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Starke Online-Konkurrenz: RTL plant fünf neue Serien und zwei Sitcoms im Kampf gegen Netflix

Für die kommenden Monate hat sich RTL einiges vorgenommen: Fünf neue Serien und zwei Sitcoms sollen starten, alles aus eigener Feder. Die Großoffensive ist auch eine Reaktion auf Netflix und Co., die dem Privatsender die jungen Zuschauer klauen. 

David Rott in der RTL-Serie "Bad Cop - kriminell gut"

David Rott ist ab Donnerstag in der Serie "Bad Cop - kriminell gut" auf RTL zu sehen

Serien gehören bei den großen TV-Anbietern zum Pflichtprogramm, auch wenn es immer wieder Rückschläge gibt. Der private TV-Sender RTL will nun mit neuen, eigenen Formaten an den Start gehen. So sind für den Herbst 2017 und das Frühjahr 2018 fünf neue Serien und zwei Sitcoms mit jeweils zehn Folgen im Programm vorgesehen. Das teilte RTL am Montagabend in Hamburg auf einer Pressekonferenz mit.

Zunächst startet an diesem Donnerstag um 21.15 Uhr die Krimiserie "Bad Cop - kriminell gut" mit David Rott in einer Doppelrolle, in der er zwei sehr ungleiche Brüder in Hamburg spielt. Die Serie ist bereits seit vergangenem Donnerstag bei "TVnow.de" zu sehen, dem nonlinearen Angebot aller Sender der RTL-Gruppe - ähnliches ist auch für die anderen neuen Serien geplant.

Neue Gesichter und alte Bekannte

Im Herbst und im Frühjahr sollen dann vier weitere Serien anlaufen, darunter je zwei Formate, in denen Anwälte im Mittelpunkt stehen: "Jenny - echt gerecht!" (mit Birte Hanusrichter) und "Beck is back!" (mit Bert Tischendorf). In "Lifelines" (mit Jan Hartmann) verschlägt es einen Ex-Truppenarzt an ein ziviles Krankenhaus, und "Sankt Maik" (mit Daniel Donskoy) handelt von einem Trickbetrüger, der mittels einer Soutane der Polizei entkommen will.

Die Dauer-Serien "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei" (31.
Staffel) und "Der Lehrer" (7. Staffel) sind gerade wieder angelaufen und werden beide fortgesetzt. Das gilt ebenso für die nach Quoten erfolgreiche Sitcom "Magda macht das schon" mit Verena Altenberger; neu hinzu kommt im nächsten Jahr "Beste Schwestern" mit Mirja Boes und Sina Tkotsch. Die beiden Formate "Triple Ex" (mit Diana Staehly) und "Nicht totzukriegen" (mit Jochen Busse) vom Frühjahr 2017 werden hingegen nicht fortgesetzt.

RTL hat die Konkurrenz im eigenen Haus

Auch zwei neue Spielfilme kommen nächstes Jahr ins Programm: "Passagier 23" und "Das Joshua Profil" sind die Verfilmungen zweier Romane von Sebastian Fitzek. Weitere TV-Event-Movies sind derzeit nicht geplant.

RTL-Senderchef Frank Hoffmann räumt "einer ganz eigenen Mischung aus Humor und Relevanz" gute Chancen ein. Und das trotz Konkurrenzsendern wie RTL plus und Nitro im eigenen Haus: "Wir nehmen in Kauf, dass der Hauptsender dabei Federn lässt. Lieber kannibalisieren wir uns selbst, als dass wir kannibalisiert werden", so Hoffmann. "Für die diversen neuen Serien werden wir im kommenden Jahr einen zweiten Primetime-Sendeplatz eröffnen." US-Produktionen würden dagegen zurückgefahren.

Senderchef glaubt an die Zukunft des Fernsehens

So kann diese Offensive - zur Freude der deutschen Produzenten - zum einen als eine Antwort auf immer mehr Angebote bei den großen Streaming-Anbietern wie Netflix oder Amazon Prime, zum anderen auf den Zuschauerschwund bei den US-Serien verstanden werden. Amazon zum Beispiel arbeitet auch mit der RTL-Group-Tochter Ufa zusammen und produziert jetzt "Deutschland 86" als Fortsetzung von "Deutschland 83", das bei RTL im linearen TV nicht so gut beim Publikum ankam.

Frank Hoffmann glaubt dennoch an die Zukunft des linearen Fernsehens. "Der Zuschauer wird immer Lust haben auf das klassische Fernsehen, auch wenn nicht alle jungen Menschen von den Online-Anbietern zurückkommen werden zum linearen Fernsehen. Aber für die bieten wir unser Programm auf Abruf im Netz unter "TVnow.de" an. Daher bin ich insgesamt gesehen sehr zuversichtlich." 

sve / DPA