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Finale Promi Big Brother: Po schlägt Brüste

David Odonkor setzt sich im zähen Finale von "Promi Big Brother" gegen Menowin Fröhlich und Nino de Angelo durch. Die Frauen waren dagegen chancenlos.

David Odonkor ist der Sieger der diesjährigen Ausgabe von "Promi Big Brother"

David Odonkor ist der Sieger der diesjährigen Ausgabe von "Promi Big Brother"

Natürlich: David Odonkor! Es musste ja so kommen, dass der Ex-Fußballer bei Promi Big Brother gewinnt. Im Grunde war er ja eh der einzig halbwegs bekannte unter den Insassen des TV-Knasts. Fußball-Nationalspieler, immerhin, bei der Sommermärchen-WM 2006 mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen. Aber auf Prominenz kommt es ja hier gar nicht so an.

Warum also Odonkor? Der 31-jährige kam immer ehrlich rüber, sagen sie, sympathisch, liebenswert direkt und irgendwie normal, ein wenig so wie – erinnern Sie sich noch ? - Aaron Troschke: Das ist der Promi Big Brother Gewinner vom letzten Jahr. "Ich bin nicht negativ aufgefallen", sagt Odonkor über sich - klar, sowas wird honoriert. Es ist ja auch eine seiner hervorstechenderen Eigenschaften, sieht man einmal von dem knackigen Po ab. "Respekt an Deutschland" wird er am Ende sagen, und immer wieder: "Danke Deutschland", mit Tränen in den Augen. Da kommt dann doch nochmal der Fußballer durch. Die 100.000 Euro Siegprämie hat er nicht so nötig, denkt man, aber nun gut. Er will das Geld übrigens spenden, na ja: einen Teil, mit seiner Familie teilen, und dann noch den Keller im heimischen Bielefeld ausbauen.

Menowin wird wieder Zweiter

Und Menowin? Wird wieder mal Zweiter. 39 Prozent waren am Ende für ihn, 61 Prozent für Odonkor. Das kennt er ja schon, aus "Deutschland sucht den Superstar". Aber ausgerechnet Menowin Fröhlich? Wo der doch als verhaltensauffällig galt, kokst, vorbestraft ist wegen Körperverletzung und Betrug und zu Sommermärchen-Zeiten noch im Knast saß? Der Menowin, von dem wir alle eine Meinung hatten? Alle zumindest, die mit seinem Namen irgendwas anzufangen wussten.

"Ich wollte, dass ihr mir endlich mal zuhört", sagt Fröhlich am Ende, und dass er uns zeigen wollte, welcher Mensch er wirklich ist. Richtig vernünftig kommt der jetzt rüber, reflektiert, fast väterlich, wenn es um den gut doppelt so alten Kollegen de Angelo geht. "Ich war von Anfang an ein Teamplayer". Und unterhaltsam, witzig, nicht ganz so verkrampft wie jene KandidatInnen, die stets pathetisch von den "Erfahrungen" sprechen, die sie in solchen Shows machen. Obwohl das Ganze ja auch eine Art Dauerwerbesendung für ihn selbst sein sollte.

Was wir bei Promi Big Brother ansonsten gelernt haben? Es kommt auf die inneren Werte an! Jedenfalls nicht nur auf Brüste. Egal wie nackt sie auch in die Kameras strahlen, egal, wie sehr ein Chirurg sich auch um sie bemüht haben mag. Okay, Quote bringt das schon, und natürlich großformatige Fotos in der Presse, aber für den Sieg reicht es halt nicht.

Im Finale sind es Julia Jasmin Rühle und Sarah Nowak, die als erste gehen müssen. JJ, das ist die aus der Reality-Seifenoper „Berlin – Tag & Nacht“ mit der Vorliebe für Tattoos. Und Frau Nowak, die wurde mal Playmate des Jahres, sieht also ziemlich exakt so aus wie viele Models mit langen blonden Haaren. "Es gibt eine ganze Menge, wo ich mit nach Hause nehmen kann", sagt Frau Nowak hinterher, dass sie „viel gelernt“ habe, Frau Rühle. Was unauffällige C-Promis halt so sagen, wenn sie aus derlei Aufmerksamkeitswettkämpfen ausscheiden.

Einfacher ist es da, wenn man "ein Clown" ist, so wie Nino de Angelo, der gefallene Schlagersänger, und einem auch mal "emotional die Sicherungen durchbrennen". Dann macht es auch nichts, wenn man, auch mehr als einmal, fernsehöffentlich zu viel säuft und peinlich wird – "das war der Druck", wird seine Frau später sagen. "Das waren Einblicke, die nur ganz wenige sonst haben“, sagt Domenico Gerhard Gorgoglione, 51, in einem seiner reflektierteren Momente. Und entwürdigende Momente für die Ewigkeit des Trash TV, etwa wenn er minutenlang im Schein der Kamera um eine selbst gebastelte Papierpuppe namens Rudi weint, also: total fertig ist und vom Fernsehsender vor sich selbst geschützt werden müsste. Aber halt gewinnbringender ist, wenn er weiter vorgeführt wird.

"Respektiert" und "honoriert"

Er hat es ja auch selbst so gewollt, irgendwie. "Es war mir klar, dass ich Federn lassen würde“, sagte de Angelo hinterher und dass er sich vom Publikum "respektiert" fühle und "honoriert", für seinen „Mut“. Das reicht - für Platz 3. Für tagelange "Jenseits von Eden"-Ohrwürmer im Publikum. Nur vielleicht zur Begleichung aller Schulden.

"Hier ist es nie der Promi, der den Sieg davon trägt", analysiert der große Bruder von SAT 1 am Ende, auch wenn das in diesem Jahr nicht ganz stimmt - sondern immer "der Mensch", und zwar: "der ehrlichste".

Insofern waren die ersten drei Plätze gut besetzt. Und sie sind ja doch große Pädagogen, die Macher der Show: "Ihr habt alle etwas sehr kostbares gewonnen", philosophiert die Stimme im Off: "Bodenhaftung". Da fallen uns doch schon gleich wieder ein paar KandidatInnen für 2016 ein.