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Jörg Pilawa: ZDF liebäugelt mit dem ARD-Quotenbringer

Was Oliver Geissen für RTL und Kai Pflaume für Sat1, das ist Jörg Pilawa für die ARD - harmlose Allzweckwaffe ohne Ecken und Kanten. Für nahezu alles einsetzbar. Das hat jetzt auch das ZDF erkannt - und soll mit dem Quotenbringer der ARD liebäugeln.

Von Katharina Miklis

Er moderiert fast täglich seine Quizshow im Ersten, er macht den "Pisa-Test", testet Geschichts- und Märchen-Wissen und zum 60-jährigen Jubiläum der Bundesrepublik startete Publikumsliebling Jörg Pilawa im Ersten die Showreihe "Kennen Sie Deutschland?". Die "NDR Talkshow" musste er aus Zeitgründen aufgeben und demnächst moderiert er die ARD-Show "Der große Coup". Der 43-jährige in der ARD omnipräsente Jörg Pilawa kann einfach alles wegmoderieren, was das Erste an Unterhaltungssendungen zu bieten hat. "Jörg Pilawa ist der beste Moderator, den es im Showbereich gibt", sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres noch vor Kurzem in einem Interview mit stern.de.

Jörg Pilawa ist wichtig für die ARD. Ein Aushängeschild mit großem Sympathiewert. Ginge Pilawa, könnte der gesamte ARD-Vorabend zusammenbrechen. Seine Quizsendung beschert der ARD immerhin dienstags bis freitags zwischen 19.20 und 19.45 Uhr die besten Quoten innerhalb des quotenschwachen Vorabendprogramms.

Das ZDF hatte auch so eine Allzweckwaffe - Johannes B. Kerner. Doch seit dieser von Sat1 abgeworben wurde, scheint man in Mainz großes Interesse an einem Ersatz-Alleskönner zu haben, der ebenso wie Kerner nirgends aneckt. Mit Markus Lanz hat man schon einen Nachfolger gefunden. Der wird zukünftig jedoch nur einmal die Woche moderieren. Da wäre also noch ein bisschen Platz für Pilawa, der ebenso wie Kerner zu Beginn seiner TV-Karriere sowohl eine eigene Talkshow, als auch das Bundesliga-Magazin "ran" bei Sat1 moderierte.

Jörg Pilawas Vertrag läuft 2010 aus. Derzeit befindet er sich mit der ARD in Verhandlungen über seine Vertragsverlängerung. Zu dem ZDF-Interesse an seinem Quotenbringer will sich die ARD offiziell nicht äußern. Auch das ZDF hält sich mit Personal-Äußerungen zurück: "Gespräche gibt es immer und überall und mit jedem. Aber von konkreten Verhandlungen kann nicht die Rede sein", so ein ZDF-Sprecher gegenüber stern.de.

Die Wechselgerüchte werden dieser Tage jedoch angeheizt durch angeblich überhöhte Honorare für Pilawas Produktionsfirma "White Balance". Laut "Süddeutscher Zeitung" kritisiert der WDR-Personalrat, dass die "White Balance"-Produktionskosten für die WDR-Sendung "Das Schlagzeilenquiz" zu teuer sein sollen. Hätte der WDR die Sendung selbst produziert, hätte man demnach rund 40.000 Euro sparen können.

Ob ihn diese Zahlung für seine Produktionsfirma bei seinen Vertragsverhandlungen mit der ARD positiv beeinflussen wird oder ob Pilawa die aktuelle Wachsamkeit des Personalrats eher abschreckt, bleibt abzuwarten.

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