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Jan Böhmermann im stern: "Die Leute haben einfach zu viel Abitur"

"Armutsrassismus" lautete einer der Vorwürfe, die sich Jan Böhmermann für seine Gangster-Rap-Parodie "Ich hab Polizei" anhören musste. Im Gespräch mit dem stern antwortet der Entertainer nun seinen Kritikern.

Jan Böhmermann

Jan Böhmermann im stern-Interview

Mit seinem Song "Ich hab Polizei" löste Jan Böhmermann eine heftige Kontroverse aus. Darin nimmt der Moderator des "Neo Magazin Royale" deutschen Gangster-Rap auf die Schippe. In den sozialen Netzwerken stieß das Video auf große Begeisterung, der Song wurde auf Youtube bereits rund fünf Millionen Mal abgerufen. Es gab aber auch Kritik: Insbesondere von Musikjournalisten kam der Vorwurf, Böhmermann mache sich über die Sprache von Migranten lustig und ziehe eine ganze Subkultur durch den Kakao. "Armutsrassismus", hieß es dazu in einem Artikel im "Splash Mag". Der HipHop-Labelgründer Marcus Steiger wirft ihm in einem Gastbeitrag "standesgemäße Überheblichkeit" vor und schreibt: "Ihr verarscht Leute, weil sie weniger Bildung haben, weil sie weniger Geld besitzen und weil sie gesellschaftlich unter euch stehen."

Darauf hat Jan Böhmermann nun reagiert. Im Gespräch mit dem stern äußerte sich der Polizistensohn erstmals zu der Debatte: "Ach, ein paar paternalistische Sozialkundekartoffeln fallen wegen einer ZDFneo-Comedyshow entsetzt aus ihren selbstgebastelten Kredibilitätsnestern zurück runter auf die Straße, mehr ist doch nicht passiert", sagte Böhmermann dem stern. "Das sind eben die Schattenseiten der zunehmenden Akademisierung des Lyrikstandorts Deutschland: die Leute haben einfach zu viel Abitur. If hip hop is dead, you killed it, not me. Und wem was nicht passt, der kann ja jederzeit die Polizei rufen."

Böhmermann nennt sich in dem Video POL1Z1STENSOHN. Tatsächlich war sein Vater Polizeibeamter. Er starb, als sein Sohn 17 Jahre alt war. Was er von ihm gelernt hat - auch darüber spricht Böhmermann im stern-Interview. Die neue Ausgabe des Magazins ist ab Donnerstag erhältlich.


che
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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo