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Kritik an zu hohem Gehalt: Abo-Kündigungen wegen Monica Lierhaus

Für ihre Dienste als Botschafterin der ARD-Fernsehlotterie erhält Monica Lierhaus 450.000 Euro - zu viel, finden einige Kunden, und kündigten ihr Abonnement mit Verweis auf die exorbitante Gage. Die Lotterie steht weiter zu der Moderatorin.

Von Carsten Heidböhmer

Es sah zunächst danach aus, als sei der ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" ein echter Coup gelungen. Am 5. Februar hatte Monica Lierhaus bei der Verleihung der Goldenen Kamera unter großer öffentlicher Anteilnahme ihr Comeback verkündet. Kurz darauf wurde bekannt, dass Lierhaus als Botschafterin für die ARD-Fernsehlotterie verpflichtet wurde und damit Frank Elstner ablöst. Sie soll künftig dienstags und donnerstags in der Werbung der Fernsehlotterie in der ARD zu sehen sein und sonntags die Bekanntgabe der Wochengewinner präsentieren. Zunächst waren sich alle einig: Die Verbindung macht Sinn.

Die Stimmung kippte jedoch, als der "Spiegel" die Höhe ihrer Bezüge publik machte: 450.000 Euro soll Lierhaus für ihre Tätigkeit als Moderatorin und Werbebotschafterin erhalten. Zu viel, fanden viele Menschen. Und zogen daraus offenbar Konsequenzen. Wie ein Sprecher von "Ein Platz an der Sonne" stern.de bestätigte, verzeichnet die Organisation derzeit eine größere Zahl an Kündigungen als gewöhnlich, einige Abonnenten begründen ihren Rückzug mit der Höhe der Vergütung für Monica Lierhaus. Über die Größenordnung wollte der Sprecher keine Auskunft geben.

Auch positive Zuschriften

In einer Pressemitteilung räumte auch der Geschäftsführer der ARD-Fernsehlotterie, Christian Kipper, ein, dass die Loskündigungen in den vergangenen beiden Wochen zugenommen haben, diese bewegten sich jedoch "in einem überschaubaren Rahmen". Gleichzeitig betonte Kipper aber, dass man weiter an Lierhaus festhalte: "Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit unserer Lotterie sind wir auf die Unterstützung prominenter Persönlichkeiten angewiesen." Kipper wies darauf hin, dass es auch Zustimmung gebe: "Uns haben sehr viele positive Zuschriften von Mitspielern erreicht, die sich über das Engagement von Frau Lierhaus freuen."

Wie das Online-Portal haz.de berichtet, reagiert die ARD-Lotterie offenbar mit standardisierten Antwortschreiben auf Kündigungen. Darin heißt es: "Viele Menschen vergleichen ihre eigenen Bezüge mit den diskutierten Summen. Ein direkter Vergleich macht zunächst eine Schieflage deutlich, ist unseres Erachtens aber schwierig, weil sich Prominente, die zu Werbezwecken eingesetzt werden, immer in einem deutlich höheren Gehaltsgefüge bewegen."

Die hohe Vergütung von Lierhaus wird seit längerem in Internetforen und Blogs diskutiert. Schon vor zwei Wochen kündigte ein User im Forum bei "Spiegel-Online" an: "Ich habe soeben die Kündigung meines Loses weggeschickt. Eine gemeinnützige Organisation, die solche Honorare zahlt, möchte ich nicht länger unterstützen". Er sollte, wie es aussieht, nicht der Einzige bleiben.