HOME

Brendan Dassey: Berufung im "Making a Murderer"-Fall ist gescheitert

Brendan Dassey wird wohl sein Leben hinter Gittern bleiben müssen: Eine Berufung seiner Anwälte ist gescheitert. Sein Fall war durch die Netflix-Serie "Making a Murderer" bekannt geworden. 

Mit vier zu drei Stimmen urteilte ein Gericht in Chicago am Freitag, dass Brendan Dassey korrekt von der Polizei befragt wurde. Das berichten US-Medien. Dem Amerikaner wird vorgeworfen, 2005 gemeinsam mit seinem Onkel Steven Avery eine Frau vergewaltigt, getötet und anschließend beseitigt zu haben. Sein Fall ist durch die Netflix-Dokumentation "Making a Murderer" weltweit bekannt geworden.

Seit der Ausstrahlung waren immer wieder Zweifel an der Schuld Dasseys aufgetaucht. Vor allem die Verhörmethoden der Polizei standen stark in der Kritik. Die Beamten hätten den geistig zurückgebliebenen, damals 16-jährigen Dassey so lange unter Druck gesetzt, bis dieser schließlich eine Tat gestand, die er nicht begangen hatte, so Dasseys Anwälte. Dassey habe aus freien Stücken ausgesagt, sagt nun das Gericht. Das Geständnis sei deshalb gültig, die Verurteilung basierend darauf rechtskräftig. Brendan Dassey muss laut dem Urteil lebenslang hinter Gittern bleiben.

Brendan Dassey

Brendan Dassey 2007 in einem Gericht in Wisconsin

Picture Alliance

Eine Freilassung von Brendan Dassey wird immer unwahrscheinlicher

Die Netflix-Dokumentation zeigte Videoaufnahmen des fraglichen Verhörs, zahlreiche Zuschauer setzten sich hinterher für den inhaftierten Dassey ein. Ein Gericht in Chicago ordnete 2016 sogar die Freilassung Dasseys an - doch die Staatsanwaltschaft ging in Berufung. Mit dem neuen Urteil wird es immer unwahrscheinlicher, dass der mittlerweile 27-Jährige irgendwann frei kommt. Seine Anwälte kündigten jedoch an, weiter kämpfen zu wollen. Sie wollen den Fall zur Not bis zum Surpreme Court bringen. Denn ihrer Meinung nach wurde in der Entscheidung nicht berücksichtigt, dass Kinder und Menschen mit niedrigem IQ für Falschaussagen anfällig sind.

Auch die Anwälte des Gerichts, die für Dasseys Freilassung gestimmt haben, betonten ihre Sicht noch einmal: "Unschuldige Menschen legen Geständnisse hab und zwar schockierend häufig."

sst
Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo