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Serienmörder Vater von Jeffrey Dahmer wird belästigt und erwägt Klage gegen Netflix

Jeffrey Dahmer in der Netflix-Serie "Dahmer"
Jeffrey Dahmer (Evan Peters) in der Netflix-Serie "Dahmer"
© Netflix
Lionel Dahmer, der Vater des Serienmörders Jeffrey Dahmer, übt nach der Netflix-Serie über seinen Sohn Kritik an Netflix. Weil er nicht über die Produktion informiert wurde, will er eventuell rechtlich gegen den Streamingdienst vorgehen.

Die Netflix-Serie über Jeffrey Dahmer zieht nicht nur viele Zuschauer:innen an, sondern sorgt auch für Kritik. Nun meldet sich auch der Vater des Serienmörders zu Wort – und droht damit, Klage gegen Netflix einzureichen. Der mittlerweile 86-Jährige, der mit seiner zweiten Frau im US-Bundesstaat Ohio lebt, kritisierte, dass der Streaming-Anbieter ihn bezüglich der Serie nie kontaktiert habe.

"Lionel und sein Bevollmächtigter sammeln Informationen und prüfen eine mögliche Klage gegen das Produktionsteam oder möglicherweise Netflix", teilte sein Betreuer mit. Jeffrey Dahmer hatte zwischen 1978 und 1991 insgesamt 17 junge Männer ermordet, die meisten von ihnen Homosexuelle. Seine Opfer hatte er sexuell verführt, betäubt und danach teilweise die Leichen misshandelt. Auch sein Vater spielt in der Serie eine prominente Rolle.

Lionel Dahmer kritisiert Netflix-Serie "Dahmer"

Diese Darstellung hat für Lionel Dahmer offenbar reale Konsequenzen in seinem Leben, das er eigentlich zurückgezogen in einer ländlichen Gegend führt. Seit dem Erfolg der Serie sei Dahmer ein "nervliches Wrack", erzählte sein Betreuer der "Sun". Fans des Serienmöders sollen auf seinem Grundstück aufgetaucht sein und ihn "feindselig und aggressiv" belästigt haben. Deshalb wurden dort mittlerweile "Betreten verboten"-Schider aufgestellt, berichtet die "Sun".

"Alle sagen, dass man Schadensersatz verlangen kann, wenn es keine Korrespondenz gab. Es gab überhaupt keine Sorge um Lionels Wohlergehen", erklärt der Betreuer. Deshalb habe man schon Anwälte konsultiert, um eventuell rechtlich gegen Netflix vorzugehen. 1994 hatte Lionel Dahmer noch selbst ein Buch veröffentlicht, indem er über die Beziehung zu seinem Sohn schrieb. Die Netflix-Serie sei nach Ansicht des Vaters nicht nötig gewesen, teilte sein Assistent mit: "Alle Informationen, die öffentlich sein müssen, befinden sich im Buch. Alles andere wird nur glorifiziert und lenkt die Aufmerksamkeit auf Dinge, die nicht bewiesen sind."

DAHMER – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer

Opferfamilien fühlen sich "retraumatisiert"

Schon kurz nach dem Erscheinen der Serie hatten Angehörige von Dahmers Opfern harte Kritik an Netflix geübt. Rita Isbell, die Schwester des Mordopfers Errol Lindsey, warf den Drehbuchautoren und Netflix mangelnden Respekt vor, weil sie nie den Kontakt zu den Opferfamilien gesucht hätten: "Es ist traurig, dass sie einfach Geld mit dieser Tragödie machen." Auch ihr Cousin ging Netflix hart an und erklärte, seine Familie werde durch die Serie "retraumatisiert".

Quellen:  "The Sun" / "Insider" / Eric Perry auf Twitter

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