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"New York Times": Jan Böhmermann attackiert Angela Merkel

Nachdem er Bundeskanzlerin Merkel in der "Zeit" attackiert hat, legt Jan Böhmermann nach. Im Gespräch mit der "New York Times" äußerte sich der Satiriker abfällig über ihren Humor.

Jan Böhmermann blickt skeptisch. Skeptisch sehen viele Leser auch Böhmermanns Interview in der "Zeit"

Jan Böhmermann hat sich in der "Zeit" und in der "New York Times" abfällig über Bundeskanzerlin Angela Merkel geäußert.

Jan Böhmermann und Angela Merkel werden wohl in diesem Leben keine Freunde mehr. Zu tief sitzt der Schock darüber, dass die Bundeskanzlerin sein Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Recep Erdogan als "bewusst verletzend" bezeichnet hat, anstatt ihm zur Seite zu Springen und die Satire- und Meinungsfreiheit zu verteidigen. Daran ändert auch nichts, dass Merkel ihre persönliche Bewertung inzwischen als "Fehler" bezeichnet hat. 

Als Reaktion hatte Böhmermann eine mehrwöchige Pause von seiner Sendung "Neo Magazin Royale" eingelegt und die Zeit für einen USA-Aufenthalt genutzt. Dort sprach er mit Journalisten der "New York Times" - und äußerte sich dabei auch zu Angela Merkel. Ihre Reaktion auf das Gedicht habe ihn und sein Team komplett überrascht, sagte Böhmermann der Zeitung. Gleichzeitig beklagte sich der Satiriker über ihren fehlenden Sinn für Humor. Im Gegensatz zu US-Präsident Barack Obama, der für ihn der größte Comedian der Welt sei, habe er nie gehört, dass Angela Merkel einen Witz erzählt habe. "Und ich kann mir nicht einmal vorstellen, dass sie echten Humor besitzt."

Jan Böhmermann sagte Talkshow-Auftritt ab

Eigentlich hatte sich Böhmermann gar nicht aus dem Urlaub zu Wort melden wollen. So sagte er einen geplanten Auftritt in einer US-Talkshow ab. In einem Facebook-Video begründete er die Entscheidung damit, dass er sich nicht als erstes in den USA zu der Affäre äußern wollte. "Ich fand das eine doofe Idee, das das erste Mal in einer amerikanischen Talkshow zu machen. Weil das wirkt dann so ein bisschen, als würde ich wirklich denken, ich sei Ai Weiwei", sagte Böhmermann in Anspielung auf sein "Zeit"-Interview, in dem er genau das getan hatte: Er warf der Kanzlerin vor, sie habe ihn "filetiert, einem nervenkranken Despoten zum Tee serviert und einen deutschen Ai Weiwei aus mir gemacht."

Die nächste Sendung von "Neo Magazin Royale" wird am 12. Mai ausgestrahlt, erster Gast nach der langen Pause wird der Linke-Politiker Gregor Gysi sein.

Hans-Ulrich Jörges spricht über Jan Böhmermanns Interview mit der Zeit