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"Promi Big Brother" Die Sinnlosigkeit schönsaufen

Kaum im Luxus angekommen, macht sich bei den "Promi Big Brother"-Kandidaten gute Laune breit: Mario Basler schleppt Isa Jank ab.
Kaum im Luxus angekommen, macht sich bei den "Promi Big Brother"-Kandidaten gute Laune breit: Mario Basler schleppt Isa Jank ab.
© Sat 1
Was so ein paar Flaschen Wein und Schampus bei "Promi Big Brother" bewirken: Isa Jank wird plötzlich "menschlich". Robin wird gemobbt, doch am Ende fliegt jemand anderes raus. 
Von Simone Deckner

Tag 9 im Big Brother-Haus stand unter dem Motto: Hoch die Tassen! Das Leben im TV-Knast, es ist doch zu ertragen. Voraussetzung: Man befindet sich im Luxusbereich und der Kühlschrank ist immer picke packe voll mit alkoholischen Getränken. Wenn die Korken ploppen und Wein und Champagner fließen, vergisst selbst eine Isa Jank für ein paar Stunden ihre Mission, andere zu maßregeln und in den Wahnsinn zu treiben. "Na ja, ich war ganz menschlich", kommentiert die Frau ihr ungewohnt lockeres Verhalten.

Bei den einstigen Kellerasseln herrschte Partystimmung: Kaum war der Modder nach der gewonnenen Schlammcatch-Challenge abgewaschen, wurde gepichelt, was der monströse Freezer hergab. Als unverhoffte Partykönigin entpuppte sich die sonst so gestrenge Frau von Anstetten. Nur ein paar Wein und Champagner habe sie sich genehmigt, "alles in Maßen", behauptetet die Schauspielerin später immer noch hübsch derangiert. Die Kameras aber hatten gezeigt, wie Isa Jank immer wieder ordentlich nachgetankt hatte. Irgendwann ging es der 64-Jährigen so dufte, dass sie sich für ein Nickerchen draußen auf dem Kunstrasen ("der ist so weich") entschied.

"Promi Big Brother": Die Sinnlosigkeit schönsaufen

"Ben ist ein richtiger Freak"

Damit nicht genug: Vom Alkohol gelöst, ermunterte sie später das junge Partyvolk, doch mit ihr einen angestaubten Gassenhauer von Status Quo ("die sind vielleicht nicht so bekannt in allen Altersgruppen") zu singen: "Kennt ihr das? Whatever you want, whatever you need?" Das junge Partyvolk tat so, als höre es den ganzen Tag nichts anderes als Staus Quo und grölte lautstark mit. Irgendwann, es war schon spät, packte Mario Basler dann die Frau, die ihn tags zuvor noch als "die Pest" beschimpft hatte und brachte sie ins Bett. "Egal was vorher war, das war schön", kommentierte die so Behütete. Sage noch einer, Alkohol mache aggressiv.

Wobei, einem ging der ausgelassene Partyspaß gehörig auf den Zeiger. Robin Bade hatte sich schon früh ausgeklinkt und bereits eine lautstarke Grölattacke der Betrunkenen im Schlafzimmer überstanden. Als Ben und Jessica erneut hereinplatzten, brannten bei dem sonst so sensiblen Moderator die Sicherungen durch: "Verfickt noch mal, ich würde jetzt gerne mal schlafen!", schleuderte er den Rumtata-Ruhestörern entgegen. Mit Betrunkenen zu diskutieren ist ja grundsätzlich eine Spitzenidee, aber wer kann es dem Mann verdenken? Er wollte einfach nur schlafen. Bad Boy Ben machte seinem Image alle Ehre und drohte Robin ("Du wirst morgen raus gewählt!"), bevor er ihm empfahl, mit der Wand zu reden. Bei Jessica dürfte er damit gepunktet haben. Hatte sie doch zuvor bereits erklärt: "Ben ist ein richtiger Freak. Ich liebe es."

Schlafen? Nicht bei "Promi Big Brother" 

Noch idiotischer als der Freak benahm sich Ringer Frank, der es für eine super Idee (Hi hi!) hielt, dem Robin eine Schinkenkeule ins Bett zu legen. Was man halt so als fairer Sportmann macht. "Super Teamspirit", murmelte Robin ermattet, nachdem auch noch Mario Basler herum polterte und null verstand, warum jemand zu später Stunde im Schlafzimmer ausgerechnet schlafen wollte. Robin kapitulierte und zog auf die Couch im Wohnzimmer um. Falsch lag er jedoch bei seiner Einschätzung, das Verhalten der Anderen "grenze schon an Mobbing" – es war schlicht Mobbing.

Raus gewählt wurde am Ende aber nicht Robin, sondern der blasse Stephen Dürr. Um Absprachen zu unterbinden, hatte Big Brother zuvor einfach alle Kandidaten nominiert. Eine feine Idee. Noch besser war nur die Idee, die Nominierten einzeln ins Sprechzimmer zu bitten und ihnen eine Frage zu stellen, mit der augenscheinlich niemand gerechnet hatte: "Was hast du bisher im Big Brother-Haus geleistet und warum solltest du gewinnen?" 

Natascha Ochsenknecht macht ein Geständnis

Die beste, weil ehrlichste Antwort lieferte überraschend Prinz Marcus von Anhalt: "Ich habe noch nichts geleistet, alle Challenges verkackt und ansonsten war ich halt da." Der später geschasste Stephen konnte als Höhepunkt "Ich habe Jonglieren mit Äpfeln gelernt" verbuchen. Äh, ja. Der ewig grinsende Frank feierte sich dafür ab, dass er "'ne supergeile Zeit" habe, und Natascha Ochsenknecht wünschte sich, dass die Menschen vor den Fernsehern erkannt hätten, dass sie eigentlich "ein Mädel vom Lande" sei. Zuvor hatte sie nicht nur erzählt, wie sie Uwe Ochsenknecht kennengelernt hatte ("nach 14 Tagen ist er bei mir eingezogen, nach drei Wochen war ich schwanger"), sondern auch, dass sie schon eine Fehlgeburt erlitten hatte. Die junge Cathy Lugner sagte, sie wollte zeigen, dass sie "auch ohne Schminke leben kann." Natascha Ochsenknecht hatte der Frau von Baulöwe Mörtel zuvor geraten, lieber in eine beste Freundin zu investieren.

Challenge mit Schwimmnudel-Dildo

Viel Alkohol brauchte man als Zuschauer, um die Challenge durchzustehen: Robin und Joachim bekamen eine Art Riesendildo aus Schwimmnudelmaterial umgeschnallt, mit dem sie eine Mutter von einem Gestänge herunter schubsen sollten. Das brachte Bilder hervor, die man lieber nie gesehen hätte – untermalt von Jochen Schropp-Kommentaren wie "Ihr könnt die ganze Länge des Geräts benutzen."

Da war es auch schon wurscht, dass der Sender locker 40 Minuten überzog. Der geschasste Stephen Dürr durfte einen Satz sagen ("wir müssen uns leider kurz fassen"), denn Sat1 hatte ja Wichtigeres zu senden: Die betrunkene Isa Jank. Und zwar exakt die Szenen, die man bereits gesehen hatte. 24 Stunden Livestream und dann das: eine Wiederholung in der gleichen Sendung. Da schlenderte die Isa dann also noch einmal angetütert über den weichen Kunstrasen und sang "Whatever you want, whatever you need". Prost Mahlzeit!


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