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"Trixie Nightmare" in der ARD: Lustiger Albtraum mit Sahne: Olli Dittrich kehrt als Trixie Dörfel zurück

Heute Abend ist Olli Dittrich in der ARD wieder als Soap-Star und Schlagersängerin Trixie Dörfel zu sehen. Eine sehr amüsante, fiktive TV-Doku, die einen aber auch erschauern lässt.

Olli Dittrich alias Trixie Dörfel

Olli Dittrich alias Trixie Dörfel

ARD

Es gibt ja Leute, die andere sehr lustig nachmachen. Der Komiker Olli Dittrich hat das früher auch oft gemacht. Sein Franz Beckenbauer etwa ist legendär. Aber Dittrich hat diese Phase seiner Kunst hinter sich gelassen. Heute erschafft er in seinen TV-Filmen eigene Figuren. Fiktive Gestalten, die bestechend echt wirken, weil sie Stereotypen des TV-Geschäftes sehr verdichtet in sich vereinen. Trixie Dörfel ist so eine Figur. Eine alternde Soap-Darstellerin und Schlagersängerin, die verzweifelt versucht, an frühere Erfolge anzuknüpfen.

Am 20.Dezember ist diese Figur wieder im Ersten zu sehen. "Trixie Nightmare - der tiefe Fall der Trixie Dörfel" heißt die fiktive Dokumentation, und sie zeigt exemplarisch, dass Dittrich heute nicht in erster Linie Menschen, sondern vertraute Muster der Realität parodiert. Das ist sehr lustig, aber manchmal auch verstörend. Die Figur, über die wir hier lachen, hat auch etwas Tragisches. "Trixie Nightmare" zeigt das ganze, beinahe archetypische Horrorszenario eines Promi-Absturzes: Schulden, den erzwungenen Auszug aus dem repräsentativen Haus, alkoholbedingte Entgleisungen in einer Talkshow, öffentliches Nachtreten von Ex-Männern, Hinrichtungen in Boulevard-Blättern bis hin zu Sex-Fotos im slowakischen "Playboy".

Trixie Dörfel als ewige Wiedergängerin ihrer selbst

Der Fahrstuhl fährt mit Trixie nach ganz unten, und sie scheint auf ewig verdammt zu sein, dazu ihren einzigen Hit aus den 70ern, "Zwei Kugeln Eis mit Sahne", zu singen. Dieser Schlager geht einem nicht mehr aus dem Ohr. Er ist beinahe erschreckend kommerziell. Olli Dittrich hat ihn komponiert und selber eingesungen. Ein brutalstmöglicher Ohrwurm, der zeigt, was Dittrich auch musikalisch drauf hat. Und wenn Trixie Dörfel als ewige Wiedergängerin ihrer selbst diesen Song dann live auf einem Hamburger Weihnachtsmarkt "performt", dann erschauert man. So kann es enden mit den Stars.

Dittrich schrammt so haarscharf an der Realität vorbei, dass Trixie Dörfel eine sonderbare Form der Wahrhaftigkeit bekommt. Man ertappt sich gelegentlich dabei, sie für echt zu halten. Olli Dittrich ist so sehr Trixie, dass er - auch dank einer genialen Maske - völlig in dieser Figur verschwindet. Das macht das Ansehen so faszinierend. "Wie Trixie versucht, die Form zu wahren und weiter krampfhaft den großen Glanz zu vermitteln. Das ist das Spannende an dieser Figur", sagt der Komiker.

ARD versenkt das Glanzstück im Nachtprogramm

"Trixie Nightmare - der tiefe Fall der Trixie Dörfel" könnte problemlos als TV-Doku auf RTL2 laufen. Es ist zu befürchten, dass sehr viele Zuschauer das Ganze für echt halten würden. Und derjenige, der sich darüber wohl am meisten freuen würde, ist Olli Dittrich. "Dieser Effekt wäre mir schon recht", sagt er. "Irgendwann fällt natürlich bei jedem der Groschen, aber dieser Moment der Erkenntnis nach einer Irritation - dieses Aha-Erlebnis, das gefällt mir."

Es bleibt nur eine Frage: Warum zeigt die ARD dieses Glanzstück der anspruchsvollen TV-Unterhaltung erst um 23.45 Uhr? Liebe Programmplaner, wenn Ihr schon mit einem der größten Komiker des Landes zusammenarbeitet, dann versendet das Ergebnis dieser Zusammenarbeit doch bitte nicht im Nachtprogramm, sondern steht dazu. Letzten Sonntag gab's ja nach dem "Tatort" keine "Anne Will", weil die schon in den Weihnachtsferien ist. Da hättet ihr doch locker "Trixie Nightmare" senden können, statt einer ollen "Tatort"-Wiederholung. 

"Trixie Nightmare - Der tiefe Fall der Trixie Dörfel" läuft am 20. Dezember in der ARD um 23.45 Uhr