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Herabwürdigendes Verhalten: Auch neue Staffel von DSDS verstößt gegen Jugendschutz

Auch die neue Staffel der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" verstößt gegen den Jugendschutz.

Auch die neue Staffel der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" verstößt gegen den Jugendschutz. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) kritisierte in der ersten Casting-Folge herabwürdigendes Verhalten der Jury und dass RTL die Kandidaten gezielt lächerlich mache und dem Spott eines Millionenpublikums aussetze, wie sie am Donnerstag in München mitteilte.

Besonders deutlich sei dies in einer Szene der am 9. Januar ausgestrahlten Folge geworden, in der ein Kandidat mit einem Fleck auf der Hose gezeigt worden sei. RTL erwecke den Eindruck, als könne der junge Mann seine Köperfunktionen nicht kontrollieren, was ausführlich gezeigt und lächerlich gemacht worden sei, kritisierte die KJM.

"Hier werden nicht nur beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten als normale Umgangsformen präsentiert. Hier werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die Häme und Herabwürdigung anderer als völlig legitim darstellen", heißt es in der Mitteilung. Das wirke erklärten Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt entgegen und könne eine desorientierende Wirkung auf Kinder ausüben.

Die KJM kritisierte zudem die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die die Sendung für das Nachmittagsprogramm freigegeben hat. Mit der FSF müssten Gespräche über die Anwendung von Jugendschutz-Kriterien bei der Bewertung von Fernseh-Formaten gesprochen werden, erklärte die KJM. Das System der Selbstregulierung müsse optimiert werden.

Im Jahr 2008 hatte die KJM gegen mehrere Casting-Folgen der fünften "DSDS"-Staffel ein Bußgeld von insgesamt 100.000 Euro verhängt. Grund waren schon damals beleidigende Äußerungen - gemeint war Jury-Mitglied Dieter Bohlen - und, dass antisoziales Verhalten als Normalität dargestellt würden. Seitdem legt RTL die Casting-Folgen vor Ausstrahlung der FSF vor. Die KJM besteht aus sechs Direktoren der Landesmedienanstalten sowie vier von den Ländern und zwei vom Bund benannten Sachverständigen.

APN / APN