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Netflix-Dokumentation: Brendan Dassey aus "Making a Murderer" kommt frei

Seit über zehn Jahren sitzt Brendan Dassey wegen Mordes im Gefängnis. Die Netflix-Dokumentation "Making a Murderer" machte seinen Fall berühmt, jetzt soll Dassey freigelassen werden.

Brendan Dassey

Brendan Dassey sitzt seit er 16 Jahre alt ist im Gefängnis.

Dieses Verbrechen sorgte für Aufsehen: Der Amerikaner Brendan Dassey sitzt seit er 16 Jahre alt ist hinter Gittern. Er wurde 2007 zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt, weil er gestanden hat, gemeinsam mit seinem Onkel 2005 eine junge Frau brutal ermordet zu haben. 2015 griff die Netflix-Dokumentation "Making a Murderer" den Fall auf - und machte Zweifel an der Schuld Dasseys deutlich.

Von der Öffentlichkeit wurde daraufhin Druck ausgeübt, den Fall neu aufzurollen, über 120.000 Menschen unterschrieben eine Petition an das Weiße Haus. Nun hat ein Gericht im US-Bundesstatt Wisconsin die Freilassung von Brendan Dassey angeordnet. Er soll noch in der kommenden Woche zu seiner Familie dürfen, wie unter anderem die Lokal-Zeitung "Journal Sentinel" berichtet.

Der Fall Brendan Dassey und Steven Avery ist noch nicht abgeschlossen

Ein Richter hatte bereits im August entschieden, dass Dassey freikommt, sollten die Ermittlungen nicht innerhalb von 90 Tagen wieder aufgegriffen werden. Diese Frist ist nun verstrichen. Dassey war 2005, als der Mord stattfand, ein Teenager mit überdurchschnittlich geringem IQ und lebte bei seinem Onkel Steven Avery auf einem Schrottplatz in Wisconsin. Weil Avery der Hauptverdächtige im Mordfall war, geriet auch Dassey in den Fokus der Ermittler. Wie die Dokumentation zeigte, kam sein Geständnis jedoch unter fragwürdigen Bedingungen zustande. Und auch an der Schuld von Steven Avery gibt es Zweifel.

Dieser saß bereits wegen einem anderen Fall fast 20 Jahre unschuldig im Gefängnis, wurde 2003 freigelassen. Und nur zwei Jahre später wieder verhaftet. Kritiker behaupten, die Behörden wollten ihn unschädlich machen, damit seine Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe keine Aussicht auf Erfolg haben. Der Fall ist also bei weitem noch nicht abgeschlossen, auch gegen die Freilassung von Dassey will die Staatsanwaltschaft vorgehen. Die Macher der Netflix-Doku haben bereits eine zweite Staffel angekündigt.

sst