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TV-Kritik zu "Absolute Mehrheit": Raabs absolute Belanglosigkeit

Stefan Raab trat mit dem Versprechen an, dem Format der Polit-Talkshows neues Leben einzuhauchen. Seine jüngste Sendung war jedoch einfach nur öde. Studiogast Sido dürfte das egal gewesen sein.

Von Thomas Schmoll

Boris Palmer outet sich als absolut uncool. Nachdem Stefan Raab gefragt hat, welcher der anwesenden Gäste noch nie gekifft hat, hebt der Mann von den Grünen die Hand. Als einziger. Raab macht sein erstes Späßchen: "Sie haben noch nie gekifft?! Ihre Partei ist doch beim Kiffen entstanden." Das Publikum johlt, Palmer lacht und gesteht: "Ich komme ohne Alkohol, Kiffen und Rauchen einfach besser zurecht." Damit steht der Oberbürgermeister der Uni-Stadt Tübingen als absoluter Loser des Abends fest.

Sido, der neben Palmer sitzt, ist absolut cool. Er hat natürlich schon gekifft und findet, es sei an der Zeit, weiche Drogen zu legalisieren. "Ja, definitiv", sagt er. Zwar "nicht überall und jederzeit", er will nicht, dass Cannabis "im Supermarkt in irgend 'nem Regal" ausliegt. Aber er möchte "Regeln für Gras". Schließlich gebe es die ja auch "Regeln für Alkohol". Damit steht Sido als absoluter Gewinner von "Absolute Mehrheit" fest. Die erste Umfrage, die ungefähr nach zehn Minuten via Laufband eingeblendet wird, weist den Rapper mit 61 Prozent als Führenden aus. Für den grünen Langweiler votieren 3,8 Prozent der Anrufer.

Raab spult sein Programm ab

An den Kräfteverhältnissen wird sich bis zum Ende der Sendung nichts mehr ändern. Sido macht die politischen Hinterbänkler platt und gewinnt als erster Gast in Raabs Polit-Talk den Hauptgewinn (300.000 Euro), weil er die "absolute Mehrheit" holt. Bis das Endergebnis verkündet wird, vergehen fast zwei Stunden unerträglicher Langeweile. Die fünf Gäste, neben Sido und Palmer der SPD-Bürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn und die Vizechefin der Linkspartei, Caren Lay, tauschen ihre Standpunkte ohne Leidenschaft oder Inspiration aus. Das Sofa wird zum Hort verbaler Ödnis. Der informative Wert der Sendung fern jeder Diskussionskultur tendiert gen null. Raab schafft es nicht ansatzweise, Stimmung in die Bude zu bringen. Er wartet auf eine Gelegenheit, ein Witzchen zu machen, und geht ansonsten in keiner Weise auf das Gesagte oder Gehörte ein, weil es ihn schlicht nicht interessiert.

Raab moderiert nicht, sondern spult sein Programm runter. "Sido, mal zu dir: Was würdest du wählen?" Der Musiker ziert sich zu antworten, verrät die Partei aber nicht, lediglich das, was sowieso allen Zuschauern klar ist: "Also nicht CDU." Vielleicht ist das auch der Grund, warum Sido Jens Spahn die ganze Zeit duzt - bis er kurz vor Ende der Sendung darauf aufmerksam gemacht wird und von nun an Spahn, Lay und Buschkowsky brav mit "Sie" anredet.

Buschkowsky noch unter Raabs Witze-Niveau

Buschkowsky wirkt die ganze Zeit, als würde er jeden Augenblick einschlafen. Der Mann, der für markige und klare Worte bekannt ist, kommt nicht über ein "Die Gesellschaft muss aufpassen, dass sie sich nicht zu Tode legalisiert" hinaus. Sein Spruch "Hast du Haschisch in den Taschen, hast du immer was zu naschen" ist noch unter Raabs Witze-Niveau.

Palmer erweckt den Eindruck, als habe ihn sein persönlicher Referent in eine Sendung geschickt, ohne ihm vorher zu erklären, um was es geht, wer da sonst noch so da ist und über weiche Drogen, das Wahlrecht für 16-Jährige und - na logisch - die Gehälter für die ach so bösen Manager schwadroniert. Der grüne Oberbürgermeister schweigt meistens. ProSiebenSat.1-Nachrichtenchef Peter Limbourg, der die Gäste einschätzt, stellt fest, dass sich der Grünen-Politiker "innerlich aufgegeben" habe. Klar, wenn man unter der Fünf-Prozent-Hürde liegt und im falschen Film ist.

Belangloser Plausch

Am meisten redet Spahn, der sich noch am meisten um eine argumentative Auseinandersetzung bemüht und sich ab und an bei CDU-Verächter Sido einzukratzen versucht. Der Rapper lächelt immer wieder in einem Mix aus Milde und Arroganz. Caren Lay, die sich durch ihr rotes Kostüm farblich von der schwarz-grauen Männerschaft auf dem Sofa abhebt, merkt man an, dass sie es genießt, dass endlich einmal sie und nicht Sahra Wagenknecht die Linke in der Glotze vertreten darf. Als Lay erfährt, dass sie den dritten Platz abgeschlagen hinter Sido und Spahn belegt, strahlt sie vor Glück und sagt allen Ernstes "toll".

Toll an der Sendung ist einzig und allein das Ende gewesen. Geschafft! Endlich vorbei! Zwei Stunden belangloser Plausch über gesellschaftlich durchaus relevante Themen sind eine absolute Zumutung. Selbst die Einspieler sind in ihrer Plattheit kaum zu überbieten. "Der gefährlichste Drogendealer Deutschlands sitzt leider nicht im Knast. Denn der gefährlichste Drogendealer ist, Trommelwirbel, der Staat", heißt es da: "16 Milliarden Euro zweigt er sich jährlich ab, wenn ihr euch Stoff besorgt." Gemeint sind damit Tabak und Alkohol. "Der Staat ist Mitschuld an Krebs, Schrumpfleber und Raucherbein. Aber wenn ein Jura-Student mit 20 Gramm Gras erwischt wird, war's das mit der Beamtenkarriere. Die sind doch Hacke." Eine Sendung mit langweiligem Konzept und langweiligen Gästen auf zwei Stunden auszudehnen, um sie x-mal von Werbung unterbrechen lassen zu können, grenzt an Unverschämtheit. Raab trat mit dem Versprechen an, dem Format der Polit-Talkshows neues Leben einzuhauchen. Er hat es gebrochen. Und zwar absolut.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(