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Günther Jauch in der ARD: Friede, Freude, Rentenplausch

Das Thema war komplex, die Stimmung glich einem Kaffeekränzchen im Seniorenheim. Günther Jauch hatte zum Plausch über Renten geladen - und im Großen und Ganzen waren alle einer Meinung. Bis Historiker Götz Aly der Kragen platzte.

Von Christoph Forsthoff

Vielleicht hätte Norbert Blüm helfen können. Nein, nicht unbedingt bei der Lösung der Frage, ob die Rente noch sicher sei, aber doch zumindest, um etwas mehr Feuer in die Talkrunde bei Günther Jauch zu bringen. Denn die dümpelte am Sonntagabend angesichts eines solch kontrovers formulierten Themas wie "Alte an die Arbeit! - Können wir uns Rentner überhaupt noch leisten?" beinahe disputfrei vor sich hin, selbst solch gegensätzliche Politiker wie die CDU-Frau Ursula von der Leyen und der Linken-Mann Oskar Lafontaine waren sich einig, dass wer ein Leben lang gearbeitet habe, auch von seiner Rente ordentlich leben können müsse. Andernfalls "müssen wir nachbessern", stellte die Arbeitsministerin fest - wer wollte da schon widersprechen?

So begnügte sich Jauch denn mit einer Beschreibung der gegenwärtigen Malaise - nämlich, dass bereits heute in der staatlichen Rentenversicherung drei Arbeitnehmer einen Rentner finanzieren müssen und 2030 gar nur noch zwei Arbeitnehmer auf einen Rentner kommen. Der Gastgeber versuchte Auswege anzureißen - und hatte doch in dem Augenblick bereits verloren, denn damit musste jedes mögliche Streitgespräch zerfasern. Was die Diskussion denn auch tat: Während Lafontaine ganz im Sinne der alten Marx'schen Lehre eine größere Beteiligung der Arbeitnehmer an der wirtschaftlichen Wertschöpfung forderte, warnte der Historiker Götz Aly davor, durch die immer stärkere Belastung der Jüngeren auf Dauer das "soziale Leben in diesem Land" zu zerstören. Lasse Becker, Bundesvorsitzender des FDP-Nachwuchses, prognostizierte "das Rentensystem fährt vor die Wand, wenn wir es nicht grundsätzlich ändern", wohingegen von der Leyen wie ihr Vorvorvorgänger Blüm natürlich die Renten gesichert sah, wenn denn die drei Säulen "Arbeit, Familie und Vorsorge" stimmten. Und Herbert Henzler stellte fest "Die Alten sind nicht das Problem, die Alten sind die Lösung".

Rentner sollen sich sozial engagieren

Passend zum Talk hatten der ehemalige McKinsey-Deutschlandchef und Lothar Späth, Ex-Ministerpräsident Baden-Württembergs, diesen Gedanken gerade in einem Buch ausgeführt: Senioren sollten durch soziale Tätigkeiten auf so genannten Zeitkonten Guthaben für ihr Engagement ansparen, die sie dann später bei Bedarf für ihre Betreuung einsetzen könnten. Eine Idee, die auf allgemeine Zustimmung stieß - nicht jedoch bei Historiker Aly. Ihm platzte fast der Kragen: "Reichsarbeitsdienst für Senioren" nannte er das Modell Henzlers. Und es löse eben nicht das Problem, dass schon heute rund ein Drittel des Bundeshaushaltes dauerhaft für Renten, Pensionen und Krankenversicherungszuschüsse vorgesehen sei, wie Aly vorrechnete. Der 68-Jährige war denn auch der einzige in der Runde, der sich gleich mit einem ganzen Bündel wenig populärer Vorschläge vorwagte: Bis zum Alter von 69 Jahren arbeiten, alle (ja, auch die Beamten, an deren staatliche Pensionen sich an diesem Abend niemand wirklich herantraute) in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen lassen und die Beitragsbemessungsgrenzen aufheben, zudem eine Verpflichtung zur privaten Vorsorge.

Das hätte die Runde im Einzelnen jetzt weiter diskutieren können, doch dafür hätte es eines lenkenden Moderators bedurft. Jauch aber wollte lieber noch sein Einspielfilmchen zum Schweizer Rentenmodell unterbringen, dessen staatlicher Anteil Einzahlungen aller Bürger von rund zehn Prozent ihres Einkommens vorsieht und Renten-Auszahlungen zwischen 1000 und maximal 1900 Euro. Nicht uninteressant, doch am Ende nur eine weitere Idee von zahlreichen angerissenen, die sich in dieser Vielzahl gegenseitig neutralisierten. Aber Jauch hatte ja auch gar nicht die Vorstellung gehabt, Lösungsansätze aufzuzeigen. Insofern: Schön, dass wir einfach mal wieder über das Thema gesprochen haben.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(