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Pro7-Show "Absolute Mehrheit": "Nur wieder zu Raab, wenn kein Rapper kommt"

Boris Palmer saß als Gast in Stefan Raabs Polit-Talkshow teilnahmslos auf der Couch. Dennoch würde der Spitzenpolitiker der Grünen wieder hingehen. Warum, erklärt er im stern.de-Interview.

Der Grünen-Spitzenpolitiker Boris Palmer war in der vergangenen Ausgabe von Stefan Raabs Sendung "Absolute Mehrheit" Gast. Wie die anderen Vertreter von CDU, SPD und Linkspartei hatte er absolut keine Chance gegen Rapper Sido, der die 300.000 Euro Preisgeld gewann. stern.de befragte den Oberbürgermeister von Tübingen dazu, wie er heute über den Auftritt denkt und was er Raab raten würde.

Herr Palmer, bei der jüngsten Ausgabe von "Absolute Mehrheit" sah man Ihnen an, dass Sie sich nicht besonders wohlfühlten. Würden Sie trotzdem wieder zu Stefan Raab gehen?

Im Prinzip: Ja. Aber nicht mehr, wenn ein Rapper mit am Tisch sitzt, der - wie Sido in der letzten Sendung - schon nach zwei Minuten gewonnen hat. Ich würde also wieder hingehen, wenn die Besetzung so gemischt ist, dass der Sieger nicht nach kurzer Zeit feststeht. Für diesen Sonntag hat Stefan Raab die Gäste gut ausgewählt, so dass eine echte inhaltliche Auseinandersetzung möglich sein wird. Vier Politiker und ein Börsenexperte, der längst nicht so populär ist wie Sido.

Warum haben Sie überhaupt teilgenommen?

Ich wusste nicht, dass Sido dabei ist, als ich zugesagt habe. Ich stand im Wort.

Und warum tun sich Politiker das überhaupt an, Gast in einer solch umstrittenen Show zu sein?

Die Zuschauer, die in erster Linie bei Stefan Raab einschalten, sind sonst für Politik nicht zu erreichen. Das war mein Anliegen. Es ist eine edle Aufgabe der Politik, sich um alle Menschen zu kümmern.

Sie wirkten allerdings überhaupt nicht so, als wollten Sie sich um jemanden kümmern - nach ungefähr fünf Minuten erlebte man Sie frustriert und abwesend.

Ich habe mich in der Tat früh zurückgezogen, weil schnell klar war, wie es läuft. Ich wäre bereit gewesen, Fragen zu beantworten, aber da kamen bald keine mehr. Das hat so keinen Sinn gemacht. Und ich sah keinen Grund, mich zum Kasper zu machen, um meine Chancen zu verbessern.

Was halten Sie von Stefan Raab?

Ich war von ihm positiv überrascht. Ich nehme es ihm ab, dass es sein Anliegen ist, junge Zuschauer für Politik zu interessieren. Das finde ich gut.

Was raten Sie ihm?

Wie gesagt: Die Mischung der Gäste muss stimmen. In der Politik geht es um Inhalte und nicht nur um Show.

Das Interview führte Thomas Schmoll