf nichts zu tun", findet Nohr. Man müsse überlegen, den Vertragspartner auf Schmerzensgeld oder Schadensersatz zu verklagen, sagt Nohr weiter. Er überprüft auch, ob man ein Kündigungsrecht habe und wie es mit Lenas Zukunft weitergehen soll.

"Da ist eine 17-Jährige, die die Chance nutzen wollte, aus Essen herauszukommen. Und dann passiert so was und sie ist Diejenige, die bloßgestellt wird", sagt der Anwalt von GNTM-Kandidatin Lena. Diese habe nach dem Vorfall mit fiesen Hasskommentaren auf ihrem Instagram-Profil zu kämpfen gehabt. Auch nachdem sie daraufhin die Kommentar-Funktion deaktivierte, gingen böse Nachrichten ein. Sein Rat: "Einfach nicht lesen, auch wenn das schwer fällt." Nohr sagt, die Familie sei insgesamt sehr traurig darüber, wie alles abgelaufen ist und findet: "Die ganze Show ist veraltet und in die Jahre gekommen. Es geht auch nicht mehr ums Modeln oder um Mode. Das hat der Vorfall nur noch deutlicher gezeigt."