"Promis unter Palmen"
"Bösewicht der Nation" schlägt gleich zu

Claude-Oliver Rudolph lässt sich bei "Promis unter Palmen" nicht auf der Nase herumtanzen.
Claude-Oliver Rudolph lässt sich bei "Promis unter Palmen" nicht auf der Nase herumtanzen.
© Joyn
Claude-Oliver Rudolph macht seinem Ruf als "Bösewicht der Nation" zum Auftakt von "Promis unter Palmen" alle Ehre.

Zu Fuß, per Fahrrad, Motorrad oder mit Rikschas, die sie selbst ziehen müssen: Zwölf Stars schleppen sich und ihre Koffer wenig glamourös in eine Villa in Thailand. In Staffel vier von "Promis unter Palmen" (montags 20:15 Uhr in Sat.1, auch auf Joyn) kämpfen sie um die Goldene Kokosnuss und einen Jackpot, den es selbst zu füllen gilt.

Silvia Wollny (61) kommt als erste Kandidatin in der Villa an. Die elffache Mutter reserviert sich gleich mal eines der raren Einzelbetten. Auf sie folgt Maurice Dziwak (27). Der Trash-TV-Dauergast und selbsternannte Löwe präsentiert sich im Einspielfilm mit Raubtiermaske, gibt sich später aber gewohnt handzahm. Der Kontrast zwischen Löwengebrüll und Mimosenhaftigkeit gehört schließlich zu seinem Image. Nach einer Konfrontation mit einem Nashornkäfer fürchtet er eine Vergiftung, auch vor Wasser hat er Angst. Danach folgt Gina-Lisa Lohfink (39), die man von "gefühlt überall" kennt. Sie outet sich als "Fangirl" von Maurice.

"Großkotz"? Claude-Oliver Rudolph fährt die Ellenbogen aus

Nach drei Reality-Nasen folgt schließlich der erste "echte" Star. Zumindest aus der Sicht von Menschen, die in den 80er- und 90er-Jahren Filme geschaut haben. Nein, es ist nicht Heino, wie Maurice auf den ersten, flüchtigen Blick meint. Es ist Claude-Oliver Rudolph (69). "Das Boot"-Darsteller, Bond-Schurke und überhaupt der "Bösewicht der Nation", wie er nicht ohne Stolz betont. Als er von seiner Rolle als Unterweltgröße bei "SOKO Stuttgart" erzählt, traut ihm Maurice eine dementsprechende Vergangenheit im wahren Leben sofort zu.

Claude begrüßt seine Mitbewohner maximal distanziert mit dem Ellenbogen. Und er besteht auf Tee, den es in der Villa nicht gibt. Hier ist ein "Großkotz" unterwegs, da sind sich die restlichen Bewohner sofort einig.

Nach Claude, dem Vertreter der alten Promiwelt, geht es zurück zu den Reality-Eigengewächsen: "DSDS"-Stehaufmännchen Menderes Bagci (41), der Claude den geforderten Tee bringen darf. Dazu Dilara Kruse (33), Ehefrau des Ex-Fußballprofis Max Kruse, und Franziska Temme (30), Sozialpädagogin und Datingshow-Dauergast. Komplettiert wird das Feld von Martin Angelo (32), Ex-"Prince Charming"-Kandidat mit "nicht vorhandener Zündschnur" und dem Motto: "Scheiß auf die anderen."

Konflikt zwischen Claude und Martin wegen "Meckertante" Anouschka

Ein Neuling im Geschäft ist Kevin Wolter (38), Fitness-Influencer mit volltätowierten Muskelbergen. Der Reality-Debütant ist pleite, über eine Million Euro sind weg. Mit Anouschka Renzi (61) folgt ihm wiederum eine Vertreterin der alten Schule, aus der Kategorie Claude-Oliver Rudolph. Obwohl die Schauspielerin aus Mangel an guten Rollen in den letzten Jahren vor allem Reality macht.

Martin Angelo ist über den Einzug der "Meckertante" Anouschka nicht begeistert. Diese Lästerattacke bringt ihm einen Rüffel von Claude ein, der eine derartige Stimmungsmache zum Auftakt nicht nett findet. Martin zeigt keinen Respekt vorm Alter, sondern hält dagegen. Er zeigt Claude eine "nette gelbe Karte". Der erste zwischenmenschliche Konflikt der Staffel, der später noch wichtig werden wird.

Stehfests kommen zusammen, aber getrennt

Die letzten beiden Kandidaten kommen zusammen an. Eric (36) und Edith Stehfest (30) sind aber nur noch auf dem Papier ein Ehepaar. Die Trennung bezeichnet Edith als ihren "coolsten Move".

Trotz ihrer gescheiterten Beziehung wollen sie für ihre Kinder nur das Beste für den jeweils anderen. Dennoch streiten sie sich in aller Öffentlichkeit, wer gerade die meiste Erziehungsarbeit leistet. Edith droht Eric, ihm vor aller Welt seine Seitensprünge vorzurechnen. Bei einer späteren Party tanzt sie ihren Noch-Gatten aber lasziv an. Eric ist so verwirrt, dass er Martin einen Kuss auf den Mund drückt.

Im ersten Spiel werden nicht nur die beiden ersten Teamkapitäne der Staffel bestimmt, sondern auch der Jackpot angefüttert. Jeder Kandidat, der die Herausforderung bewältigt, spült 1.000 Euro in die Kasse. Die Promis müssen Käse von einer Mausefalle schnappen, ohne von deren zuschnappender Klammer getroffen zu werden. Für jeden erbeuteten Käse spielt man eine Quizfrage, die beantwortet werden muss. Alle Teilnehmer nehmen die Challenge an, nur Gina-Lisa verweigert. Sie "mag Schmerz nicht", hätte vorher mit ihrem Therapeuten üben müssen, sagt sie.

Kenner einschlägiger Realityformate wissen: Fragen zu Allgemeinwissen kommen meist den älteren Semestern unter den Mitspielern zugute. So ist es auch hier: Anouschka und Claude beantworten die meisten Fragen. Da Anouschka schneller war, darf sie beim Zusammenstellen der Teams die erste Wahl treffen. Mit Silvia versagt aber auch eine Seniorin der Staffel. Sie weiß zum Beispiel nicht, auf welchem Kontinent Deutschland liegt. Weil sie mit dem Wort Kontinent nichts anfangen kann. Am Ende bleiben sie und Martin als Einzige ohne erspieltes Geld.

Muskelberg Kevin geht unter, Löwe Maurice verletzt sich

Anouschka hat also das Erstzugriffsrecht, sie schnappt sich Muskelmann Kevin. Claude wählt zuerst Franziska. Weil sie die schönste in der Villa ist... Das hilft ihr in dem Spiel jedoch nicht viel. Die Teammitglieder müssen sich über schwimmende Plattformen fortbewegen und Gummifische einsammeln. Dabei dürfen sie die Spieler des jeweils anderen Teams mit Bällen bombardieren.

Silvia darf für Claudes Team nicht antreten, die Ärzte ziehen sie ohne nähere Begründung aus dem Verkehr. Damit Gleichstand herrscht, muss sich Anouschka opfern, sie kann ihr Team nur vom Ufer aus anfeuern. Die Stärken ihrer ersten Wahl Kevin kommen dabei nicht zum Tragen, er ist zu schwer für die künstlichen Inseln. Der ebenfalls für Anouschka antretende Löwe Maurice verletzt sich an der Schulter, er wird mit dem Krankenwagen abtransportiert. Später kehrt er mit einer Schlinge um seinen rechten Arm zurück.

Der Schwächste fliegt?

Anouschkas Team setzt sich trotzdem durch. Claude muss also zwei seiner Mitspieler auswählen, aus denen die gegnerische Gruppe einen aus der Sendung werfen muss. Kapitän Claude nominiert Silvia und Martin, weil sie die "schwächsten" Glieder der Kette seien. Silvia beschwert sich über diese Einstufung, da sie sich in dem Spiel nicht zeigen durfte. Doch Claude gründet seine Einschätzung auf das Kapitänsspiel, bei dem Martin und Silvia kein Geld für den Jackpot sammelten.

Die Rauswahl bleibt lange eng, doch schließlich votieren die meisten Mitglieder aus Team Anouschka für Mama Wollny und gegen Martin. Nicht ohne Claude für seine angeblich kaltherzige Entscheidung und überhaupt für seine breitbeinige, chauvinistische Einstellung zu kritisieren. Fast alle sprechen buchstäblich ein toxisch-männliches Mackertum an, dem Claude angeblich huldige. Ein Wort, das mit "A" anfängt und mit "Loch" endet, fällt mehrfach.

Claude verweist auf die Regeln, die ihm angeblich keinen Spielraum lassen. Er müsse eben die Leute eliminieren, die am wenigsten zur Gewinnsumme beitragen. Doch im Einzelinterview verrät er, mit Kalkül gehandelt zu haben. Um Martin loszuwerden, der ihm nach dessen "netter gelber Karte" ein Dorn im Auge war, stellte er ihm Silvia gegenüber. Wohl wissend, dass die allseits beliebte Herbergsmutter niemals rausgewählt wird.

Claude hat Martin also die rote Karte gezeigt. Und demonstriert, dass er kein Problem damit hat, auch im Reality-TV den "Bösewicht der Nation" zu geben.

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