HOME

"Neo Magazin Royale": Trump sei dank - der kleine Mann trumpft bei Böhmermann groß auf

Bereits mehrfach war "der kleine Mann" in Person von Hans Meiser bei Jan Böhmermann zu Gast. Diesmal erschien er überlebensgroß - durch den Wahlsieg Trumps fühlt er sich in seinen rechtspopulistischen Ansichten bestätigt.

Jan Böhmermann ist zum kleinen Mann geschrumpft

Jan Böhmermann ist zum kleinen Mann geschrumpft

Donald Trump wird neuer US-Präsident, und so langsam dämmert vielen Menschen, was auf die Welt zukommt. Klar, dass die Wahl des Populisten zum mächtigsten Mann der Welt auch im "Neo Magazin Royale" eine Rolle spielte. Zunächst fing es harmlos an, Jan Böhmermann riss Witzchen über Trump: "Diesem Mann die Demokratie anzuvertrauen ist schlimmer, als Pietro Lombardi die nächste Ausgabe des Dudens redigieren zu lassen." 

Da meldete sich überraschend Hans Meiser zu Wort. Der war bereits mehrfach in der Rolle des sogenannten kleinen Mannes in der Sendung aufgetreten und hatte mit dem Moderator die politische Lage diskutiert. Böhmermann suchte auf seinem Schreibtisch vergeblich nach dem kleinen Mann - bei den letzten Malen saß er immer im Bleistiftanspitzer und schimpfte auf "die da oben".

Jan Böhmermann plötzlich ganz klein 

Diesmal betrat Meiser jedoch in voller Größe die Bühne. Der Wahlsieg Donald Trumps hat ihm offenbar Auftrieb gegeben. Der kleine Mann fühlt sich nun ganz groß. Er tönte gleich los: "Ich habe die Eliten satt. Ich wähle jetzt Protest. Ich hole mir das Land zurück und haue einer Frau gerne mal auf den Arsch - wenn er geil ist. Meine Stimme zählt wieder seit letzter Woche."

An seiner statt saß nun plötzlich Böhmermann - stellvertretend für die Eliten - eingepfercht im Anspitzer und musste sich von dort aus die Tiraden des großen Mannes anhören: "Dir wird das Lachen schon noch vergehen", schimpfte der. "Genau wie der versifften Systempresse, die uns ständig gesagt hat, was wir dürfen und was wir nicht dürfen."

Die Lügenpresse brauche er nicht mehr, er informiere sich unabhängig im Internet - das sei Volkes Stimme. So wie Mario Barth. Böhmermanns Einwand - "Wir sollten Menschen, die vor einem ausverkauften Berliner Olympiastadion reden, in Deutschland immer noch ein kleines bisschen misstrauisch gegenüberstehen" ignorierte der große Mann, stattdessen beschimpfte er den Moderator als "Joko ohne Brille in schwul und mit weniger Haaren". 

Meisers Fazit: "Wir brauchen einen charismatischen Führer. Einen, der nicht nur mich groß macht, sondern alle, die nicht meiner Meinung sind, klein." Gut möglich, dass es tatsächlich Menschen gibt, die so denken - und die sich durch den Wahlsieg Trumps nun bestärkt sehen.