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GNTM 2019: Wegen Gewalt an Minderjähriger: Anwalt fordert Sendeverbot für GNTM-Szene

GNTM-Kandidatin Jasmin soll in der kommenden Folge angeblich handgreiflich gegenüber einer anderen Kandidatin werden. Deren Anwalt will die Ausstrahlung der Szene nun verhindern.

GNTM-Kandidatin Joy

Das gab es noch nie bei "Germany's Next Topmodel": Kandidatin Jasmin wird nach eigener Aussage einer anderen Kandidatin gegenüber handgreiflich: "Ich habe Lena eine geklatscht", sagte sie stolz auf ihrem privaten Instagram-Kanal. In Folge sieben soll wohl genau das in der Heidi-Klum-Show zu sehen sein. Daraufhin soll Heidi Klum einen Schlussstrich ziehen und Jasmin alias Joy rauswerfen. Doch werden die Zuschauer diese Szene überhaupt zu sehen bekommen?

Anwalt Christian Nohr will die Ausstrahlung dieser Szene verhindern. Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte der "WAZ", dass eine entsprechende Anzeige eingegangen ist. Laut der Zeitung klagt er zudem Kandidatin Jasmin sowie den Sender ProSieben an.

Anwalt findet: "Es geht dem Sender nur um Einschaltquoten, nicht um den Jugendschutz"

Der Anwalt von Kandidatin Lena aus Essen, die angeblich von Joy angegangen wird, sagte der "WAZ": "Es geht nicht, dass ein Fernsehsender filmt, wie eine Minderjährige von einer anderen Teilnehmerin während der Dreharbeiten geschlagen wird und das anwesende Kamerateam nicht sofort einschreitet, sondern die Szene weiter filmt und ProSieben nunmehr über den Vorgang in der nächsten Sendung berichten will."

Im Namen seiner Mandantin habe Nohr auch die Kameraleute des Senders wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt. Er findet: "Hier geht es dem Sender offensichtlich um die Einschaltquote und nicht um den Jugendschutz." In seiner Erklärung beruft sich der Anwalt auf die Persönlichkeitsrechte der Kandidatin und erklärt, dass ProSieben wegen der Minderjährigkeit seiner Mandantin eine Obhutspflicht gehabt habe.

Die Versuche von Christian Nohr, noch vor der Ausstrahlung der siebten GNTM-Folge eine Unterlassungserklärung von ProSieben zu erreichen, blieben bislang aber erfolglos.

ProSieben-Pressesprecher wehrt Vorwürfe ab

Auf Anfrage des "Abendblatts" erklärt ProSieben-Pressesprecher Christoph Körfer, dass ihm keine Strafanzeige gegen den Sender bekannt sei. Er sagt weiter: "ProSieben erzählt das, was bei GNTM passiert, immer mit der größtmöglichen Sorgfaltspflicht gegenüber allen Beteiligten." 

Er wehrt die Vorwürfe von Anwalt Christian Nohr ab: "Dem Produktionsteam unterlassene Hilfeleistung zu unterstellen, ist eine unwahre Behauptung. Nach drei Sekunden wurde Lena geholfen, nach 5,5 Sekunden hatte die Aufnahmeleiterin die Situation unter Kontrolle." Ob der Sender die Szene überhaupt zeigen wollte oder wird, ist nicht klar. Nur, dass die Handgreiflichkeit bereits im Trailer thematisiert wird. Auch soll klar sein, dass Jasmin am Donnerstag aus der Show ausscheiden wird. Das erklärte sie zumindest selbst in ihrer Instagram-Story.

Verwendete Quelle: "Abendblatt"

maf