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Oliver Pocher besucht Heidenau: "Was für Arschlöcher stehen da eigentlich?"

Kaum ein Tag vergeht ohne Meldungen um das Flüchtlingsheim im sächsischen Heidenau. Auch Comedian Oliver Pocher wollte die Lage vor Ort erleben – und findet vor allem Ignoranz.

Oliver Pocher befragt die Heidenauer

Zumindest über sich selbst können diese Heidenauer noch lachen

Wie ist eigentlich so ein normaler Tag in Heidenau? Wer sind die Menschen, die sich dort bewegen? Und vor allem: Was denken sie über die aktuellen Eskalationen rund um die Flüchtlingsunterkunft? Comedian Oliver Pocher hat sich diese Fragen gestellt, ist in den sächsischen Ort gefahren und hat zwei Videos seines Besuchs auf Youtube gestellt. Während seine lockeren Witzchen zwischendurch gewohnt flach ausfielen, konnte er schlagfertig auf die mehr oder weniger ignoranten Anwohner reagieren.

Drei herbeilaufende Jugendliche, die bereits getrunken haben, brüsten sich mit ihrer Faulheit, ihrem Alkoholkonsum und ihrer "neutralen" Schaulustigkeit bei den Randalen am Flüchtlingsheim. Als Pocher sie darauf hinweist, dass bloß gucken genauso schlimm sei wie mitmachen, erklären die drei, dass sie sich eben freuen würden, wenn mal was los sei in Heidenau. Der junge Mann mit der Sonnenbrille grinst besonders breit und fügt hinzu: "Ich hab' auf Beef gehofft." Bei so viel Gleichgültigkeit fällt selbst dem Comedian nichts mehr ein. Und als er sich laut fragt "Was für ungebumste Arschlöcher stehen da eigentlich?" - und damit die Jungen meint - brechen die in schallendes Gelächter aus. 

Im zweiten Video seines Besuchs in Heidenau trifft er drei Freunde auf einem Parkplatz. Eine Frisörin im dritten Lehrjahr beschwert sich, schon einmal von Flüchtlingen angeflirtet worden zu sein. Als Pocher genauer nachfragt, stellt sich heraus, mehr als "Hallo" hätten sie nicht gesagt. Auch ihr Bekannter auf dem Rücksitz, ein Angestellter einer Sicherheitsfirma, kann den Einzug der Flüchtlinge nicht befürworten und argumentiert mit "unseren Steuergeldern". "Da vorne" mitgemacht habe er aber noch nie. Ein weiterer Schaulustiger aus Dresden gibt sich zunächst weltoffen – bis Pocher seine augenscheinlichen Zweifel aus ihm herauskitzeln kann. "Wo soll das denn noch hinführen?", empört sich der Mann mit hochrotem Kopf. Und das fragt man sich allerdings nach dem eben Gesehenen.


Andra Wöllert